Mobilisierung von 18-Jährigen und Einberufung von Frauen: Palisa nannte die einzige Bedingung, unter der die Frage wieder aufgerollt wird

Stellvertreter des Leiters des Präsidentenamtes, Brigadegeneral Pawlo Palisa, erklärte, warum die Senkung des Mobilisierungsalters und die Zwangsrekrutierung von Frauen nicht diskutiert werden – und was genau sich ändern muss, damit diese Themen auf die Tagesordnung kommen.

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Павло Паліса (Фото: Офіс президента)

Das Präsidentenamt hat eine klare Position verankert: Eine Senkung des Mobilisierungsalters von 25 auf 18–22 Jahre, Beschränkungen für Auslandsreisen junger Männer und eine Zwangsmobilisierung von Frauen werden derzeit nicht in Betracht gezogen — nicht einmal auf der Ebene einer Risikobewertung erörtert. Dies erklärte der stellvertretende Leiter des Präsidentenamtes, Brigadegeneral Pavlo Palisa, in einem Interview mit dem 24. Kanal.

«Derzeit wird die Frage einer Senkung des Mobilisierungsalters und einer Beschränkung von Auslandsreisen nicht erörtert. Alles wird von der Situation an der Front abhängen, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird diese Frage nicht erörtert, nicht einmal auf der Ebene einer Risikobewertung diskutiert».

Pavlo Palisa, stellvertretender Leiter des Präsidentenamtes

Somit ist die einzige öffentlich genannte Bedingung für eine Überprüfung die Dynamik an der Front. Kein konkreter Schwellenwert: weder Verluste noch Geschwindigkeit des feindlichen Vormarschs. Dies gibt den Behörden Flexibilität in der Rhetorik, aber der Gesellschaft keine Orientierungspunkte.

Frauen — nur unter Vertrag, aber das Verteidigungsministerium bereitet ein «attraktives» Programm vor

Bezüglich Frauen war Palisa konkreter: Es gibt und wird keine Zwangsmobilisierung geben. Gleichzeitig bestätigte er, dass das Verteidigungsministerium ein neues Vertragsprogramm vorbereitet.

«Von einer Mobilisierung von Frauen ist derzeit nicht die Rede. Das ist eine freiwillige Angelegenheit. Frauen können genau wie Männer einen Vertrag unter allgemeinen Bedingungen unterzeichnen».

Pavlo Palisa

Auf die Frage nach vereinfachten oder kürzeren Verträgen für Frauen antwortete er, dass die Bedingungen für alle gleich sein werden — und «sehr attraktiv». Details des Programms gab er nicht preis.

Früher, im April 2025, äußerte sich Palisa in einem Interview mit Bihus.Info zu diesem Thema anders: Er ließ offen, die israelische Erfahrung in Betracht zu ziehen — wo Frauen einen obligatorischen Wehrdienst ableisten. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf Freiwilligkeit.

Budanow — in dieselbe Richtung, aber von anderer Seite

Der Leiter des Präsidentenamtes Kyrylo Budanow formulierte die Position härter. Seiner Aussage nach würde eine Massenmobilisierung von Jungen im Alter von 18–25 Jahren durch Zwangsmechanismen «die Zukunft des Staates und eine ganze Generation zerstören». Diese These erklärt, warum das Präsidentenamt sich dem Thema Jugendzwangsmobilisierung auch unter Bedingungen eines langwierigen Krieges der Abnutzung fernhält.

Was nicht laut ausgesprochen wird

  • Im August 2025 hat die Behörde bereits Männern im Alter von 18–22 Jahren die Ausreise erlaubt — ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung von Beschränkungen.
  • Palisa bestätigte auch eine positive Dynamik bei der freiwilligen Mobilisierung in den letzten vier Monaten — dies ist eines der Argumente gegen eine Ausweitung von Zwangsmechanismen.
  • Das neue System der garantierten monatlichen Truppenauffüllung an der Front, das Palisa separat ankündigte, soll die Nachfrage nach «Menge» durch Vorhersehbarkeit des «Flusses» reduzieren.

Die Position des Präsidentenamtes bleibt stabil: Eine Ausweitung des Kreises der Wehrpflichtigen ist ein letztes Mittel, kein aktueller Plan. Aber «es hängt von der Situation an der Front ab» — das ist keine Antwort, sondern eine Aufschubung der Antwort. Wenn das Tempo der Verluste und Rotationen nicht durch freiwillige Rekrutierung gedeckt wird, wird die Frage zurückkehren — und dann muss die Behörde nicht nur die Bedingung, sondern auch einen konkreten Schwellenwert nennen.

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