Wenn die "eingefrorenen" Gelder aufgebraucht sind: KSE beziffert den Preis des langwierigen Krieges auf 67,4 Milliarden Dollar

Der ERA-Mechanismus und die Mittel aus der Ukraine Facility werden die Haushaltslücken nur bis Ende 2027 schließen – danach entsteht eine Lücke, die die derzeitigen Vereinbarungen mit der EU nicht abdecken.

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Фото: depositphotos.com

Das Überraschendste im neuen Bericht des KSE Institute ist nicht die Zahl von 67,4 Milliarden Dollar selbst, sondern die Tatsache, dass sie genau dann auftaucht, wenn bereits vereinbarte Finanzierungsmechanismen auslaufen. Das Problem liegt nicht darin, dass Partner sich weigern zu zahlen, sondern darin, dass das bereits Vereinbarte eine Gültigkeitsdauer hat — und diese endet, bevor der Krieg zu Ende geht.

Zwei unsynchronisierte Uhren

Die Analysten des KSE haben das Basisszenario verschoben: Kampfhandlungen werden nun mindestens bis zur zweiten Hälfte 2027 prognostiziert, nicht früher wie erwartet. Das bedeutet, dass die Kürzung der Militärausgaben nicht 2027 beginnt, sondern erst ab 2028. Allein im Jahr 2027 werden die Verteidigungsausgaben die vorherige Prognose um 43 Milliarden Dollar übersteigen.

Gleichzeitig haben der ERA-Mechanismus — die Nutzung von Erträgen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten — und die Mittel aus der Ukraine-Fazilität der EU ein klares Ende: Die Zahlungen dafür enden vollständig bis Ende 2027. Es ergibt sich eine zeitliche Lücke: Das Geld läuft nach einem Plan aus, der für ein älteres, kürzeres Kriegsszenario erstellt wurde, während der Krieg selbst nach einem neuen, längeren Plan andauert.

Warum 90 Milliarden Euro die Situation nicht retten

Es schien, als würde das Parlament im Juli bereits auf die neue Kreditressource reagieren — das Ukraine Support Loan in Höhe von 90 Milliarden Euro, das die EU für 2026–2027 genehmigt hat, ermöglichte es, die Budgeteinnahmen um 2,3 Billionen Griwnja und die Ausgaben um 1,6 Billionen Griwnja zu erhöhen. Aber nach KSE-Berechnungen deckt dieses Programm nur die Bedürfnisse in seinem Aktionszeitraum ab und schließt nicht die Lücke, die sich in den Jahren 2028–2029 bildet — genau dann, wenn ERA und Ukraine Facility bereits erschöpft sind und die Verteidigungsausgaben noch nicht zu sinken begonnen haben.

Falls es nicht gelingt, zusätzliche 67,4 Milliarden Dollar zu mobilisieren, wird die Fähigkeit der Ukraine, sich gegen russische Aggression zu verteidigen, gefährdet — die Regierung wird gezwungen sein, zur Gelddruckung zu greifen, was makroökonomische Puffer erschöpfen und die Wiederaufbau nach dem Krieg kritisch unterfinanziert lassen wird, warnt das KSE Institute.

Hoffnung auf den MFF 2028–2034

Deshalb forderte die Ukraine bereits 2025 die EU auf, langfristige Unterstützung im nächsten siebenjährigen Budget — dem MFF für 2028–2034 — zu berücksichtigen. Die Logik ist einfach: Wenn der Finanzierungszyklus mit dem realen und nicht dem gewünschten Zeitplan für das Kriegsende synchronisiert wird, lässt sich die Lücke vermeiden. Aber Verhandlungen über den MFF sind ein mehrjähriger Prozess mit 27 nationalen Interessen, und eine schnelle Lösung gibt es hier nicht.

Die Frage für die kommenden Monate ist nicht rhetorisch: Werden die EU-Institutionen es schaffen, im MFF 2028–2034 einen konkreten Betrag für die ukrainische Finanzierungslücke einzuplanen, bevor die ERA- und Ukraine-Facility-Mechanismen Ende 2027 formal ihre Tätigkeit beenden?

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