Am 19. April fand im Pekinger Bezirk Yichuan ein zweiter Halbmarathon mit Beteiligung von humanoiden Robotern statt. Der Sieger – der autonome Roboter Flash des chinesischen Smartphone-Herstellers Honor – erzielte eine Zeit von 50 Minuten und 26 Sekunden. Dies ist schneller als der Rekord des ugandischen Läufers Jacob Kiplimo (57:20), der im letzten Monat in Lissabon aufgestellt wurde.
Ein Jahr – dreimal schneller
Der Fortschritt zwischen den beiden Wettkampfausgaben ist die Hauptnachricht. Der vorjährige Gewinner Tiangong Ultra bewältigte die Strecke in 2 Stunden und 40 Minuten – etwa dreimal langsamer als das heutige Ergebnis. Die Anzahl der teilnehmenden Teams ist auf über 100 gewachsen.
Aber ein Rekord ist nur unter gleichen Bedingungen ein Rekord. Und hier sollte man innehalten.
Was tatsächlich auf der Strecke geschah
Roboter und Menschen liefen in separaten Spuren, um Kollisionen zu vermeiden. Einige Roboter bewegten sich fließend und nachahmten bekannte Sportler, während andere über grundlegendere Fähigkeiten verfügten.
Nach den Regeln durfte jedes Team bis zu drei Betreuer haben, denen es erlaubt war – nach Bestätigung durch den Schiedsrichter – einzugreifen, falls der Akku gewechselt werden musste, auf einen Ersatzroboter gewechselt werden musste oder der Roboter fiel. Mit anderen Worten: Ein technischer Stopp mitten in der Strecke ist keine Disqualifikation, sondern ein vorgesehenes Regelwerk-Szenario.
Der Gewinner Flash prallte kurz vor dem Ziel gegen einen Zaun – er wurde hochgehoben und lief über die Ziellinie.
«Meine Maschine kann auch einen Geparden überholen»
– ein Kommentar in sozialen Medien, den TechCrunch zitierte
Etwa 40% der Roboter traten autonom an, die restlichen 60% wurden aus der Ferne gesteuert. Ein anderer Honor-Roboter erzielte eine Zeit von 48:19, aber er wurde ferngesteuert – deshalb wurde der autonome Flash mit einem gewichteten Koeffizienten zum Gewinner mit einer Zeit von 50:26.
Chinesische Robotertechnik: Tempo, kein Slogan
Vom Umfang her ist dies nicht einfach ein Sportspektakel. Die Organisatoren führten einen Koeffizienten von 1,2 für ferngesteuerte Roboter-Ergebnisse ein – um Teams dazu anzuregen, in Autonomie zu investieren, anstatt sich auf Operatoren zu verlassen. Mit anderen Worten: Das Regelwerk-Design des Wettkampfs beschleunigt bewusst das technologische Wettrüsten.
Parallel dazu: Der Honor-Roboter erreichte auf der gesamten Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h. Zum Vergleich – Kiplimons Durchschnittsgeschwindigkeit bei seinem Rekord betrug etwa 22 km/h.
Wenn die Organisatoren nächstes Jahr jegliche Intervention der Betreuer während des Rennens verbieten und einen Start mit einer einzigen vollgeladenen Batterie zur Pflicht machen – und der Roboter trotzdem einen Rekord aufstellt – dann wird der Vergleich mit einem Menschen berechtigt sein.