Was passiert ist
Warner Bros. Discovery (WBD) hat das letzte Angebot von Paramount Skydance abgelehnt, dem Gegner jedoch eine Woche eingeräumt, um die Konditionen zu verbessern. Die von der WBD-Pressestelle genannte Frist läuft am 23. Februar ab — und davon hängt die weitere Dynamik der Verhandlungen sowie die Haltung des Vorstands ab.
„Während dieses Zeitraums wird WBD mit Paramount zusammenarbeiten, um die noch offenen Mängel zu besprechen und bestimmte Bedingungen des vorgeschlagenen Fusionsvertrags zu präzisieren.“
— Pressestelle Warner Bros. Discovery
Zahlen und Fristen
Kurz die Zahlen: Paramount hat nach Angaben der WBD-Pressemitteilung inoffiziell zugestimmt, 31 $ pro Aktie zu zahlen (gegenüber zuvor 30 $). Reuters rechnete aus, dass das aktuelle Angebot von Paramount das gesamte Unternehmen WBD mit 108,4 Mrd. $ bewertet, während Netflix 82,7 Mrd. $ nur für das Studio- und Streaming-Geschäft bietet.
WBD hat bereits eine Sondersitzung der Aktionäre für den 20. März einberufen, bei der über die Fusion mit Netflix abgestimmt werden soll. Das Unternehmen plant außerdem, den Bereich Global Networks in ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen (Discovery Global) auszugliedern — dieser Vorgang ist grob für das dritte Quartal 2026 geplant. Der angegebene Zeitrahmen für den Abschluss der Transaktion mit Netflix beträgt 12–18 Monate.
„Ein ranghoher Vertreter von Paramount teilte einem Mitglied des WBD-Vorstands inoffiziell mit, dass man bereit sei, 31 $ pro Aktie zu zahlen... und dass dieses Angebot nicht ‚das beste und endgültige‘ sei.“
— Pressestelle WBD (nach Angaben von Reuters)
Warum das wichtig ist
Auf der Oberfläche ist es ein Unternehmensstreit um den Preis. Im weiteren Kontext ist es jedoch ein Kampf um die Struktur des globalen Medienmarkts: wer große Inhaltsbibliotheken besitzen wird, welche Plattformen die Distributionsregeln bestimmen und wie sich das auf Wettbewerb und Verfügbarkeit von Inhalten für die Zuschauer auswirkt.
Für die Aktionäre ist entscheidend, ob Paramount bis zum 23. Februar ein finanziell attraktiveres Paket anbieten kann oder ob der Vorstand die Empfehlung für die Fusion mit Netflix unterstützen wird. Für den Markt wird das Ergebnis entscheiden, ob es zu einer weiteren Konsolidierung der Vermögenswerte kommt oder ob WBD als autonome Struktur mit getrennten Geschäftsbereichen bestehen bleibt.
Wie es weitergeht und warum das für die Ukraine wichtig ist
Die nächsten Schritte werden Tempo und Form der Transaktion bestimmen: das offizielle Angebot von Paramount, die Abstimmung der Aktionäre am 20. März und der Ausgliederungsprozess von Global Networks. Sollte die Fusion mit Netflix zustande kommen, würde dies die Verteilung der Rechte an Inhalten und die Möglichkeiten für lokale Partnerschaften in verschiedenen Ländern verändern.
Für die Ukraine ist das aus praktischen Gründen wichtig: Globale Veränderungen in der Medienbesitzstruktur beeinflussen die Verfügbarkeit lizenzierter Inhalte, die Bedingungen der Zusammenarbeit mit lokalen Produktionsfirmen und die Unabhängigkeit des Rundfunks. Eine Konzentration von Bibliotheken bei wenigen großen Akteuren bedeutet, dass die Plattformpolitiken und Distributionsbedingungen für den ukrainischen Zuschauer und die Branche entscheidend werden.
Analysten und Reuters weisen darauf hin: In dieser Angelegenheit hat derjenige die besseren Karten, der finanzielle Logik mit einer überzeugenden Management-Argumentation verbindet. Für Beobachter ist jetzt keine Zeit für Emotionen, sondern für genaues Verfolgen der Zahlen und Vertragsbedingungen.
Und zum Schluss: Die Entscheidungen des Vorstands und der Aktionäre zeigen, dass große Medienspiele nicht mit lauten Werbespots, sondern mit rechtlichen und finanziellen Feinheiten geführt werden — die gleichen Mechanismen, die in den kommenden Jahren bestimmen werden, wie und woher wir lernen und die Welt sehen.