Scott Bessent spricht von Zahlen, die sich wie Erleichterung anhören: 40–50 Dollar pro Barrel statt derzeit 91–95 Dollar. Die Logik des US-Finanzministers ist einfach — sobald der Krieg mit dem Iran endet, wird Öl auf den Markt strömen, das derzeit durch den Konflikt gebremst wird, und der Preis wird unter seinem eigenen Angebotsgewicht fallen.
Wir könnten einen Ölpreis von 50 Dollar sehen, möglicherweise 40 Dollar, einfach weil so viel davon zum Verkauf ankommt
Das Problem besteht darin, dass die Aussage ohne jegliches Datum gemacht wurde. Und die Situation ist laut einem Republikaner des Bewaffneten-Angelegenheiten-Komitees des Repräsentantenhauses „festgefahren" — das heißt, das Gespräch über die „andere Seite des Konflikts" ist derzeit rein hypothetisch.
Wer wird den Unterschied bei 50 Dollar pro Barrel wirklich spüren
Für einen durchschnittlichen Ukrainer oder Amerikaner ist dies keine abstrakte Zahl aus einer Börsentabelle. Der Ölpreis zieht unmittelbar die Kosten für Benzin, Diesel und durch die Logistik fast alle Waren in den Regalen nach sich.
- Diesel in den USA ist bereits auf ein Allzeithoch gestiegen — und genau deshalb warnen Analysten vor Preissteigerungen bei Lebensmitteln
- Ein Ölpreis von 40 Dollar würde eine erhebliche Erleichterung für Transportunternehmen und Landwirte bedeuten, die Treibstoff in ihre Kostenkalkulation einkalkulieren
- Für Ölförderländer, einschließlich derjenigen, die Kriege finanzieren, ist ein Preisverfall ein Schlag gegen den Haushalt
Warum der Optimismus verfrüht sein könnte
Bessent verbindet den Ölpreisverfall mit einer Senkung der Inflation und der Zinssätze in den USA — und hier ist das Interesse des Finanzministers offensichtlich: billiges Öl gibt der Fed Spielraum für eine Lockerung der Politik. Dies ist eine vorteilhafte Erzählung für eine Verwaltung, die niedrigere Zinssätze sehen möchte.
Aber der Ölmarkt bewegt sich selten so linear, wie Politiker es gerne hätten. Selbst nach Beendigung der Kriegshandlungen verschwinden geopolitische Risiken in der Golfregion nicht sofort, und die Förderkapazitäten werden nicht in einer Woche ausgebaut.
Die Frage bleibt offen: Werden wir dieses Jahr Öl zu 40 Dollar sehen, oder hat der Markt einfach nur eine verbale Intervention erhalten, die darauf abzielt, Investoren zu beruhigen, bevor sich auf dem Schlachtfeld etwas wirklich ändert?