Der Staatliche Steuerdienst hat „Roadmaps" entwickelt – Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die korrekte Ausfüllung der Datentabelle des Mehrwertsteuerzahlers. Ziel ist es, Blockierungen zu reduzieren, die nicht durch Steuerhinterziehungsschemata entstehen, sondern durch technische Fehler gewissenhafter Unternehmer. Dies teilte die kommissarische Leiterin des Staatlichen Steuerdienstes Lesja Karnaukh mit.
Was ist die Datentabelle und warum entscheidet sie alles
Die Datentabelle des Mehrwertsteuerzahlers ist ein Dokument, in dem der Unternehmer seine Aktivitäten im Voraus erklärt: Warencodes nach der Harmonisierten Tarifklassifizierung, Leistungscodes, Lieferanten und Käufer. Wenn die Tabelle vom System SMKOR akzeptiert und berücksichtigt wird, werden nachfolgende Rechnungen mit denselben Codes automatisch registriert, ohne Unterbrechungen.
Das Problem besteht darin, dass ein falscher Code ausreicht, um die Tabelle abzulehnen. Und ohne eine akzeptierte Tabelle befindet sich der Steuerzahler in einer Situation, in der jede Rechnung erneut ein automatisiertes Risikobewertungsverfahren durchläuft.
„Manchmal reicht schon ein unwesentlicher Fehler aus, um den Prozess zu stoppen. Ein Fehler – und die Steuerrechnung wird gestoppt".
Lesja Karnaukh, kommissarische Leiterin des Staatlichen Steuerdienstes
Zahlen, die der Staatliche Steuerdienst als Erfolg betrachtet
Nach Angaben von Karnaukh ist die Quote der blockierten Rechnungen im Jahresvergleich um mehr als das Siebenfache gesunken: von 0,84% im Februar 2025 auf 0,1% zu Beginn von 2026. Das heißt, 99,9% der Rechnungen werden derzeit automatisch registriert.
Parallel dazu verabschiedete das Kabinett im September 2025 Änderungen zur Verordnung Nr. 1165 – dem grundlegenden Dokument, das das Verfahren zur Aussetzung der Rechnungsregistrierung regelt. Die Änderungen fügten insbesondere neue Bedingungen für die bedingungslose Akzeptanz der Tabelle hinzu: durchschnittliche monatliche Mitarbeiterzahl ab 3 Personen, Registrierung als Mehrwertsteuerzahler mindestens 365 Tage, Landwirtschaftsflächen ab 200 ha für Agrarunternehmen.
Was die „Roadmaps" in der Praxis verändern
Vor der Veröffentlichung der Anleitungen hatte ein Unternehmer, dessen Tabelle abgelehnt wurde, zwei Möglichkeiten: sich an die Beratungszentren des Staatlichen Steuerdienstes zu wenden (die vor einem Jahr in jeder Region eröffnet wurden) oder vor Gericht zu gehen. Das gerichtliche Verfahren dauert bis zu 1.095 Tage zur Beschwerde, falls es keine administrative Beschwerde gab, oder 3 Monate danach.
Die „Roadmaps" sollen die Anzahl der anfänglichen Fehler reduzieren – das heißt, die Last sowohl für Unternehmen als auch für die Kommissionen des Staatlichen Steuerdienstes verringern, die umstrittene Tabellen überprüfen. Die wichtigsten Fehler, die die Dokumente helfen sollen zu vermeiden:
- Nichtübereinstimmung der Harmonisierten Tarifcodes mit der tatsächlichen Aktivität – der häufigste Grund für die Ablehnung der Tabelle.
- Fehlende Erläuterungen über die Aktivität des Steuerzahlers in Form einer Anlage zur Tabelle (Formular J/F1360102).
- Nicht angegebene Aktivitätsarten – ohne diese bietet die Tabelle keinen Schutz, auch nicht nach der Annahme.
- Einreichung der Tabelle nach der Blockierung anstatt präventiv – sie entsperrt bereits gesperrte Rechnungen nicht.
Kontext, den man nicht übersehen sollte
SMKOR – das System zur Überwachung der Entsprechung von Mehrwertsteuernummern mit Risikokriterien – führte 2026 eine Kreuzüberprüfung durch: Wenn ein Unternehmer ein neues Unternehmen unter demselben Direktor oder Buchhalter registriert und mit ähnlichen Aktivitäten beginnt, markiert das System es automatisch als riskant. Das heißt, ein Geschäft von Grund auf neu zu starten, um den blockierten Status zu vermeiden, funktioniert nicht mehr.
Vor diesem Hintergrund sind die „Roadmaps" nicht nur eine Servicegeste. Dies ist die Anerkennung, dass ein Teil der Blockierungen ein Systemfehler des Algorithmus ist und nicht ein erkanntes Schema.
Falls die Blockierungsquote nach Einführung der Anleitungen nicht unter 0,05% sinkt oder die Anzahl der abgeleiteten Tabellen steigt, bedeutet dies, dass das Problem nicht in den Fehlern der Steuerzahler liegt, sondern in der Logik der Risikokriterien selbst. Dies ist ein Indikator, den man bis Ende 2026 beobachten sollte.