Botswana verzeichnet Anstieg der Rekrutierung seiner Bürger in die russische Armee — Außenministerium erhält Anrufe von der Front

Zwei junge Männer im Alter von 19 und 20 Jahren kämpfen bereits an der Front. Botswana ist Teil eines Systems geworden, das nach Angaben von INPACT 35 afrikanische Länder umfasst und über 300 Menschenleben gefordert hat.

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Військовий армії РФ (Ілюстративне фото: ресурс окупантів)

Botswana ist zu der Liste afrikanischer Länder hinzugekommen, deren Bürger zum Kampf für Russland gelockt werden. Das Außenministerium des Landes teilte am 15. Dezember mit, dass eine Ermittlung eingeleitet worden ist.

Das Ministerium bestätigte, dass ihm Informationen über zwei junge Bürger — 19 und 20 Jahre alt — zugegangen sind, die Opfer eines betrügerischen Anwerbungsschemas wurden und nun an der Front kämpfen. Die Behörden Botswanas versuchen, sie zu finden und über diplomatische Kanäle nach Hause zurückzubringen.

„Die Zahl der Bürger Botswanas, die getäuscht und in solche Machenschaften verwickelt werden, nimmt mit alarmierendem Tempo zu".

Erklärung des Außenministeriums Botswanas, zit. nach Bloomberg

Das Ministerium berichtet auch, dass es weiterhin verzweifelte Anrufe von Bürgern erhält, die sich bereits an der Front befinden.

Mechanismus: Eine Arbeitsstelle als Falle

Ein Teil der Rekruten unterzeichnet verträge bewusst — unter dem Einfluss russischer Propaganda und Versprechungen relativ hoher Löhne. Andere werden durch Täuschung gezwungen, Vereinbarungen in einer Sprache zu unterzeichnen, die sie nicht verstehen, und werden nach minimaler Ausbildung an die Front geschickt.

Die Werbung versprach attraktive Boni, die letztendlich nie ausbezahlt wurden. Nach Angaben von INPACT starben 316 der angeworbenen Rekruten im Kampf — durchschnittlich sechs Monate nach ihrer Ankunft. 51 Afrikaner starben innerhalb des ersten Monats ihres Dienstes.

Russland nutzt Afrikaner auch in seiner Rüstungsindustrie: Bestätigte Daten zeigen die Anwesenheit von Hunderten von Rekruten — überwiegend junge Frauen — in Drohnen­fabrik­en, insbesondere in der Fabrik „Alabuga" 1000 km von Moskau entfernt. Ihnen wurde „Fachschulung" in Logistik und Gastgewerbe versprochen, stattdessen wurden sie zum Zusammenbau von Kampfdrohnen gezwungen.

Ausmaß: 35 Länder, über 1400 Personen

Nach einem Bericht der Schweizer Forschungsgruppe INPACT vom Februar unterzeichneten von Januar 2023 bis September 2025 über 1400 Afrikaner aus 35 Ländern Verträge mit der russischen Armee — über 300 von ihnen starben innerhalb weniger Monate nach ihrer Ankunft an der Front.

„Die Anwerbung von Afrikanern ist kein isoliertes Phänomen, sondern der Kern einer absichtlichen und organisierten Strategie", stellt INPACT fest. „Diese Rekruten werden in Stoßwellen integriert, die die ukrainische Verteidigung durchbrechen sollen — als Instrument einer Abnutzungsstrategie".

Die Reaktion afrikanischer Regierungen unterscheidet sich: Ghana kündigte eine Zusammenarbeit mit dem russischen Außenministerium an, um betrügerische Anwerbung zu beenden, während Kenia einen härteren Weg wählte — die Auflösung von Anwerbungsagenturen. Doch die meisten betroffenen Staaten vermeiden offenbar einen Bruch mit Moskau.

Demografische Anfälligkeit

Afrika erlebt einen demografischen Wandel: etwa 60 % der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre, die Jugendarbeitslosigkeit nimmt zu. Genau diesen Mangel an legalen Möglichkeiten verwandelt Russland in eine Anwerbungsressource.

Botswana ist ein relativ stabiles Land mit einem der höchsten BIP pro Kopf in Afrika südlich der Sahara. Wenn die Anwerbung auch dort angekommen ist, deutet dies darauf hin, dass das Schema nicht nur auf die ärmsten Länder abzielt.

Wie wirksam diplomatischer Druck den Strom von Opfern aufhalten wird, hängt davon ab, ob afrikanische Regierungen konkrete Maßnahmen ergreifen: Austausch operativer Daten über Anwerbungsnetzwerke und strafrechtliche Verfolgung von Vermittlern innerhalb ihrer Länder. Bislang hat kein Land Urteile in ähnlichen Fällen veröffentlicht.

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