Seoul fordert Abhängen des Banners „Der Sieg wird unser sein“ — diplomatischer Zwischenfall vor dem Hintergrund verschärfter Sicherheitslage

Im Zentrum Seouls ist an der Fassade der russischen Botschaft ein 15 Meter langes Banner in den Farben der russischen Flagge mit dem Slogan „Sieg“ aufgetaucht. Warum Südkorea auf dessen Entfernung besteht und was das über den weiteren Sicherheitskontext in der Region aussagt — wir analysieren.

22
Aktie:
Банер на посольстві РФ у Сеулі (Фото: Chosun)

Was passiert ist

Nach Angaben von Yonhap ist an der Außenwand der russischen Botschaft im Zentrum Seouls ein großes Banner in russischer Sprache mit der Aufschrift «Победа будет за нами» angebracht worden (auf Deutsch: „Der Sieg wird unser sein“). Sein Umfang wird auf etwa 15 Meter geschätzt. Das Banner wurde kurz vor dem vierten Jahrestag der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine (24. Februar 2026) angebracht.

Das Außenministerium Südkoreas forderte am 22. Januar die russische Vertretung auf, das Banner zu entfernen. Stand am Morgen des 23. Februar hing das Banner noch; in der Erklärung des Außenministeriums wurde auch nicht angegeben, ob die russische Seite bereits geantwortet habe.

Warum das für Seoul wichtig ist

Das offizielle Schreiben des Außenministeriums betont, dass derartige öffentliche Demonstrationen unnötige Spannungen in den Beziehungen zu Anwohnern und anderen Staaten erzeugen können. In der Erklärung wurde außerdem Seouls Position bekräftigt, dass die Invasion der Russischen Föderation in die Ukraine rechtswidrig ist, und es wurde die Forderung erhoben, die militärische Zusammenarbeit mit Nordkorea einzustellen, die Seoul als ernste Sicherheitsbedrohung und Verstoß gegen die UN-Charta sowie die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats bezeichnete.

„Wir haben der russischen Seite unsere Position bezüglich der jüngsten Anbringung des Banners an den Außenwänden der russischen Botschaft in Seoul und der öffentlichen Äußerungen des russischen Botschafters in Südkorea mitgeteilt.“

— Außenministerium der Republik Korea (Erklärung, Yonhap)

Kontext: kein Einzelfall

Dieser Vorfall erfolgt vor dem Hintergrund bereits bestehender Spannungen: Im Dezember 2025 waren neun Militärflugzeuge Chinas und Russlands in die KADIZ über Südkorea eingedrungen — ein Ereignis, das die Sicherheitsbedenken in der Region verstärkte. Analysten in Seoul und Washington weisen darauf hin, dass das Auftreten solcher symbolischer Botschaften im Ausland Teil einer breiteren Informations‑ und Psychologiekampagne sein oder den Versuch darstellen könnte, innenpolitische Unterstützung für eine entsprechende Außenpolitik zu demonstrieren.

Wie es weitergehen könnte

Mögliche Szenarien: Seoul könnte auf einer offiziellen Entfernung bestehen und eine öffentliche Reaktion aus Moskau verlangen; diplomatische Schritte könnten die Übermittlung einer Protestnote oder Einschränkungen des protokollarischen Umgangs umfassen. Für die Ukraine und die internationalen Partner ist dieser Vorfall ein weiteres Signal dafür, dass die Position Russlands nicht nur in Europa, sondern auch in wichtigen asiatischen Hauptstädten Reaktionen hervorruft.

Fragen an Beobachter und Partner: Wird die symbolische Provokation in einen ernsthafteren diplomatischen Bruch umschlagen, und wie wird Moskau darauf reagieren — davon hängt ab, ob der Vorfall lokal bleibt oder den breiteren Trend der Isolation und Eskalation in den Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und den Ländern der Region verstärkt.

Quelle

Informationen — gemäß der Erklärung des Außenministeriums der Republik Korea und einem Bericht der Agentur Yonhap.

Weltnachrichten