Das Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Frauen, die fälschlicherweise in das Militärdienstpflicht-Register „Oberig" eingetragen wurden. Doch hinter dem offiziellen Algorithmus verbirgt sich ein Detail, über das das MO still schweigt: das System kann technisch keine Einträge löschen — und wird das ohne Änderungen der Rechtsnorm nicht können.
Was ist passiert und woher kommen die Fehler
Ende März 2026 begannen Frauen in sozialen Netzwerken, ähnliche Geschichten zu teilen: Sie entdeckten sich selbst in der Militärkartei, ohne medizinische oder pharmazeutische Ausbildung zu haben und nie zuvor registriert gewesen zu sein. Wie das Publikation AIN auf Anfrage feststellte, entstehen fehlerhafte Einträge in „Oberig" hauptsächlich durch technische Faktoren und frühere Änderungen der Gesetzgebung — einige davon stammen noch von 2021.
Die meisten festgestellten Fälle sind mit einem der städtischen Militärkommissariate in Charkiw verbunden, wo Daten fehlerhaft eingegeben wurden. Frauen waren mit realen Folgen konfrontiert: Probleme mit Dokumenten, Unmöglichkeit der Ausreise ins Ausland, Status „in der Fahndung" im Register.
Was das Verteidigungsministerium vorschlägt
Nach Aussage von Minister Fedorow wurden 32 ähnliche Fälle identifiziert. Das MO verspricht, Frauen bis Ende April aus der Kartei zu streichen, und besteht darauf, dass das Problem einen „punktuellen technischen Charakter" hat und nicht systemisch ist.
Handlungsalgorithmus des MO:
- Die Hotline des Verteidigungsministeriums oder des Militärkommissariats anrufen;
- Über die Regierungsanwendung „Reserve+" schreiben;
- Einen Antrag direkt beim zuständigen Militärkommissariat mit Erläuterung der Situation einreichen.
„Wichtig: Benachrichtigungen über Bußgelder in Reserve+ in solchen Fällen stellen keine strafrechtliche Verfolgung dar und haben keine rechtlichen Folgen".
— Verteidigungsministerium der Ukraine
Das Problem geht tiefer als ein „Fehler"
Ein Schlüsseldetail, das das MO nicht in die Schlagzeilen bringt: Im Informations- und Kommunikationssystem „Oberig" gibt es derzeit keine technische Möglichkeit, Informationen über Bürger zu löschen, die keine Wehrpflichtigen oder Wehrdienstverpflichteten sind — aufgrund fehlender Übereinstimmung mit der Rechtsnorm. Die Landstreitkräfte wandten sich an den Generalstab und das MO mit Vorschlägen zur Beseitigung von Lücken, und wie AIN berichtet, wurden bereits Änderungen zur Verordnung des Kabinetts Nr. 523 erarbeitet, die es legal ermöglichen, fehlerhafte Einträge aus dem Register zu löschen.
Parallel dazu wird in der Werchowna Rada ein neues Verfahren zur Streichung von Frauen aus der Militärkartei erörtert. Unterdessen erhalten Gerichte bereits Klagen: Das Dneprowski Bezirksadministrationsgericht lehnte im Dezember 2025 die Forderung einer Frau ab, ihre Registrierung als rechtswidrig anzuerkennen — weil ihr damals ein temporäres Wehrdienstverpflichteten-Zeugnis ausgestellt wurde, das immer noch gültig ist.
Fedorov versprach, „alle technischen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen", nannte aber keine konkreten Fristen für die Änderung der Kabinettsverordnung. Das heißt, Frauen, die noch nicht im Register entdeckt wurden, könnten zufällig von ihrem Status erfahren — zum Beispiel an der Grenze.
Wenn die Änderungen zur Verordnung Nr. 523 bis Ende April nicht verabschiedet werden, bleibt das Versprechen des MO, alle fälschlicherweise eingetragenen Frauen aus der Kartei zu streichen, ohne rechtliches Instrument zur Umsetzung — und die nächste Welle von Beschwerden wird nur eine Frage der Zeit sein.