Was geschah
Am 18. Februar veröffentlichte die italienische Regierung eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre kategorische Ablehnung des Beschlusses des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) äußerte, sechs russischen und vier belarussischen Sportlern zu erlauben, bei den Paralympischen Spielen Mailand—Cortina 2026 unter nationalen Emblemen und mit der Nationalhymne anzutreten. Die Information zur Position der italienischen Regierung verbreitete UNN; unterzeichnet wurde die Erklärung vom Vizepremier und Außenminister Antonio Tajani und dem Sportminister Andrea Abodi.
„Die italienische Regierung bringt ihre kategorische Ablehnung des Beschlusses des Internationalen Paralympischen Komitees zum Ausdruck, sechs russischen und vier belarussischen Sportlern die Teilnahme an den Paralympischen Spielen Mailand—Cortina 2026 unter ihren nationalen Emblemen, einschließlich der Nationalhymne, zu gestatten.“
— Italienische Regierung (Antonio Tajani, Andrea Abodi)
Warum das wichtig ist
Die Entscheidung des IPC betrifft nicht nur einzelne Sportler. Sie schafft einen Präzedenzfall für die Rückkehr staatlicher Symbole von Aggressorstaaten in den internationalen Sportraum. Für die Ukraine hat diese Frage drei Dimensionen: eine moralische (Respekt gegenüber den Opfern der Aggression), eine sicherheitspolitische (Auswirkungen auf Teilnahme und Schutz ukrainischer Delegationen) und eine reputationsbezogene (ob Sanktionen und Isolation politischen Druck auf die Führung Russlands aufrechterhalten).
Soziales und diplomatisches Signal: Wenn internationale Organisationen die öffentliche Symbolik eines kriegführenden Staates zulassen, wird dies als Zugeständnis oder Normalisierung wahrgenommen. Genau deshalb hat Italien gemeinsam mit 33 anderen Ländern und der Europäischen Kommission gehandelt — ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung des IPC weitreichende internationale Besorgnis ausgelöst hat.
Internationale Reaktion
Neben Italien haben einzelne europäische Institutionen und Politiker bereits zu Boykotten und zur Überprüfung der Teilnahme an der Eröffnungsfeier aufgerufen. In einer Erklärung eines EU-Kommissars wurde hervorgehoben, dass das fortwährende Brechen des Waffenstillstands durch Russland und die Rolle von Belarus eine vollständige Wiedereingliederung ihrer paralympischen Strukturen unvereinbar mit den Werten der Spiele macht.
„Das fortwährende Brechen des Waffenstillstands durch Russland und die von Belarus unterstützte Untergrabung olympischer und paralympischer Ideale ist unvereinbar mit der Teilnahme ihrer Sportler an den Spielen, außer als neutrale Einzelathletinnen und -athleten.“
— EU-Kommissar
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, nannte die Entscheidung des IPC „schmutzig“ und „entsetzlich“, womit er die Haltung vieler ukrainischer Amtsträger und der Öffentlichkeit widerspiegelte, die eine vollumfängliche Reintegration staatlicher Symbole des Aggressors in internationale Veranstaltungen für unmöglich halten.
„Das ist eine schmutzige und entsetzlich Entscheidung.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Wie es weitergehen könnte
Es gibt mehrere realistische Szenarien: Das IPC könnte dem Druck von Staaten und EU-Organen nachgeben und die Entscheidung überprüfen; es könnte den Status quo belassen, aber mit diplomatischen Sanktionen, Boykotten oder der Verweigerung der Teilnahme einzelner Delegationen an Zeremonien konfrontiert werden; oder die Reaktion könnte die Politisierung des Spitzensports weiter verstärken, was langfristige Risiken für den apolitischen Status internationaler Verbände schafft.
Was das für die Ukraine bedeutet: Es gilt darauf zu drängen, dass politische Erklärungen der Partner in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden — von diplomatischem Druck bis zur Koordination über das Format der Teilnahme von Sportlern aus Aggressorstaaten. Gleichzeitig ist es wichtig, die ukrainischen Paralympioniken, die sich auf die Spiele vorbereiten, zu unterstützen und ihre Sicherheit sowie moralische Unterstützung zu gewährleisten.
Nun sind das IPC und die Länder, die Protest angekündigt haben, am Zug: Die Deklarationen müssen in konkrete Schritte münden, damit der Sport nicht zum Instrument der Legitimierung von Aggression wird. Ob die Partner zu koordiniertem Handeln bereit sind, wird nicht nur die Atmosphäre in Mailand 2026 bestimmen, sondern auch die Standards der internationalen Gemeinschaft im Umgang mit ähnlichen Herausforderungen.