Was passiert ist
Die Financial Times berichtet unter Berufung auf nicht genannte Vertreter westlicher Nachrichtendienste: Anwerber, die mit der terroristischen Gruppe „Wagner“ verbunden sind, haben sich von direkten Kämpfen gegen die Ukraine auf die Organisation von Sabotage- und Diversionsaktionen in EU- und NATO-Ländern verlegt. Nach Einschätzung der Dienste wählen sie anfällige Einheimische aus und nutzen Vermittler, um Operationen auf dem Gebiet der Verbündeten durchzuführen.
Wie die Rekrutierung funktioniert und welche Aufgaben gestellt werden
Die Nachrichtendienste registrieren, dass Anwerber und Propagandisten von „Wagner“ bekannte Mittel einsetzen: von direkten finanziellen Anreizen bis zu Manipulationen in sozialen Medien. Den Agenten wurden Aufgaben unterschiedlicher Art gestellt — vom Anzünden von Autos von Politikern und Lagern mit Hilfsgütern für die Ukraine bis hin zu Informationsprovokationen, die die Aktivität „extremistischer“ Gruppen simulieren sollten.
„Das Netzwerk ‚Wagner‘ in Europa hat sich als grobes, aber effektives Instrument erwiesen — es verbindet Anwerber, lokale Kontakte und propagandistische Ressourcen“
— ein hochrangiger Vertreter eines europäischen Nachrichtendienstes (Zitat nach FT)
Kontext: nicht nur „Wagner“
Analysten betonen: An den Operationen in Europa sind auch andere russische Dienste beteiligt — GRU und FSB — die früher kriminelle Netzwerke und Diaspora-Gemeinschaften nutzten. Nach Ausweisungen von Diplomaten und verstärkter Gegenaufklärung verlässt sich der Kreml jedoch zunehmend auf Vermittler, darunter ehemalige Söldner und Propagandagruppen.
Belege und Zahlen
Strafverfolgungsbehörden dokumentieren konkrete Fälle: Im Herbst 2025 meldeten die Polizei der Ukraine und Moldaus die Aufdeckung eines Netzwerks — es wurden rund 654 mit bewaffneten Gruppen verbundene Personen und mehrere Verdachtsmomente genannt. Im Januar 2026 wurden zwei moldauische Staatsbürger und ein Ukrainer in Zusammenhang mit „Wagner“ verdächtigt. Diese Fälle zeigen das Ausmaß des Problems und den Übergang von Gefechten zu geheimdienstlicher Arbeit im Hinterland.
Was das für die Ukraine und die Verbündeten bedeutet
Für die Ukraine ist das Risiko zweifach. Erstens zielen Sabotageaktionen in Europa darauf ab, den Willen westlicher Partner zu schwächen — das wirkt sich direkt auf Hilfsströme und politische Unterstützung aus. Zweitens richten sich Teile der Anwerbungen potenziell auf verwundbare Punkte in der Logistik und kritischen Infrastruktur, was direkte Auswirkungen an der Front haben kann.
„Das ist nicht nur eine Frage der Politik — das ist Praxis: Wenn die Lücken beim Austausch von Geheimdienstinformationen und beim Schutz der Lieferketten nicht geschlossen werden, werden die Folgen nicht nur Europa, sondern auch die ukrainische Front zu spüren bekommen“
— ein Experte für europäische Sicherheit
Was bereits unternommen wurde und was weiter getan werden muss
Einige Länder reagierten mit Ausweisungen von Diplomaten und Ermittlungen — diese Maßnahmen haben Teile der Netzwerke geschwächt. Experten fordern jedoch systematische Schritte: die gemeinsame Überwachung sozialer Medien und von Finanzströmen verstärken, Auslieferungsverfahren beschleunigen, kritische Logistikknoten schützen und die Aufdeckung von Anwerbeschemata zwischen den Strafverfolgungsbehörden der EU, der NATO und der Ukraine koordinieren.
Fazit
Nach Angaben der FT und westlicher Nachrichtendienste transformieren „Wagner“ und andere russische Strukturen ihre Taktik — von Gefechten an der Front zu verdeckten Operationen im Hinterland. Das ist ein logischer Schritt in einem hybriden Krieg: Wenn die Front nicht gebrochen werden kann, versucht man die Unterstützung im Rückraum zu untergraben. Nun sind die Partner gefordert: Erklärungen und Bekundungen müssen in reale Schutzmechanismen überführt werden — vom Austausch von Geheimdienstinformationen bis zu operativen Gegenmaßnahmen.