Werchowna Rada gewährte Vertragsoldaten „18–24“ einen einjährigen Aufschub: Was sich geändert hat und wie sich das auf Reserve und Sicherheit auswirkt

Die Werchowna Rada hat Gesetz Nr. 13574 verabschiedet: Junge Militärangehörige, die im Rahmen des Vertrags „18–24“ gedient haben, unterliegen ein Jahr lang keiner Zwangseinberufung. Wir erklären, warum diese Entscheidung gerade jetzt wichtig ist und welche Risiken sie nicht ausräumt.

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Ілюстративне фото: Верховна Рада

Zusammenfassung

Das Parlament hat dem Gesetzentwurf Nr. 13574 insgesamt zugestimmt — 243 Abgeordnete stimmten mit „Ja“. Das Dokument sieht eine einjährige Frist bei der Mobilmachung für diejenigen vor, die unter dem Vertrag «18–24» dienten. Diese Entscheidung verbindet die Personalpolitik des Verteidigungsministeriums mit sozialen Garantien für junge Vertragssoldaten, wirft aber zugleich Fragen zur kurzfristigen Verfügbarkeit des Mobilisierungsbestands auf.

Was beschlossen wurde

Das Gesetz bestimmt, dass Wehrpflichtige und Reservisten, die während des Kriegsrechts zur einjährigen Militärdienstleistung auf Vertragsbasis aufgenommen wurden (aus dem Kreis der Bürger im Alter von 18 bis 25 Jahren) und aus dem Militärdienst entlassen wurden, während 12 Monaten nach der Entlassung nicht zur Wehrdienstpflicht im Mobilisierungsfall einberufen werden. Sie können jedoch mit ihrer Zustimmung einberufen werden.

„während 12 Monaten nach der Entlassung nicht zur Wehrdienstpflicht im Mobilisierungsfall einberufen werden…“

— Text des Gesetzentwurfs Nr. 13574

Was der Vertrag «18–24» ist

Dies ist eine Initiative des Verteidigungsministeriums, gestartet im Februar 2025, um Jugendliche im nicht-mobilisierbaren Alter für den Dienst auf Vertragsbasis zu gewinnen. Das Programm bietet erhebliche Anreize: 1 Mio. UAH insgesamt (davon 200.000 UAH werden sofort ausgezahlt), eine zinslose Hypothek und weitere Vergünstigungen. Die Idee ist, schnell einen Personalreservebestand aufzubauen und den freiwilligen Eintritt anstelle einer Zwangsmobilisierung zu fördern.

Warum das beschlossen wurde (Rationalisierung)

Erstens ist es ein Motivationsinstrument: der Staat zahlt und gewährt soziale Garantien, damit junge Fachkräfte kommen und Kampferfahrung sammeln, ohne Zwang anwenden zu müssen. Zweitens ist es eine Antwort auf politischen und gesellschaftlichen Druck: frühere Fälle, bei denen junge Menschen nach einem Jahr Dienst wieder wehrpflichtig wurden, erzeugten Spannungen — daran erinnerte der Abgeordnete Roman Kostenko in einem Interview mit Kanal 24, als er über die Risiken der Rückkehr zu automatischen Einberufungen sprach.

Es gibt jedoch auch ein Gegenargument: Kurzfristig verringert die Frist den Pool verfügbarer Reservisten für die Mobilmachung, was das Verteidigungsministerium zwingt, seine Pläne zur Besetzung von Stellen und zur Durchführung von Ausbildungsprogrammen anzupassen.

Wie es weitergeht

Die praktische Wirkung hängt von zwei Faktoren ab: wie viele junge Menschen den Vertrag «18–24» tatsächlich in Anspruch nehmen und wie der Staat die ihnen eingeräumte Jahresfrist nutzt (berufliche Ausbildung, Anpassung an das zivile Leben, Wohnungsprogramme). Diese Entscheidung ist ein Schritt zur Formalisierung eines Anreizsystems, löst aber nicht alle Personalprobleme. Nun liegt es am Verteidigungsministerium und am Parlament, die Absichtserklärungen in messbare Personalresultate zu verwandeln: wie viele Soldaten in den Reihen bleiben, wie viele in den zivilen Sektor zurückkehren und wie sich das auf die operative Einsatzbereitschaft auswirkt.

Fragen zur öffentlichen Kontrolle: Wird es Berichte darüber geben, wie die einjährige Frist genutzt wird — für Ausbildung, Beschäftigung oder Wohnraumversorgung der Entlassenen? Die Antwort wird darüber entscheiden, ob das Gesetz ein wirksames Instrument für Sicherheit und soziale Gerechtigkeit wird oder nur eine formale Garantie bleibt.

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