Europäische Kommission leitet Untersuchung gegen Shein ein — prüft Design, Algorithmen und den Handel mit verbotenen Waren

Das ist nicht nur eine Modefrage: Eine Untersuchung nach dem DSA könnte einen Präzedenzfall für die Kontrolle großer Plattformen schaffen und die Sicherheit der Verbraucher sowie das Vertrauen in den Online‑Markt beeinflussen — in der EU und darüber hinaus, einschließlich der Ukraine.

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Warum das wichtig ist

Die Europäische Kommission hat am 17. Februar ein formelles Verfahren gegen den chinesischen Einzelhändler Shein eingeleitet. Auf dem Spiel steht nicht nur der Ruf eines Marktplatzes, sondern auch die Wirksamkeit eines neuen europäischen Kontrollinstruments gegenüber Plattformen: des Gesetzes über digitale Dienste (DSA). Die Entscheidung der EU in der Sache Shein könnte Maßstäbe für alle großen Online‑Plattformen setzen und den Verbraucherschutz stärken – auch für ukrainische Konsumentinnen und Konsumenten.

Gründe der Untersuchung

Die Kommission nennt drei Hauptgründe: manipulatives Plattformdesign, intransparente Empfehlungsalgorithmen und der Verkauf illegaler Waren – darunter werden Erzeugnisse genannt, die Kindersexpuppen ähneln. Einige dieser Waren haben bereits zur Schließung des Shops in Frankreich geführt.

"In der Europäischen Union sind illegale Waren verboten – unabhängig davon, ob sie im Regal eines Geschäfts liegen oder auf einem Online‑Marktplatz verkauft werden."

— Henna Virkkunen, Exekutiv‑Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für technologische Souveränität

Wie es funktioniert: DSA und Aufsicht

Shein wird als sehr große Online‑Plattform (VLOP) eingestuft – mehr als 45 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in der EU geben der Kommission das Recht, formelle Prüfungen einzuleiten. In den Prozess ist der irische Regulator Coimisiún na Meán eingebunden, da das Unternehmen in Irland registriert ist. Vor der Einleitung des Verfahrens hat die EK Shein dreimal angesprochen (Juni 2024, Februar und November 2025) – die Antworten wurden vorab geprüft und konnten die Risiken nicht ausräumen.

Folgen für Plattformen und den Markt

Nach dem DSA kann die Kommission Bußgelder von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Solche Sanktionen wurden zwar noch nicht häufig angewandt, es gibt jedoch einen Präzedenzfall: Im Dezember 2025 belegte die EU das soziale Netzwerk X mit einer Geldstrafe von 120 Millionen Euro wegen Verstößen gegen dieselben Regeln zur digitalen Sicherheit. Für die Plattform bedeutet das: Design und Algorithmen müssen geändert werden oder es drohen Strafen – Reputation und Geschäftsmodell stehen auf dem Spiel.

Was das für die Ukraine bedeutet

Die Shein‑Untersuchung ist auch für uns wichtig. Erstens erhöht sie die Chancen, die Verfügbarkeit von gefälschten und gefährlichen Waren in Europa zu verringern, und damit in Lieferketten, in denen ukrainische Verbraucher und Hersteller indirekt eingebunden sind. Zweitens ist es ein Signal: Die EU geht das Thema digitale Souveränität ernst an – und die Ukraine sollte ihre regulatorischen Ansätze angleichen, um den Binnenmarkt zu schützen und den Export hochwertiger Produkte zu fördern.

Fazit

Diese Untersuchung ist mehr als die Geschichte eines einzelnen Marktplatzes. Sie prüft, ob europäische Regeln globale Plattformen dazu bringen können, Verantwortung für Design, Algorithmen und die Waren zu übernehmen, die sie bewerben. Eine Frage an Partner und Unternehmen: Wird dies ein Schritt zu einem transparenteren digitalen Markt, und wie kann die Ukraine dies nutzen, um ihre eigene Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken?

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