Jermaks fünf Versuche, Budanow zu stürzen: Was das für die Autonomie der Aufklärung und die Offensivstrategie bedeutet

Der Konflikt an der Machtspitze ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit. Der Streit um Budanov berührt den Zugang zum Präsidenten, die Autonomie des GUR und die Strategie für Tiefenangriffe gegen Russland. Wir analysieren Fakten und Folgen.

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Was passiert ist

Nach Angaben von LIGA.net und zwei Gesprächspartnern aus der Nachrichtendienstszene versuchte der ehemalige Leiter des Präsidialamts Andrij Jermak im Jahr 2025 mindestens fünfmal, Kyrylo Budanov seines Amtes als Chef der GUR des Verteidigungsministeriums zu entheben. Diese Versuche waren nicht erfolgreich — die Gesprächspartner führen dies auf die praktisch nachweisbare Effektivität des Geheimdienstchefs bei Operationen an der Front zurück.

„Sehr oft, wenn der Präsident im Einsatzstab fragt, ob Kyrylo Oleksijovyč etwas tun könne, lautet die Antwort: ‚Natürlich, Herr Oberbefehlshaber.‘ Und dann – wir nehmen es und tun es.“

— einer der Gesprächspartner aus der Nachrichtendienstszene

Gründe des Konflikts

Die Gesprächspartner heben drei wesentliche Spannungsquellen hervor:

Unvereinbarkeit von Daten und Kommunikationskanälen. Budanov lieferte dem Präsidenten häufig Informationen, die von den Einschätzungen des Generalstabschefs abwichen, und hatte direkten Zugang zum Staatsoberhaupt ohne Abstimmung mit dem Präsidialamt.

Kampf um die Kontrolle der Richtung „Deep Strike“. Jermaks Team habe angeblich versucht, die Festlegung von Zielen und die Mechanik von Schlägen auf Territorium Russlands zu monopolisieren, während die GUR ihre Autonomie bei taktischen und operativen Entscheidungen in diesen Aufgaben verteidigte.

Kontakte auf dem Weltwaffenmarkt. Das Beschaffungssystem und die etablierten Beziehungen zu internationalen Lieferanten sind ein geschlossenes und spezifisches Umfeld, auf das ebenfalls verschiedene Einflussgruppen Anspruch erhoben.

Kontext und Chronologie

Am 28. November 2025 durchsuchte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) das Haus des Ex-Chefs des Präsidialamts Andrij Jermak — die Financial Times verbindet dies mit dem Fall „Midas“, der Korruption im Energiesektor betrifft. Am selben Tag reichte Jermak seinen Rücktritt ein, den der Präsident annahm. Am 2. Januar 2026 unterzeichnete Wolodymyr Selenskyj ein Dekret, mit dem Kyrylo Budanov zum Leiter des Präsidialamts ernannt wurde.

Folgen für Sicherheit und Vertrauen

Die Geschichte ist wichtig nicht nur als innerer Skandal, sondern als Indikator dafür, wie Befugnisse während eines Krieges verteilt werden. Kurz zusammengefasst:

Die Autonomie der Aufklärung beeinflusst unmittelbar die operative Geschwindigkeit und die Genauigkeit von Schlägen; erzwungene Zentralisierung droht, Entscheidungen zu verlangsamen und Verantwortung zu verwischen.

Beschaffungssysteme und Kontakte zu ausländischen Lieferanten sind eine kritische Ressource. Konflikte um sie können Verwundbarkeiten für Logistik und Waffenqualität schaffen.

Partner und Verbündete beobachten nicht die Personalien, sondern ob die ukrainische Führung die Fähigkeit bewahrt, schnelle, ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Transparenz bei Ermittlungen und Stabilität in Führungsentscheidungen sind Faktoren, die Vertrauen und die Fortsetzung der Unterstützung beeinflussen.

Kurzes Fazit

Die Informationen von LIGA.net und die Hinweise der Financial Times offenbaren mehr als nur Personalstreitigkeiten: Es geht um das Gleichgewicht zwischen ziviler Kontrolle, operativer Autonomie der Aufklärung und der Effektivität der Kampfhandlungen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob diese internen Auseinandersetzungen in systemische Veränderungen münden, die das Verteidigungspotenzial der Ukraine stärken oder im Gegenteil schwächen — und diese Frage betrifft nicht nur Politiker, sondern alle, die an der Sicherheit des Landes interessiert sind.

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