Sergij Beskrestnow („Flash") – ein Spezialist für Funktechnologien und Leiter des Zentrums für Funktechnologien sowie Berater des Verteidigungsministers Michail Fedorow – wurde durch einen gezielten Drohnenanschlag verletzt. Er teilte dies am Montag, 20. April, auf Facebook mit.
Was geschah
Nach Aussage von Flash richteten die Russen in der Nacht vier Cruise-Drohnen vom Typ „Shahed" auf sein Haus. Eine ferngesteuerte Drohne kam an und schlug direkt in die Wand ein. Beskrestnow wurde hospitalisiert.
Heute Nacht versuchten die Russen, mich zu töten. Eine ferngesteuerte Cruise-Drohne vom Typ „Shahed" schlug in die Wand meines Hauses ein. Mein Haus gibt es nicht mehr. Ich wurde getroffen, aber das Wichtigste – ich bin wie durch ein Wunder am Leben. Ich war mental auf einen solchen Wendepunkt vorbereitet, und das wird mich nicht aufhalten.
Sergij Beskrestnow, Facebook
Nach Angaben von UNN befand sich Beskrestnow zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Krankenhaus. Details zur Art der Verletzungen präzisierte er nicht.
Warum Flash ein Ziel ist
Beskrestnow ist eine der wenigen öffentlichen Personen in der Ukraine, deren Arbeit die Wirksamkeit der Abwehr von „Shahed"-Drohnen unmittelbar beeinflusst. Er war der erste, der detailliert die Verwendung von russischen Cruise-Drohnen vom Typ Shahed-238 mit einer Geschwindigkeit von über 500 km/h dokumentierte, beschrieb den Einsatz chinesischer Mesh-Modems zur Funksteuerung von Drohnen zur Umgehung von GPS-Jamming und warnte öffentlich die Hersteller von Abwehrsystemen: „Der gesamte Einsatz des Feindes setzt auf Geschwindigkeit".
Genau dieses Profil – offene Analysen, die technische Lösungen der Streitkräfte prägen – macht ihn zu einem offensichtlichen Ziel für einen gezielten Anschlag und nicht zu einem zufälligen Opfer eines massiven Angriffs.
Taktischer Kontext: Ferngesteuerte „Shahed" auf eine bestimmte Adresse
Das Schlüsseldetail ist die ferngesteuerte Cruise-Drohne vom Typ „Shahed". Dies ist keine Drohne mit voreingegebenen Koordinaten, die nach Trägheit fliegt. Das Vorhandensein von Funksteuerung bedeutet die Möglichkeit, die Flugbahn im Flug zu korrigieren – das heißt, einen Anschlag auf einen bestimmten Punkt, nicht auf ein Gebiet. Beskrestnow selbst beschrieb diese Technologie ausführlich: Ein Mesh-Modem an Bord ermöglicht es dem Operator, die Drohne in Echtzeit zu steuern, auch unter GPS-Jamming-Bedingungen.
- Vier Drohnen – wahrscheinlich zur Erhöhung der Durchbruchschancen durch Abwehrmaßnahmen
- Eine kam an und traf die Wand, nicht das Dach – deutet auf einen horizontalen Anflug hin, der für den ferngesteuerten Modus charakteristisch ist
- Das Haus wurde vollständig zerstört
Eine Bestätigung durch die Streitkräfte oder das ISW zu diesem konkreten Vorfall lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor – bekannt ist nur aus der Mitteilung von Beskrestnow selbst.
Falls Russland tatsächlich gezielt nach technischen Experten jagt, die die Doktrin der Drohnenabwehr prägen, stellt sich eine Frage, die über einen einzelnen Fall hinausgeht: Sind andere öffentliche Fachleute geschützt, deren offene Analysematerialien in Moskau genauso lesbar sind wie in Kiew?