Drohnenangriff auf Naftogaz-Anlagen in der Oblast Poltawa: 19. gezielte Operation, massive Brände und 200 Rettungskräfte

Russland setzt seine Kampagne gegen die Energieinfrastruktur der Ukraine fort. Der nächtliche Angriff in der Oblast Poltawa unterstreicht erneut den strategischen Charakter der Angriffe — warum das für die Energiesicherheit wichtig ist und wie schnell die Einsatzkräfte reagieren.

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Was passiert ist

In der Nacht zum Sonntag, den 8. Februar, haben russische Drohnen einen massiven Schlag auf Einrichtungen von Naftogaz in der Oblast Poltawa verübt. Der Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, Сергій Корецький, bestätigte den Treffer durch feindliche UAV: Nach Angaben des Unternehmens gibt es Zerstörungen an Anlagen und Ausrüstung, jedoch gibt es laut offiziellen Meldungen keine Verletzten.

„Notfallteams, technische Dienste und alle zuständigen Abteilungen arbeiten im verstärkten Modus an der Beseitigung der Folgen des Angriffs“

— Сергій Корецький, Vorstandsvorsitzender der NAK „Нафтогаз України“

Dieser Schlag war der 19. gezielte Angriff auf Naftogaz-Einrichtungen seit Jahresbeginn und deutet damit auf den systematischen Charakter der Angriffe auf die Energieinfrastruktur hin.

Reaktion der Rettungskräfte und Ausmaß

Nach Angaben des Staatlichen Dienstes für Notsituationen (ДСНС) wurden Brände an mehreren Objekten im Bezirk Myrhorod lokalisiert und gelöscht. An den Einsatzarbeiten waren rund 200 Rettungskräfte und etwa 60 Fahrzeuge beteiligt; die Brände wurden zügig bekämpft — Stand 11:16 Uhr waren die Flammen gelöscht.

„Im Bezirk Myrhorod kam es infolge direkter Treffer und des Absturzes von Drohnen-Trümmern an mehreren Anlagen eines Unternehmens zu Bränden“

— Віталій Дяківнич, Leiter der Oblastverwaltung Poltawa

Parallel wurden in der Nacht zum 7.–8. Februar landesweit Schläge durch Drohnen und Marschflugkörper registriert; nach Angaben des Premierministers Denys Shmyhal traf es Umspannwerke, Freileitungen und einzelne Wärmekraftwerke (unter anderem das Burschtyn- und das Dobrotwir-Kraftwerk), weshalb einige Regionen von Notabschaltungen der Stromversorgung betroffen waren.

Warum das wichtig ist

Angriffe auf die Energieversorgung haben weniger einen taktischen als einen strategischen Charakter: Systematische Schläge untergraben die Stabilität der Versorgung, schaffen das Risiko langwieriger Schäden an Anlagen und belasten die Wiederherstellungslogistik in der kalten Jahreszeit. Die wichtigsten Schlussfolgerungen sind derzeit:

  • Dies ist Teil einer koordinierten Kampagne, um die kritische Infrastruktur unter Druck zu setzen; allein in diesem Jahr gab es bereits dutzende Vorfälle.
  • Das schnelle Eingreifen der DSNS und der Einsatzteams minimierte Personenschäden, löst aber nicht das Problem der Wiederherstellung von Technik und Ausrüstung.
  • Notabschaltungen in den Regionen zeigen die Verwundbarkeit der Verteilernetze und den Bedarf an Reservequellen sowie an verstärktem Luftverteidigungs- und Schutzsystem für kritische Infrastruktur.

Wie es weitergeht

Kurzfristig hat die Wiederherstellung beschädigter Ausrüstung und die Sicherheit der Mitarbeitenden Priorität, langfristig geht es um die Erhöhung der Resilienz des Energiesystems, Diversifizierung der Lieferungen und internationale technische Unterstützung. Fachkreise weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit solcher Maßnahmen von der Geschwindigkeit der Lieferung von Ersatzteilen und Reparaturressourcen sowie vom Niveau des Luftschutzes für kritische Anlagen abhängt.

Offen bleibt die praktische Frage an Partner und staatliche Institutionen: Reichen die Kapazitäten für eine schnelle Wiederherstellung und Verstärkung des Schutzes aus — und wie wirkt sich das auf die Zeitpläne zur Wiederherstellung der Stromversorgung in den betroffenen Regionen aus?

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