Polen setzt die Schließung des Luftraums im Osten zum vierten Mal in Folge fort — nachdem es beschlossen hat, russische Drohnen abzuschießen

Seit Juni 2025 schränkt Polen systematisch zivile Flüge entlang der Grenze zur Ukraine und zu Belarus ein – eine dreikilometer hohe „Decke" ist seitdem zur Standardreaktion auf regelmäßige Luftraumverletzungen geworden.

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Польська авіація (Фото: Міноборони Польщі)

Vom 10. Juni bis zum 9. September 2025 sind Zivilflüge in der östlichen Grenzzone Polens unter 3 km verboten. Dies ist bereits der nächste – nicht der erste – Dreimonatszyklus von Beschränkungen, die das Militär seit Herbst 2024 regelmäßig von der Polnischen Flugsicherungsbehörde (PAŻP) anfordert.

Warum gerade jetzt und warum erneut

Die formale Grundlage ist eine Anfrage des Operationskommandos der Polnischen Streitkräfte „aufgrund der Notwendigkeit, die nationale Sicherheit zu gewährleisten". Dahinter steckt jedoch ein konkretes Ereignis: Am 10. September 2024 durchquerten 19 russische Drohnen die polnische Grenze. Die polnische Luftwaffe und Verbündete feuerten drei Raketen ab, vernichteten aber nur einen Teil der Ziele. Genau dann entschied sich Polen erstmals, Drohnen aktiv über seinem Hoheitsgebiet abzuschießen – und führte gleichzeitig den ersten Beschränkungszyklus ein.

Wie militarnyi.com berichtet, hat die PANSA im November 2025 bereits die Beschränkungszone bis zum 9. März 2026 verlängert – der aktuelle Zyklus „Juni–September" ist also nicht der letzte in dieser Serie. Die Beschränkungen gelten in der Zone EP R129, die je nach Abschnitt 26 bis 50 km tief in das polnische Hoheitsgebiet reicht.

Was ist tatsächlich verboten und was nicht

Linienflüge in großen Höhen werden durch die Beschränkungen nicht beeinträchtigt. Aber für alles, das unter FL095 (≈3 km) fliegt, gelten folgende Regeln:

  • Nachts – vollständiges Verbot, mit Ausnahme von Militärflugzeugen und von dem Zentrum für Luftoperationen (COP-DKP) genehmigten Flügen.
  • Tagsüber – erlaubt für bemannte Luftfahrzeuge mit eingereichtem Flugplan und funktionierendem SSR-Transponder.
  • Zivildrohnen – nur tagsüber und ohne Eintritt in die ADIZ-Zone der Ukraine oder Belarus.

Die Sperrzone ist faktisch die nächtliche: genau dann überquerten die russischen Shahed-Drohnen die Grenze und blieben für Zivilradare unentdeckt.

Mechanismus ohne neue Rechtsgrundlage

Ein charakteristisches Detail: Das polnische Militär benötigt keine neuen Gesetze für diese Beschränkungen. Wie die PANSA anmerkt, werden die Beschränkungen gemäß der Verordnung des Infrastrukturministers vom 18. Januar 2019 eingeführt, die es ermöglicht, solche Maßnahmen für bis zu drei Monate auf einmal einzuführen. Genau deshalb dauern die Zyklen exakt 91 Tage – und werden ohne parlamentarische Debatten verlängert.

„Polen, das ein NATO-Mitglied ist, hat keine Angst vor russischen Drohnen"

– Polens Präsident Karol Nawrocki nach dem Zwischenfall im September 2024

Die Rhetorik und die Praxis stimmen jedoch nicht überein: genau diese Besorgnis zwingt das Militär, vierteljährlich um Verlängerung des Regimes zu bitten.

Was bedeutet das für die Logistik der Unterstützung der Ukraine

Am 16. November 2024 wurde eine Eisenbahnstrecke auf der Route zur ukrainischen Grenze beschädigt – vermutlich infolge einer Sabotage. Der geschlossene Himmel über demselben Grenzstreifen bedeutet, dass die Luftüberwachung und Patrouillen nun ausschließlich in Militärhänden liegen – die Zivilluftfahrt, einschließlich Journalisten- und Monitoring-Drohnen, ist faktisch aus dieser Zone ausgeschlossen.

Falls sich bis September 2025 die Anzahl der Verletzungen des polnischen Luftraums nicht verringert, muss Warschau entscheiden, ob der Dreimonatszyklus ausreicht oder ob ein permanentes Regime mit einer neuen Rechtsgrundlage notwendig ist.

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