90 Milliarden Euro und Reformrechnung: EU bereitet erste Tranche für Ukraine schon nächste Woche vor

EU-Kommissarin Marta Kos bestätigte die erwarteten Auszahlungen aus dem neuen Kredit, doch der Haushaltsteil ist an Reformen gebunden – einschließlich Antikorruptionsbedingungen, deren Verletzung der EU das Recht gibt, die Finanzierung auszusetzen.

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Фото: EPA / OLIVIER HOSLET

Die EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos erklärte vor der Sitzung des EU-Rats für Auswärtige Angelegenheiten am 11. Mai: Brüssel erwartet, die erste Tranche aus dem neuen Kreditpaket bereits in der nächsten Woche an die Ukraine auszuzahlen. Der genaue Betrag wurde nicht genannt, doch der Kontext ist klar — es geht um einen zweijährigen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro, der von der EU-Ratssitzung am 23. April 2026 endgültig genehmigt wurde, nachdem Ungarn sein Veto aufgehoben hatte.

Was hinter der Ziffer steckt

Das Paket ist in zwei ungleiche Teile aufgeteilt: 60 Milliarden Euro — für Verteidigungsbedarf, 30 Milliarden Euro — zur Unterstützung des Staatshaushalts und der wirtschaftlichen Stabilität. Für 2026 sind 45 Milliarden Euro vorgesehen: davon 28,3 Milliarden — für Militärhilfe, 16,7 Milliarden — für finanzielle Unterstützung. Die erste reine Verteidigungstranche wird auf etwa 6 Milliarden Euro geschätzt.

Präsident Selenskyj hat bereits Prioritäten festgelegt: «Die erste Tranche werden wir auf die inländische Produktion zur Verteidigung der Ukraine konzentrieren. Das sind Drohnen und der gesamte miltech-Bereich. Zweites — Energiewirtschaft». Parallel haben die Ukraine und die Europäische Kommission die Details des sogenannten Drone Deal vereinbart — ein System der gemeinsamen Produktion von unbemannten Flugzeugen im Rahmen derselben Finanzierung.

Reformen — nicht Wunsch, sondern Bedingung für Blockierungen

Der Haushaltsanteil des Kredits ist an die Umsetzung spezifischer Reformen gebunden. Kos betonte: Die Ukraine zeigt bereits Fortschritte, und deshalb bewegt sich die EU zu Auszahlungen. Doch die Regeln sind streng: Jeder Rückgang im Kampf gegen Korruption kann zu einer vorübergehenden Aussetzung der Hilfe führen — dies ist direkt im Programmenmechanismus festgehalten. Unter den diskutierten Bedingungen sind die sogenannten «10 Punkte von Tschutschka-Kos»: Reformen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit, Maßnahmen gegen Korruption sowie Änderungen des Steuersystems, insbesondere die Abschaffung bestimmter Geschäftsprivilegien, die sowohl der IWF als auch die EU im Rahmen von Verhandlungen über die Mitgliedschaft verlangen.

«Diese Mittel ermöglichen der Ukraine, nicht nur das Land, sondern auch Europa und europäische Werte zu schützen»

— Marta Kos, EU-Kommissarin für Erweiterung

Brüssel weist auch darauf hin, dass der Kredit durch gemeinsame Kreditaufnahmen der EU auf den Kapitalmärkten finanziert wird. Die Ukraine muss ihn nach Kriegsende zurückzahlen — der Mechanismus ist an den Erhalt von Reparationen von Russland gebunden.

Was bedeutet das für die Menschen?

Der Haushaltsanteil — das ist die Zahlung von Gehältern für Lehrer und Ärzte, Renten, der Unterhalt von Staatsbeamten. Ohne stabile externe Finanzierung ist das Finanzministerium gezwungen, entweder die Ausgaben zu kürzen oder interne Anleihen zu höheren Zinssätzen aufzunehmen. Nach Angaben des Finanzministeriums hat die Ukraine bis Ende November 2025 über 161 Milliarden US-Dollar in Form von Zuschüssen und vergünstigten Krediten aufgenommen — der neue EU-Kredit ist die größte einzelne Finanzierungsquelle in dieser Liste für die nächsten zwei Jahre.

Analysten des GMF (German Marshall Fund) stellen fest: Trotz seines Umfangs wird der Kredit «Kyjiw finanziell unterstützen, einschließlich der Verteidigung, wird aber nicht ausreichen für eine Strategie zur Beendigung des Krieges» — dafür hätte man nach ihrer Meinung die eingefrorenen Vermögenswerte Russlands mobilisieren müssen, auf die die EU letztendlich verzichtet hat.

Wenn Kyjiw die vereinbarte Liste von Reformen bis Ende des zweiten Quartals umsetzt, wird die erste Haushaltszahlung ein Test sein: Kann die Ukraine Gelder nicht nur als ein Staat im Kriegszustand, sondern als Kandidat erhalten, der sich tatsächlich der EU-Mitgliedschaft nähert.

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