Kim Jong Un als Generalsekretär wiedergewählt: Stabilität des Regimes und Risiken für die Sicherheit der Ukraine

Die Wiederwahl von Kim Jong Un ist nicht nur ein Ritual zur Selbststärkung des Regimes in Nordkorea. Sie ist ein Signal für die Fortsetzung des Kurses zur militärischen Modernisierung und für die Vertiefung der Beziehungen zu Russland — Faktoren, die direkt die Sicherheitsinteressen der Ukraine betreffen.

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Кім Чен Ин (Фото: ЕРА)

Was passiert ist

Kim Jong Un wurde auf dem neunten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei Nordkoreas erneut zum Generalsekretär gewählt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die vorige formelle Bestätigung dieses Amtes erfolgte am 11. Januar 2021; faktisch ist Kim seit Dezember 2011 an der Macht, nach dem Tod seines Vorgängers.

"...die militärische Abschreckungsfähigkeit des Landes hat sich radikal verbessert..."

— KCNA, staatliche Nachrichtenagentur

Kontext: warum das für uns wichtig ist

Die Wiederwahl bedeutet nicht nur eine innere Legitimierung des Führers, sondern auch die Fortsetzung der außenpolitischen Linie des Regimes — mit Schwerpunkt auf dem Ausbau militärischer Kapazitäten und dem Auf- und Ausbau strategischer Verbindungen. Für die Ukraine hat das drei zentrale Dimensionen.

Atomare und marine Modernisierung. Im Dezember 2025 stellte Nordkorea ein erstes nuklearbetriebenes U-Boot vor. Zwar gibt es keine offiziellen Bestätigungen für externe Hilfe, doch schließen Experten die Beteiligung fremder Technologien und Materialien nicht aus, was die weltweite Ungleichheit beim Zugang zu komplexen Waffensystemen erhöht.

Militärische Zusammenarbeit mit Russland. Laut ukrainischer Nachrichtendienste und anderer Quellen ist Nordkorea bereits in die Unterstützung des russischen militärischen Potenzials eingebunden — von der Bereitstellung von Personal bis hin zu möglichen technischen Lösungen. Das ist keine abstrakte Bedrohung: Solche Verbindungen beeinflussen direkt den Verlauf des Kriegs gegen die Ukraine.

Direkte Informationen aus der Aufklärung. Die Hauptverwaltung der Aufklärung der Ukraine (GUR) meldete die Anwesenheit nordkoreanischer Militärangehöriger in der Region Kursk auf Seiten Russlands — ein weiterer Indikator für den Zustrom von Ressourcen und Personal in die Konfliktherde.

"nordkoreanische Soldaten kämpfen weiterhin für Russland in der Region Kursk"

— Hauptverwaltung der Aufklärung der Ukraine (GUR)

Personelle Perspektive und internationale Reaktionen

Reuters hebt das Fehlen von Kims Tochter Ju Ae bei der Konferenz hervor, die zuvor in Gesprächen über eine mögliche Nachfolge erwähnt worden war. Das unterstreicht: In Pjöngjang ist derzeit die Konsolidierung der bestehenden Machtstruktur wichtiger als ein öffentlicher Generationenwechsel.

Wie es weitergeht: kurze Prognose

Die Wiederwahl ist ein Signal für die Stabilität des Regimes und die Fortsetzung des Kurses hin zu militärischer Stärke. Für die Ukraine bedeutet das, die Aufklärungs- und Diplomatiearbeit zu verstärken: Lieferketten zu überwachen, Umgehungswege von Sanktionen zu unterbinden und sich mit Partnern abzustimmen, um technischer Hilfe entgegenzuwirken, die die russische Aggression stärkt.

Die Frage drängt sich auf: Bleibt das nur ein Ritual innerer Legitimierung, oder wird es zum Katalysator für eine neue Welle militärisch-technischer Unterstützung für Russland? Davon wird viel abhängen, wie schnell und koordiniert die internationale Gemeinschaft reagiert.

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