Was das Team sagt
Der Anwalt von Владислав Гераскевич, Євген Пронін, bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass das Team keine direkten Angebote zur Verteidigung von öffentlichen Persönlichkeiten erhalten habe – insbesondere nicht vom ehemaligen Leiter des Präsidentenbüros Андрій Єрмак. Dass Єрмак angeblich angerufen und angeboten habe, sich dem Fall anzuschließen, erklärte der Jurist und Veteran Масі Найєм gegenüber „Ukrainska Pravda“; das Team selbst erfuhr davon aus den Nachrichten.
"Wir haben davon aus den Nachrichten erfahren. Niemand hat in dieser Form Kontakt mit uns aufgenommen"
— Євген Пронін, Anwalt von Гераскевич
Kontext und warum das wichtig ist
Dieser Vorfall geht über persönliche Kontakte hinaus. Er zeigt, wie politische und öffentliche Gesten zusätzliche Informationsbelastung erzeugen können, die die professionelle juristische Arbeit behindert. Wie Pronin erklärte, verfügt das Team über eigene Kompetenzen im Sportschiedsverfahren (mehr als 12 Jahre Praxis), und unerwünschte Öffentlichkeitswirkung könne von der Verteidigungsstrategie ablenken.
Gleichzeitig ist ein weiterer Punkt wichtig: Während der Olympischen Spiele gelten für den Sportler die Regeln des IOC, insbesondere Regel 40, die öffentliche Integrationen und Kontakte mit Medien während der Wettkämpfe einschränkt. Selbst Гераскевич erklärte, er werde öffentliche Unterstützung erst nach Ablauf der entsprechenden Beschränkungen kommentieren.
Maßnahmen der Institutionen
Das NOK der Ukraine wandte sich offiziell an das IOC mit der Bitte, dem Sportler das Auftreten in einem sogenannten "Gedenkhelm" zu erlauben. Das IOC antwortete, der Helm dürfe nicht verwendet werden, gestatte aber eine schwarze Binde. Wegen der Absicht, mit dem Helm anzutreten, wurde Гераскевич am 12. Februar vor dem ersten Lauf bei den Olympischen Spielen 2026 im Skeleton disqualifiziert. Das Team reichte Klage beim Schiedsgericht für den Sport ein — diese wurde abgelehnt.
Chronologie der wichtigsten Ereignisse
9. Februar: Гераскевич berichtete von einem Verbot eines IOC-Funktionärs für einen Helm mit Abbildungen von Opfern der russischen Aggression.
10. Februar: Das NOK wandte sich an das IOC; das IOC erlaubte nur eine schwarze Binde.
12. Februar: Disqualifikation von Гераскевич vor dem ersten Lauf; Klage beim Schiedsgericht für den Sport abgelehnt.
Wie geht es weiter?
Die Situation folgt zwei parallelen Logiken: der juristischen — in der das Team Ressourcen auf prozedurale Schritte im Schiedsverfahren und die Arbeit mit internationalen Institutionen konzentriert; und der öffentlichen — in der fremde Erklärungen Erwartungen schaffen und das Risiko einer Politisierung des Falls erhöhen. Juristen und Analysten betonen, dass eine effektive Verteidigungsstrategie Disziplin in der Kommunikation erfordert.
Das wahrscheinlichste Szenario für die nahe Zukunft ist die Fortsetzung der juristischen Verfahren und die Zurückhaltung von öffentlicher Eskalation bis zum Ende der IOC-Beschränkungen. Bislang bleiben öffentliche Hilfsangebote eher ein Element des Informationshintergrunds als eine tatsächliche Ressource für das Team des Sportlers.
Ob sich dadurch die Haltung der Öffentlichkeit zur Verbindung von Sport und der Erinnerung an die Gefallenen ändert — das ist eine Frage, deren Antwort von der weiteren Taktik sowohl des Teams des Sportlers als auch der internationalen Sportinstitutionen abhängen wird.