15 Minuten im Vatikan: Wie ein kurzes Gespräch den Ton zwischen Selenskyj und Trump veränderte

Der ukrainische Präsident bezeichnete sein Treffen mit Trump während der Beerdigung des Papstes als Wendepunkt. Was dies praktisch bedeutet, bleibt vorerst eine offene Frage.

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Wladimir Selenskyj erzählte, dass ein 15–20-minütiges Gespräch mit Donald Trump im Vatikan – anlässlich der Beerdigung von Papst Franziskus – der Moment war, nach dem sich der Ton ihrer Beziehungen änderte. Nach Aussage Selenskyjs war diese Begegnung „historisch" und eröffnete einen Raum für Dialog, den er direkt mit der Möglichkeit verbindet, Menschenleben zu retten.

Der Kontext ist wichtig. Vor dem Vatikan war die öffentliche Rhetorik zwischen den beiden Führungspersonen angespannt: Trump drängte Kiew zu Verhandlungen, Selenskyj verteidigte rote Linien. Das Treffen fand ohne Tagesordnung, ohne Delegationen statt – einfach zwei in einem Zimmer. Gerade dieses Format, wie der ukrainische Präsident verstehen lässt, funktionierte dort, wo offizielle Kanäle ins Stocken geraten waren.

Allerdings ist ein „geänderter Ton" nicht dasselbe wie eine „geänderte Politik". Washington hat nach dem Vatikan seine öffentlichen Forderungen an die Ukraine nicht überprüft, hat den Druck bezüglich territorialer Zugeständnisse nicht aufgehoben und hat keine neuen Unterstützungspakete angekündigt, die die Entspannung durch Taten untermauert hätten. Selenskyj spricht von einer Atmosphäre – und das ist ehrlich, aber Atmosphäre stoppt keine Raketen.

Das Phänomen der „Hinterzimmer-Diplomatie" ist bekannt: informeller Kontakt zwischen Führungspersonen kann tatsächlich Dinge unblockieren, die monatelang stillstehen. Aber es funktioniert nur, wenn konkrete Schritte folgen – Entscheidungen, Mechanismen, Verpflichtungen. Bisher hat Kiew ein Signal erhalten, dass Trump bereit ist zuzuhören. Ob er bereit ist, anders zu handeln als vor dem Vatikan, werden die nächsten paar Wochen des Verhandlungsprozesses zeigen.

Wenn auf die Entspannung in den Beziehungen bis Ende Mai kein spürbarer Schritt von seiten Washingtons folgt, wird Selenskyj das Vatikan-Treffen dann weiterhin öffentlich als Wendepunkt bezeichnen – oder wird er stillschweigend aufhören, sich darauf zu beziehen?

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