Putin bot angeboten, Iran fragte nicht, Trump dagegen: Wer hat die Idee wirklich gestartet, Uran an Russland zu übergeben

Der durchgesickerte 14-Punkte-Plan Teherans hat diplomatische Verwirrung ausgelöst: Vance bestreitet das Schema, das dem Bericht von Al Arabiya zufolge der Iran selbst vorgeschlagen hat, das aber Washington nie in Betracht gezogen hat.

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Am 19. Mai reagierte US-Vizepräsident JD Vance auf einem Briefing im Weißen Haus auf eine Meldung, die bereits weltweite Nachrichtenagenturen erreicht hatte: Angeblich würde der Iran im Rahmen von Nuklearverhandlungen 400 kg angereichertes Uran übergeben — allerdings nicht an Washington, sondern an Moskau.

«Das ist derzeit nicht unser Plan. Das war nie unser Plan. Ich habe einige Berichte darüber gesehen. Ich weiß nicht, woher das kommt».

JD Vance, Briefing im Weißen Haus, 19. Mai 2025

Woher «das» kommt — die Antwort existiert

Nach Angaben von Al Arabiya, die das Medium aus einem Leak des iranischen 14-Punkte-Plans erhielt, der an den pakistanischen Vermittler geschickt wurde, bot Teheran tatsächlich an, das Nuklearprogramm einzufrieren — nicht jedoch zu zerlegen. Das angereicherte Uran sollte dabei an Russland gehen, nicht an die USA. Parallel dazu verzichtete der Iran auf Entschädigungsforderungen und bot eine schrittweise Wiederaufnahme des Handels an.

Ein wichtiger Punkt: Vance selbst fügte hinzu, dass ihm der Eindruck vermittelt wurde, dass sich auch der Iran für dieses Modell nicht besonders interessiert — das heißt, der Leak könnte eine der Arbeitsvarianten der Verhandlungsposition widerspiegeln, aber nicht das finale Angebot.

Putin machte den Vorschlag früher

Die Idee, das iranische Uran an Russland zu übergeben, ist keine iranische Erfindung. Nach Angaben amerikanischer Medien schlug Wladimir Putin bereits Anfang Mai persönlich vor, das angereicherte Uran unter die Kontrolle der IAEA zu stellen und in Russland zu lagern, um die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zu erleichtern. Der durchgesickerte Plan Teherans könnte also eine Reaktion auf die russische Initiative sein, nicht eine eigenständige Entscheidung.

Was steht auf dem Spiel

Die IAEA schätzte Irans Uranbestände auf ungefähr 440 kg Uran, angereichert auf 60 Prozent — unter dem Waffenniveau von 90 Prozent, aber ausreichend für weitere Anreicherung. Trump stellte dem Bericht zufolge fünf Vorbedingungen für Verhandlungen auf, von denen die erste darin besteht, genau diese 400 kg an die USA zu übergeben, nicht an einen Dritten. Der Russland-Variant widerspricht daher nicht nur der Position von Vance, sondern auch der dokumentierten Forderung Trumps selbst.

  • Der Iran bietet eine Einfrierung statt eines Abriss an — ein grundlegender Unterschied für jeden künftigen Verifizierungsmechanismus.
  • Die USA bestehen darauf, das Uran direkt an Washington zu übergeben, nicht an einen Vermittler.
  • Russland positioniert sich selbst als Garant des Abkommens — eine Rolle, die ihm Einfluss in der Region unabhängig vom Verhandlungsergebnis geben würde.

Am 19. Mai erklärte Trump auch, dass er einen «massiven Anschlag» stoppte, der für denselben Tag geplant war, warnte aber: Wenn keine akzeptable Vereinbarung erreicht wird — wird der Anschlag stattfinden.

Wenn Teheran dem pakistanischen Vermittler tatsächlich einen Plan mit der Uran-Übergabe an Russland sandte, während Washington das offiziell nicht wusste — dann werden Verhandlungen auf mindestens drei parallelen Kanälen gleichzeitig geführt. Ob der pakistanische Kanal mit dem amerikanischen abgestimmt ist oder ob dies ein eigenständiges iranisches Spiel auf mehreren Fronten ist — die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob überhaupt eine Vereinbarung vor der nächsten Verhandlungsrunde möglich ist.

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