EU gegen Erpressung: Costa beschuldigt Ungarn – wie 90 Milliarden Euro für die Ukraine gesichert werden

Die Position der EU-Spitzen setzt der Diskussion ein Ende: Ratsentscheidungen dürfen nicht blockiert werden. Wir analysieren, warum Budapest die Legitimität seiner Forderungen verliert und welche Instrumente die Weiterleitung der zugesagten Mittel ermöglichen.

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Фото: пресслужба Офісу президента

Kurz

Der Präsident des Europäischen Rates António Costa bezeichnete das Vorgehen Ungarns offen als Erpressung, nachdem Budapest am 20. Februar die Bereitstellung von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert hatte. Grund der Blockade sei die Einstellung des Transits russischen Öls durch die Pipeline «Дружба», worauf Ungarn als Begründung seines Vetos verweist. Auf einem Briefing in Kiew erklärten Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen: Die EU werde einen Weg finden, das Versprechen einzulösen.

Was die Spitzenpolitiker sagten

„Niemand kann eine vom Europäischen Rat getroffene Entscheidung aufhalten oder blockieren. Nur der Europäische Rat selbst kann seine Entscheidung ändern.“

— António Costa, Präsident des Europäischen Rates

„Lassen Sie mich klarstellen: Der Kredit wurde von 27 EU-Mitgliedstaaten gebilligt. Wir haben unser Wort gegeben – und daran wird nicht gerüttelt. Deshalb werden wir dieses Darlehen auf die eine oder andere Weise bereitstellen. Wir verfügen über verschiedene Mechanismen dafür, und wir werden sie nutzen.“

— Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Diese 90 Milliarden Euro sind keine symbolische Hilfe, sondern Teil der finanziellen Stabilisierung und der Sicherung von Lieferungen während des Krieges. Sollte die Blockade andauern, erhöht das die Risiken für den Haushalt und das Investitionsklima. Daher hat die Reaktion der EU nicht nur politische, sondern auch materielle Bedeutung: Von ihrer Umsetzung hängt ab, wie schnell die Ukraine Verteidigung und Wiederaufbau finanzieren kann.

Möglichkeiten, das Veto zu umgehen

Die Europäische Kommission und der Europäische Rat verfügen über rechtliche und finanzielle Instrumente, die es erlauben, beschlossene Entscheidungen auch gegen den Widerstand eines Mitgliedsstaats umzusetzen. Dazu zählen Überweisungsmechanismen über EU-Institutionen, Garantieinstrumente oder kombinierte Kredite mit Beteiligung privater Investoren und internationaler Finanzinstitutionen. Costa rief dazu auf, solche Instrumente zügig einzusetzen, um den Spielraum für weitere politische Erpressungsversuche zu verringern.

Kontext: Warum Ungarn zu einem solchen Schritt greift

Budapest begründet seine Entscheidung mit Energieinteressen – die Einstellung des Transits durch «Дружба» trifft unmittelbar seine energiewirtschaftliche Logistik. In der EU wird dies jedoch als ein Fall gesehen, in dem nationale Interessen versuchen, kollektive Entscheidungen zu blockieren, was die Prinzipien von Solidarität und offener Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten untergräbt.

Was Experten sagen

Analysten in Brüssel betonen: Wenn man einem Mitglied erlaubt, die Umsetzung von Ratsbeschlüssen aufgrund politischer Forderungen zu blockieren, würde das einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Viele Experten gehen davon aus, dass die EU auf rechtliche Mechanismen und finanzielle Konstruktionen setzen wird, um ihren Ruf als verlässlicher Partner der Ukraine zu bewahren.

Fazit

Der Streit um 90 Milliarden Euro ist ein Test für die EU-Institutionen: Haben sie den politischen Willen und die technischen Instrumente, um Worte in konkrete Zahlungen zu verwandeln? Für die Ukraine ist das keine theoretische, sondern eine praktische Frage: Davon hängt das Tempo der Finanzierung von Verteidigung und Wiederaufbau ab. Ob die Partner schnell und koordiniert handeln können, ist die zentrale Frage der kommenden Wochen.

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