Chinesischer Satellit über amerikanischen Basen: Wie der KVIR Geheimdienste aus der Umlaufbahn erhielt

Iranische Militärs nutzten den chinesischen Kommerzialsatelliten TEE-01B zur Zielführung von Angriffen auf US-Basen im Nahen Osten. Peking schweigt, Trump schreibt Briefe — und warnt bereits vor «großen Problemen».

323
Teilen:
Запуск супутника-розвідника, ілюстративний знімок (фото: ЕРА)

Als am 27. März 2026 iranische Raketen und Drohnen die Luftwaffenbasis Prinz Sultan in Saudi-Arabien angriffen und amerikanische Tankflugzeuge beschädigten, hatten die Kommandeure des Korps der Islamischen Revolutionsgarden bereits Satellitenaufnahmen des Ziels vor sich — gemacht drei Tage vor dem Angriff. Die Quelle dieser Aufnahmen hat eine Untersuchung der Financial Times erst jetzt ermittelt.

Das Schema: Kommerzieller Satellit — militärischer Auftrag

Die Luft- und Raumfahrtkräfte der IRGC erwarben den Satelliten TEE-01B Ende 2024. Hergestellt und von chinesischem Territorium aus gestartet wurde er von dem Unternehmen Earth Eye Co — nach dem Modell der „in-orbit delivery", wenn der Apparat nach dem Start ins All rechtlich an den ausländischen Auftraggeber übertragen wird. Der Vertrag wurde in Yuan geschlossen.

Parallel dazu erhielt die IRGC Zugang zu den kommerziellen Bodenftationen von Emposat — eines Pekinger Anbieters für Satellitenverwaltung mit einem Netzwerk in Asien, Lateinamerika und anderen Regionen. Das heißt, die iranischen Militärs steuerten das Raumfahrzeug über chinesische Infrastruktur — rechtlich „zivil".

„Man kann einfach nicht auf eine chinesische Bodenstation schießen, die sich in einem anderen Land befindet".

— amerikanischer Satellitenraumfahrtexperte, zitiert von The Irish Times

Genau darin liegt der strategische Wert des Schemas für Teheran: Die Verletzlichkeit eigener Objekte wird auf chinesische Vermögenswerte verlagert, die die USA und Israel nicht anzugreifen wagen.

Was der Satellit erfasste und wann

Nach Angaben der FT zeigen Zeitstempel und Orbitalanalyse: TEE-01B fotografierte die Luftwaffenbasis Prinz Sultan am 13., 14. und 15. März — zwei Wochen vor dem Angriff darauf. Das heißt, der Satellit wurde nicht zur passiven Überwachung, sondern zur gezielten Vorbereitung konkreter Operationen genutzt.

  • Ziel: amerikanische Militärbasen im Nahen Osten
  • Methode: Aufnahmen vor und nach Raketen- und Drohnenangriffen zur Schadensabschätzung
  • Abdeckung: Saudi-Arabien und andere Objekte in der Region

Peking schweigt, Washington warnt

Der Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington, Liu Pengyu, wies die Anfragen als „Desinformation mit spekulativen Anspielungen" zurück und betonte, dass China „eine objektive Position vertritt und sich um Verhandlungen bemüht". Earth Eye, Emposat sowie die Ministerien für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung der VR China antworteten nicht auf die Anfragen.

Das Weiße Haus kommentierte den Zusammenhang zwischen Emposat und der IRGC nicht direkt — stattdessen berief sich die Pressesprecherin auf Worte Trumps, die am Tag vor der Veröffentlichung geäußert wurden: Wenn China den Iran mit Luftabwehrsystemen versorgt, werde es „große Probleme" haben. Nach Angaben von Bloomberg versicherte Xi Jinping in einem Brief an Trump, dass Peking Teheran keine Waffen liefert.

Die FT-Untersuchung beschreibt jedoch nicht eine zukünftige Vereinbarung — sondern eine bereits durchgeführte. Und die nicht zwischen zwei Regierungen, sondern zwischen der IRGC und chinesischen Privatunternehmen, die formal nicht unter Sanktionsbeschränkungen fallen.

Warum dies über das iranische Dossier hinaus wichtig ist

China ist der größte Handelspartner der Länder am Persischen Golf und Hauptkäufer ihres Öls. Der Beweis, dass chinesische Satelliteninfrastruktur zur Zielausrichtung von Angriffen auf Basen in Saudi-Arabien genutzt wurde, bringt Peking in eine äußerst unbequeme Position gegenüber mehreren Zielgruppen — nicht nur Washington.

Das Modell „in-orbit delivery" — die Übergabe des Apparats nach dem Start — ist bereits ein Instrument zur Umgehung der Exportkontrolle geworden. Sollte die USA keine Sanktionen direkt gegen Earth Eye und Emposat verhängen, bleibt das Schema einsatzfähig: Der nächste Käufer kann jeder sein.

Die Frage ist nicht, ob Peking wusste — sondern ob Washington bis zum Maitre mit Xi Sanktionen gegen chinesische Unternehmen verhängen wird: Wenn nicht, wird das Signal für den Markt eindeutig sein.

Weltnachrichten