17 Monate – und die erste ukrainische Lenkflugbombe: Sprengkopf 250 kg, Piloten trainieren bereits Einsatzszenarien

Das Verteidigungsministerium hat die erste experimentelle Charge einer inländischen Flugbombe mit Lenkung gekauft, die von einem Teilnehmer des Programms Brave1 entwickelt wurde. Es handelt sich nicht um eine Anpassung einer westlichen oder sowjetischen Lösung – die Konstruktion ist eigenständig und wurde unter den Bedingungen dieses Krieges entwickelt.

134
Teilen:
Українська керована авіабомба (Фото: Міноборони)

Die Ukraine hat die Entwicklung ihrer ersten eigenen gesteuerten Fliegerbombe (KAB) abgeschlossen. Am 18. Mai teilte Verteidigungsminister Michajlo Fedorow mit, dass die Munition alle erforderlichen Tests bestanden hat und einsatzbereit ist. Das Verteidigungsministerium hat bereits die erste experimentelle Charge gekauft.

Was ist diese Bombe

Entwickler ist einer der Teilnehmer des Verteidigungsclusters Brave1 — eine staatliche Plattform zur Unterstützung von Verteidigungstechnologien. Das Projekt wurde durch ein Brave1-Stipendium finanziert und dauerte 17 Monate. Die Sprengladung beträgt 250 kg. Die KAB ist mit einem Lenksystem und einer aerodynamischen Steuerung ausgestattet, die es ermöglicht, Ziele aus Dutzenden Kilometern vom Abwurfpunkt entfernt zu treffen — Befestigungsanlagen, Kommandoposten, Objekte tief im gegnerischen Hinterland — ohne in die Reichweite der gegnerischen Luftabwehr zu gelangen.

«Dies ist keine Kopie westlicher oder sowjetischer Lösungen, sondern eine eigene Entwicklung ukrainischer Ingenieure zur wirksamen Bekämpfung von Befestigungen, Kommandoposten und anderen Zielen des Feindes über Dutzende Kilometer nach dem Start».

Michajlo Fedorow, Verteidigungsminister der Ukraine

In einem von Fedorow veröffentlichten Video ist der Testflug der Bombe nach dem Abwurf aus dem Flugzeug zu sehen. Der konkrete Hersteller und Träger werden nicht offengelegt.

Kontext: Warum braucht die Ukraine das

Seit 2023 setzt Russland massiv modernisierte sowjetische FAB-250, FAB-500 und FAB-1500 mit UMPK-Modulen ein — diese verwandeln billige Schwerkraftbomben in gesteuerte Segelflugzeuge. Su-34 und Su-35 werfen sie außerhalb der Reichweite der meisten ukrainischen Luftabwehrsysteme ab. Nach Einschätzung von Militäranalysten wurde der Masseneinsatz dieser Munition zu einem der Schlüsselfaktoren für den Druck auf die ukrainische Verteidigung in den Jahren 2024–2025. Bis zum Herbst 2025 erreichten verbesserte UMPK-PD-Versionen eine Reichweite von bis zu 95 km.

Die Ukraine antwortete in erster Linie mit Importen: amerikanische JDAM-ER, französische AASM Hammer, kleine Segelflugbomben GBU-39 SDB. Parallel zeigte das Unternehmen KB Medoid im Juni 2025 öffentlich sein eigenes Segelflugmodul für FAB-500 mit einer Reichweite von 60 km — praktisch Reverse-Engineering des UMPK mit Elementen der französischen Navigation. Die KAB von Brave1 ist ein separates Projekt mit eigener Sprengkopfkonstruktion.

Aktueller Stand

  • Das Verteidigungsministerium hat die erste experimentelle Charge gekauft — das Ausmaß wird nicht offengelegt.
  • Piloten üben Kampfszenarien und passen die Anwendung an reale Bedingungen an.
  • Fedorow kündigte eine Ausweitung der Produktion an, ohne Zeitrahmen oder Mengen anzugeben.
  • Eine Bestätigung des Einsatzes durch die ZSU oder unabhängige Quellen liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Die zentrale Frage ist jetzt nicht, ob die Bombe in Tests funktioniert — sondern ob die Produktionskapazität für die Serienproduktion ausreicht. Wenn Brave1 und das Verteidigungsministerium eine transparente Kette von der Zuschussfinanzierung zum Fließband gewährleisten, könnte die ukrainische KAB zur Systemlösung werden. Wenn nicht — bleibt sie ein Technologiedemonstrator mit gutem Video.

Weltnachrichten