Bucha hat ein Rehabilitationszentrum für 400 Kinder eröffnet — drei Jahre nach der Besatzung

In der Stadt, die zum Symbol der Kriegsverbrechen geworden ist, hat ein Zentrum für umfassende Entwicklung und Unterstützung von Kindern mit Behinderungen seine Arbeit aufgenommen. Es wurde fast zwei Jahre lang gebaut — während nur wenige Stadtblöcke entfernt weiterhin neue Beschießungen verzeichnet wurden.

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In der Gemeinde Bucha wurde ein Zentrum für umfassende Entwicklung und Unterstützung von Kindern eröffnet — ein Objekt, dessen Idee bereits im 2023 genehmigt worden war, als in der Gemeinde mehr als 350 Kinder mit Behinderungen gezählt wurden, die Rehabilitation benötigten. Jetzt sind es bereits etwa 400.

Die Zahl bleibt nicht stehen. Wie der Bürgermeister von Bucha, Anatolij Fedoruk, bei der Eröffnung einer eigenen Rehabilitationsabteilung im Jahr 2024 erklärte, «setzt sich die Zahl der Menschen mit Behinderungen in der Gemeinde weiter in die Höhe» — eine Folge sowohl der Vorkriegsbedürfnisse als auch neuer Verletzungen.

Was sich im Inneren befindet

Das Zentrum ist nicht einfach ein weiteres Physiotherapiezimmer. In einem Raum sind vier Dienste untergebracht:

  • Zentrum für Frühintervention — für Kinder von der Geburt bis etwa 3–4 Jahren mit Entwicklungsstörungen oder einem Risiko dafür;
  • Rehabilitationsabteilung für Kinder mit Behinderungen;
  • Tagesbetreuung;
  • Resilienzzentrum — psychologische Unterstützung für Kinder und Familien.

Das Arbeitsprinzip ist der «durchgehende Ablauf»: von der frühen Erkennung des Bedarfs bis zur langfristigen Begleitung. Das bedeutet, dass die Familie nicht jeden Spezialisten einzeln suchen und jedes Mal die Situation von Grund auf erklären muss.

Woher das Geld kommt — und warum das wichtig ist

Die Rehabilitation im Zentrum ist für alle Einwohner der Gemeinde kostenlos. Das Projekt wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Sozialpolitik und mit Haushaltsmitteln umgesetzt. Der Bestandteil Resilienzzentrum ist Teil des landesweiten Programms für psychische Gesundheit «Ти як?» der First Lady Olena Zelenska; seine Fachkräfte werden Trainingsprogramme unter Beteiligung von UNICEF und WHO absolvieren.

«Das Projekt wird nach dem Prinzip eines durchgehenden Hilfswegs funktionieren — von der frühen Erkennung von Bedarf bis zur langfristigen Unterstützung der Entwicklung des Kindes und der Resilienz der Familie».

Buchaer Stadtrat

Das Prinzip eines «One‑Stop‑Shops» für Kinder mit Behinderungen ist in der Ukraine nach wie vor selten: Die meisten Gemeinden haben entweder keinen einzigen Rehabilitationsdienst oder verstreute Praxen ohne Koordination untereinander. Bucha ist keine der größten Städte, aber eines der wenigen Beispiele, in denen der Dienst der Frühintervention bewusst eingeführt wurde — nach der Schulung von Fachkräften im Jahr 2025 gemeinsam mit Vertretern der Рокитнянської, Білоцерківської та Фастівської громад.

Ein Kontext, den man nicht ignorieren darf

Bucha war vor dem großflächigen Einmarsch eine Stadt mit rund 37.000 Einwohnern. Nach März 2022 wurde sie weltweit bekannt durch dokumentierte Kriegsverbrechen. Die Gemeinde baut derzeit gleichzeitig die Infrastruktur wieder auf und sieht sich mit neuen sozialen Bedürfnissen konfrontiert: Unter den Bewohnern befinden sich 549 Binnenvertriebene mit Behinderungen und mehr als 250 Veteranen, die infolge der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten haben.

Die Eröffnung des Zentrums ist kein triumphaler Schlusspunkt, sondern ein Arbeitsbeginn. Die eigentliche Frage wird in ein bis zwei Jahren auftreten: Wird die Finanzierung für den Unterhalt des multidisziplinären Teams nach dem Ende internationaler Fördermittel ausreichen — und wenn nicht, welche der vier Dienste wird die Gemeinde eigenständig weiterbetreiben können?

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