Auszeichnung als Antwort: Selenskyj verlieh Heraskevych den Orden der Freiheit nach der Disqualifikation durch das IOC

Der Präsident zeichnete den Skeletonfahrer für den „Gedenkhelm“ aus — das ist nicht nur ein Akt der Unterstützung des Sportlers, sondern ein klares Signal für die Werte, die die Ukraine auf die internationale Bühne trägt.

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Владислав Гераскевич (Фото: Facebook-акаунт спортсмена)

Was passiert ist

Am 12. Februar 2026 hat Präsident Wolodymyr Selenskyj per Dekret Nr. 119/2026 Vladyslav Heraskevych mit dem Orden der Freiheit ausgezeichnet. Die Entscheidung erschien auf der Website des Präsidialamts als Reaktion auf die Disqualifikation des Sportlers bei den Olympischen Spielen wegen des Tragens des sogenannten „Gedenkhelms“.

Kurz zur Chronologie

Am 9. Februar teilte Heraskevych mit, dass ein Vertreter des IOC das Tragen eines Helms mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler untersagt habe. Das NOK der Ukraine wandte sich an das IOC mit der Bitte, seinen Start in diesem Helm zu erlauben. Am 10. Februar gestattete das IOC stattdessen das Tragen eines schwarzen Stirnbands, entschied aber am 12. Februar über die Disqualifikation mit der Begründung, der Helm „entspreche nicht den Regeln“.

Warum das wichtig ist

Die Auszeichnung ist nicht nur ein Akt der Solidarität mit einem einzelnen Athleten. Sie sendet eine doppelte Botschaft: nach innen — Unterstützung des nationalen Gedenkens und der Moral während des Krieges; nach außen — ein Vorwurf an internationale Institutionen hinsichtlich der Interpretation olympischer Regeln im Kontext der Aggression gegen die Ukraine.

In seiner Erklärung verband Selenskyj das Thema direkt mit Verstößen gegen internationale Normen in den vergangenen Jahren und nannte die faktischen Ausmaße des Konflikts: während des großangelegten Krieges wurden 660 ukrainische Athleten und Trainer getötet, während 13 Russen bei den Spielen in Italien „unter neutraler Flagge“ teilnehmen.

“Sport bedeutet nicht Gleichgültigkeit, und die olympische Bewegung muss helfen, Kriege zu stoppen, anstatt dem Aggressor in die Hände zu spielen”

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

“Ich danke unserem Athleten für seine klare Haltung. Sein Helm mit den Porträts der gefallenen ukrainischen Sportler steht für Ehre und Erinnerung”

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Kontext und mögliche Folgen

Selenskyjs Entscheidung richtet sich gleichzeitig an mehrere Adressaten: für die ukrainische Gesellschaft ist sie ein starkes Symbol der Unterstützung, für das IOC und die internationale Gemeinschaft bedeutet sie diplomatischen und medialen Druck. Das NOK der Ukraine hat bereits beim IOC appelliert; die Auszeichnung durch das Staatsoberhaupt verstärkt diesen Appell sowohl politisch als auch symbolisch.

Analytisch betrachtet betont der Konflikt um einen einzelnen Athleten eine breitere Frage — wie internationale Sportinstitutionen das Spannungsfeld zwischen formalen Regeln und moralischen Forderungen, die im Krieg entstehen, ausbalancieren werden. Für die Ukraine ist das ein Test dafür, inwieweit globale Organisationen bereit sind, den Kontext der Aggression bei der Anwendung von Regeln zu berücksichtigen.

Fazit

Die Auszeichnung von Heraskevych ist mehr als eine persönliche Ehrung. Sie ist eine öffentliche Herausforderung und ein Angebot zur Diskussion: Können Sportregeln neutral bleiben, wenn Leben und Erinnerung auf dem Spiel stehen? Nun sind die internationalen Institutionen am Zug — werden sie die Botschaft hören, oder die Entscheidung rein technisch behandeln?

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