NYT: Putin glaubt an den Sieg — warum das seinen Einsatz auf den Donbass und die Infrastruktur verstärkt

Die New York Times berichtet unter Berufung auf westliche Offizielle, dass Putin von seinem Sieg überzeugt ist und bereit ist, einen langen Krieg zu führen. Wir analysieren, wie das als strategischer Hebel wirkt und was die Ukraine und ihre Partner tun müssen.

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Володимир Путін (Фото: ресурс окупантів)

Die stille Zuversicht, die laute Folgen hat

Die New York Times berichtet, dass Wladimir Putin daran glaubt — und das die russische Strategie beeinflusst. Nach Angaben ungenannter westlicher Beamter, die das Blatt zitiert, betrachtet das kremlische Regime den aktuellen Konflikt nicht als Niederlage, sondern als einen langwierigen Kampf, in dem selbst Angriffe auf die Energieversorgung und die zivile Infrastruktur zu einem Druckmittel werden.

"Putin ist der Ansicht, dass er den russisch-ukrainischen Krieg gewinnt"

— The New York Times (nach Angaben westlicher Beamter)

Was Moskau genau tut und warum das gefährlich ist

Laut NYT ist Moskau bereit, den Krieg noch 18 Monate bis zu zwei Jahren zu führen und stützt sich dabei auf systematische Angriffe auf kritische Infrastruktur. Diese Taktik verfolgt zwei Ziele: die Moral und die Wirtschaft des Gegners zu schwächen und die Verwundbarkeit im Energiebereich in ein diplomatisches Argument gegen die Ukraine zu verwandeln.

Gleichzeitig weist die Zeitung auf begleitende wirtschaftliche Faktoren hin: die Kontrolle über den Öltransport und Sanktionsrisiken, die bereits Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben. Einige Analysten halten es zudem für möglich, dass Moskau nach einer Vereinbarung suchen könnte, wenn es einen Nutzen aus veränderten Positionen wichtiger externer Akteure sieht.

"Generäle und Geheimdienste schmücken die Berichte über die Lage an der Front für die Spitze, wodurch im Kreml die Illusion entsteht, gewinnen zu können"

— Financial Times, 22. Dezember 2025

Belege für externe Einschätzungen

Einzelne westliche Quellen und Veröffentlichungen (NYT, FT) sind sich einig: Die Informationen, die an die oberste Führung der Russischen Föderation gelangen, sind oft so gefiltert, dass sie optimistischere Prognosen erzeugen. Die NATO hatte derweil gewarnt, dass die Einnahme weiterer Teile der unter ukrainischer Kontrolle stehenden Gebiete in der Oblast Donezk innerhalb von mindestens einem Jahr kaum realistisch sei — das heißt, die russischen Erwartungen stimmen nicht mit den Einschätzungen des Bündnisses überein.

Was das für die Ukraine und ihre Partner bedeutet

Kurz: ein Anstieg der Intensität von Angriffen auf die Infrastruktur ist eine reale und vorhersehbare Bedrohung. Die Antwort muss systematisch sein: Stärkung der energetischen Resilienz, Luftabwehr, zügiger Wiederaufbau der Infrastruktur und wirtschaftliche Unterstützung. Diplomatisch — Erklärungen in klare politische Schritte und materielle Lieferungen umsetzen. Sanktionen und die Kontrolle über Schattenrouten im Energiesektor verringern ebenfalls die strategischen Optionen des Kremls.

Für die Leserschaft bedeutet das eine einfache Interessenslogik: Der Schutz kritischer Infrastruktur ist nicht nur eine Frontanforderung, sondern auch eine direkte Investition in die Sicherheit von Haushalten, Unternehmen und der Wirtschaft des Landes.

Fazit

Wenn Putin tatsächlich auf einen langen Krieg setzt und Angriffe auf die Infrastruktur als Hebel nutzt, dann besteht die Aufgabe der Ukraine und ihrer Partner darin, diesen Hebel aus dem Repertoire des Kremls zu verdrängen. Jetzt sind diejenigen am Zug, die politische Signale in konkrete Ressourcen und Maßnahmen umsetzen können: Reichen dafür Entschlossenheit und Tempo aus?

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