In 96 Stunden – 35 Schiffe: Drohnen Maydars verwandelten die Asow-See in eine Risikozone für Russlands Schattenflotte

In der Nacht zum 10. Juli haben die Drohnenstreitkräfte 13 Tanker, drei Frachtschiffe, eine Fähre und ein russisches Hilfsschiff beschädigt. Parallel wurde die Ilskaja-Raffinerie in der Region Krasnodar angegriffen – mindestens der 17. Anschlag seit Beginn des Vollkrieges.

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Ілюстративне фото: depositphotos.com

In der Nacht zum 10. Juli führten die Drohnensysteme (SBS) in den Gewässern des Asowschen Meeres in der Nähe der besetzten Krim die größte Operation ihrer bisherigen Serie gegen die russische Seeschifffahrtslogistik durch. Der Kommandant der SBS, Oberst Robert Brodij (Callsign „Magyar"), bestätigte: 13 Schiffe der Schattenflotte wurden getroffen — 10 Tanker, ein Frachter, eine Fähre und ein Seeschlepper.

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine vervollständigte dieses Bild: In jener Nacht trafen die Verteidigungskräfte insgesamt 13 Tanker, drei Frachter, eine Fähre und ein Hilfsschiff des Feindes — zusammen mit der Ölraffinerie „Ilskij" in der Region Krasnodar und einer Reihe von Ölterminals und Öllagern in der Region Rostow.

Was ist diese Flotte und warum fährt sie durch das Asowsche Meer

Nach Angaben von Brodij wurden alle getroffenen Tanker offiziell identifiziert und unterliegen internationalen Sanktionen. Es handelt sich um Schiffe mit einer Tragfähigkeit von etwa 7.000 Tonnen und einer Länge von ungefähr 140 Metern, die zwischen 2006 und 2012 gebaut wurden. Sie transportierten Brennstoff von Taganrog zur besetzten Krim, wo Putin Ende Juni persönlich ein monatliches Defizit von 70.000 Tonnen Brennstoff anerkannte und versprach, die Seeverschiffungen zu erhöhen.

„Der Kampf um Brennstoff für die besetzte Krim im Asowschen Meer läuft schon länger. Aber in dieser Nacht erreichte die Luft- und Seeoperation ein neues Niveau."

Robert „Magyar" Brodij, Kommandant der Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine

Eine Serie, kein einzelner Schlag

Die Operation gegen die Schattenflotte begann bereits am 6. Juli. Die Chronologie sieht wie folgt aus:

  • 6. Juli — zwei Tanker („Kapitän Barmin" und „Sanar-4") im Asowschen Meer während des Benzintransports getroffen
  • 7. Juli — 8 Tanker, ein Frachter und eine Fähre; insgesamt pro Tag — 10 Schiffe
  • 8.–9. Juli — weitere 9 Tanker und eine Serie von Angriffen auf 53 Ziele auf der Krim, darunter 6 Elektrizitätswerke in der Operation „Krimskij Schalter off"
  • 9. Juli nachts — 14 Schiffe (12 Tanker, ein Frachter, ein Schlepper)
  • 10. Juli nachts — 18 Schiffe nach Angaben des Generalstabs

In 96 Stunden wurden laut SBS 35 Einheiten getroffen — Tanker, Frachter und Spezialschiffe. Die Operationen werden von Piloten der Einheit „Kairos" der 414. separaten Brigade der SBS „Vögel Magyars", des 413. separaten Regiments „Raid" und des 1. operativen Zentrums der SBS in Zusammenarbeit mit der Kriegsmarine durchgeführt.

Die Ilskij-Raffinerie — der 17. Angriff

Parallel zu den Sezielen griffen Drohnen in der Nacht zum 10. Juli die Ölraffinerie Ilskij in der Region Krasnodar an — eine der größten im Süden Russlands mit einer Kapazität von bis zu 6,6 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Dies ist mindestens der 17. Angriff auf sie seit Beginn der vollumfänglichen Invasion: Die Raffinerie hat ihre Arbeiten nach früheren Angriffen mehrmals vorübergehend eingestellt. Ferner wurden Treffer auf einem Hafen-Terminal und einer Ölbasis in Asow sowie auf ein optisch-mechanisches Werk in der Region Rostow registriert.

Sanktionsumgehungssystem unter Feuer

Die Schattenflotte sind Schiffe, die außerhalb offizieller Register oder unter Flaggen von Drittländern operieren, um Sanktionen gegen russische Ölexporte zu umgehen. Der Generalstab betont die doppelte Funktion dieser Schiffe: Sie versorgen gleichzeitig russische Truppengruppen mit Brennstoff und transportieren Erdölprodukte zum Verkauf, wodurch die Kriegshandlungen finanziert werden. Angriffe auf identifizierte und sanktionierte Schiffe sind ein Anschlag nicht nur auf die Logistik, sondern auch auf den finanziellen Kreislauf des Krieges.

Falls Russland bis Ende des Monats keine alternative sichere Lieferstrecke für die Krim findet — und der Landkorridor steht ebenfalls unter ständigem Feuer — wird das Brennstoffdefizit auf der Halbinsel nicht länger eine Aussage von Putin sein, sondern ein messbarer Faktor für die Kampfkraft der Truppengruppe im Süden.

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