Warum das jetzt wichtig ist
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat ein Untersuchungsverfahren gegen FIFA‑Präsident Gianni Infantino eingeleitet, nachdem er an einer Sitzung des sogenannten „Friedensrats“ in Washington teilgenommen hatte, bei der eine Vereinbarung über die Investition von 75 Millionen Dollar in die Fußballinfrastruktur des Gazastreifens unterzeichnet wurde. Über die Initiative berichteten AP und UNN; dies war der Anlass für die Prüfung im Hinblick auf die Wahrung des Prinzips politischer Neutralität.
Was genau passiert ist
Infantino nahm an einer von Ex‑US‑Präsident Donald Trump initiierten Veranstaltung teil, bei der finanzielle Abkommen zur Entwicklung des Fußballs im Gazastreifen unterzeichnet wurden. Das IOC weist darauf hin, dass die Olympische Charta von ihren Mitgliedern verlangt, politische Gesten zu vermeiden, die die Neutralität sportlicher Institutionen in Frage stellen könnten.
„Die Olympische Charta legt sehr deutlich fest, was sie von ihren Mitgliedern erwartet. Wir werden eine Untersuchung der Unterzeichnung der Dokumente durchführen, da das IOC politisch neutral bleiben muss, um die Integrität des Sports zu gewährleisten.“
— Кірсті Ковентрі, президентка МОК (заява, 20 лютого, Мілан)
Hintergrund: Infantinos Positionen, die Besorgnis erregen
Infantino hat wiederholt Äußerungen getätigt, die Kritik hervorriefen. Anfang Februar 2026 sprach er sich offen für die Rückkehr der russischen Nationalmannschaft in internationale Wettbewerbe aus, was eine scharfe Reaktion des ukrainischen Sportministeriums auslöste. Wegen solcher Schritte des FIFA‑Chefs wurde er zudem in die Datenbank der Website „Миротворець“ aufgenommen.
„Diese Handlungen sind infantil und verantwortungslos — den Sport von einer Realität zu trennen, in der Menschen sterben, bedeutet, Verbrechen zu legitimieren.“
— Матвій Бідний, міністр спорту України
Folgen für FIFA, IOC und die Ukraine
Die Untersuchung des IOC ist nicht nur eine interne Verfahrensmaßnahme. Sie stellt Fragen nach den Grenzen zwischen humanitären Initiativen, Diplomatie und politischer Unterstützung. Für die FIFA besteht das Risiko von Reputationsverlusten und erhöhter Kontrolle durch andere Sportinstitutionen. Für die Ukraine ist es ein weiteres Signal, dass internationale Sportorganisationen den Kontext des Krieges nicht ignorieren können: Jegliche Schritte, die als Normalisierung des Aggressors oder als Zusammenarbeit mit medial und politisch engagierten Akteuren wahrgenommen werden, werden Konsequenzen haben.
Experten und Kommentatoren, unter anderem bei AP, betonen, dass die Teilnahme von Sportfunktionären an politisch gefärbten Veranstaltungen einen Präzedenzfall schafft, der schwer zu kontrollieren ist. Wenn internationale Organisationen hybride Kooperationsformate ohne klare Regeln zulassen, schwächt das die Mechanismen zum Schutz der Neutralität und der Rechenschaftspflicht im Sport.
Wie es weitergeht — Szenarien
Das IOC wird offizielle Erklärungen von Infantino verlangen; mögliche Konsequenzen reichen von offiziellen Verwarnungen bis zu disziplinarischen Maßnahmen, je nach Ergebnis der Untersuchung. Außerdem wird die Angelegenheit zusätzlichen Druck auf die FIFA hinsichtlich der Transparenz ihrer Verbindungen zu politischen Akteuren ausüben, insbesondere im Kontext der Vorbereitung auf die WM 2026.
Für die Ukraine ist es wichtig, weiterhin auf belegbare Argumente zu setzen: aufzuzeigen, wie bestimmte Entscheidungen die Sicherheit und die moralische Legitimität des internationalen Sports beeinflussen. Die Frage an die Partner bleibt offen: Werden die Sportinstitutionen der Versuchung politischer Vorteile widerstehen, wenn Reputation und Prinzipien auf dem Spiel stehen?