‚Historischer Scheiß‘ und Diplomatie: Was Selenskyjs Antwort an Putin für den Verhandlungsprozess bedeutet

In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern konkrete Ergebnisse. In einem Interview mit Piers Morgan lehnt Selenskyj historische Dispute mit Putin ab und stellt die rasche Beendigung des Krieges in den Vordergrund — mit Fokus auf die Sicherheit der Ukrainer und auf konkrete Vereinbarungen.

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Володимир Зеленський (Фото: Офіс президента)

Warum das wichtig ist

Der Präsident setzt den Rahmen für die Verhandlungen: statt sich in historischen Streitfragen zu verlieren, zeigt Wolodymyr Selenskyj einen pragmatischen Ansatz — Zeit- und politische Verluste zu minimieren und sich auf Mechanismen für einen Waffenstillstand und Sicherheitsgarantien zu konzentrieren. Diese Botschaft richtet sich nicht nur an Putin, sondern auch an westliche Partner, die die diplomatische Bereitschaft Kiews bewerten.

Was Selenskyj sagte

"Ich muss nicht meine Zeit mit historischen Fragen verschwenden, mit den Gründen, warum er angefangen hat, mit all dem Scheiß, wie ich finde... Um diesen Krieg zu beenden und den diplomatischen Weg zu gehen, brauche ich all diesen historischen Scheiß nicht, wirklich"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine (Interview mit Piers Morgan)

Im selben Gespräch fügte der Präsident hinzu, dass er nicht daran interessiert sei, in persönliche Beleidigungen zu verfallen, aber auf einer praktischen Agenda bestehe: ein rasches Ende der Kampfhandlungen und konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine.

Die Position der Ukraine: Fokus auf Ergebnisse

Anstatt in historischen Argumenten zu verharren, setzt Kiew auf Mechanismen und Ergebnisse: Waffenstillstand, Rückkehr der Gefangenen, verifizierte Grenzen und Sicherheitsgarantien. Dieser Ansatz ist logisch — historische Debatten laufen Gefahr, zum Instrument der Verzögerung zu werden, und der Preis dafür sind Menschenleben und Territorien.

Was das für die Verhandlungen bedeutet

Erstens ein Signal an die Partner: Die Ukraine ist zu Verhandlungen bereit, aber zu ihren Bedingungen — mit Schwerpunkt auf Sicherheit und der Umsetzung von Vereinbarungen, nicht auf emotionalen oder pseudo-historischen Ansprüchen. Zweitens verändert dies den Ton im Genfer Format: Der Schwerpunkt verlagert sich von Ideologie auf praktische Schritte, bei denen die Bewertung auf der Umsetzung und nicht auf rhetorischen Gesten beruhen wird.

Kontext: Genfer Verhandlungen

Nach dem dritten Runde stellte der Präsident Fortschritte im militärischen Bereich fest, aber in politischen Fragen sei das Vorankommen begrenzt gewesen. Die ukrainische Delegation bereitet sich auf die vierte Runde in der Schweiz vor; Details werden nach Vorlage des vollständigen Berichts der Verhandler verfügbar sein.

"Ich habe nichts Persönliches gegen ihn. Keine Emotionen... Ich versuche einfach, diesen Krieg zu beenden"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine (Interview mit Piers Morgan)

Folgen und Prognose

Die Tonalität der Aussage hat ein praktisches Ziel: die internationale Aufmerksamkeit auf konkrete Schritte zu lenken und nicht auf historische Streitigkeiten, die Russland zur Legitimierung seiner Handlungen nutzen könnte. Nun liegt es an den Partnern — von Worten zu Instrumenten zu kommen: Sanktionen, diplomatischer Druck und Sicherheitsgarantien müssen in Mechanismen umgewandelt werden, die die Umsetzung der Vereinbarungen sicherstellen.

Die Frage bleibt: Werden die internationalen Akteure zustimmen, die Unterstützung in ein Format zu überführen, das den diplomatischen Fokus Kiews in reale Ergebnisse verwandelt? Davon hängen Tempo und Nachhaltigkeit jeder Friedensregelung ab.

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