33 Mrd. Dollar in Volatilität: Wie Wall-Street-Banken mehr verdienen, wenn es der Welt schlechter geht

JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo verzeichneten Rekordgewinne im Quartal — und das nicht trotz geopolitischer Umwälzungen, sondern wegen ihnen. Das ist kein Paradoxon, sondern ein Geschäftsmodell.

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Фото: EPA

Wenn die Märkte fallen und Anleger in Panik geraten – ernten die Handelsabteilungen großer Banken. Das erste Quartal 2025 bestätigte dies mit Rekordcifern: Die vier größten amerikanischen Banken – JPMorgan Chase, Citigroup, Wells Fargo und Goldman Sachs – erwirtschafteten zusammen über 33 Milliarden Dollar Nettogewinn.

Wie die Maschine funktioniert

Der Hauptantrieb des Rekords ist nicht die Kreditvergabe und nicht das Investmentbanking, sondern der Handel. Die Volatilität an den Aktien-, Rohstoff- und Rentenmärkten, verursacht durch geopolitische Schocks und Handelskriege, gab den Bankenhändlern genau das, was sie brauchen: starke Bewegungen in beide Richtungen und großes Handelsvolumen von Kunden, die ihre Risiken absichern.

JPMorgan stellte einen Rekord bei Einnahmen aus dem Aktienhandel auf, Goldman Sachs zeigte ein Wachstum in diesem Bereich um 27%. Morgan Stanley verzeichnete einen Anstieg der Handelseinnahmen aus Aktien um 45%.

Wells Fargo erzielte einen Gewinnanstieg um 11% auf 7,4 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 27,51 Milliarden Dollar, während die Einnahmen aus dem Rentenhandel 3,5 Milliarden Dollar betrugen – über den Erwartungen.

Ein nicht vorhandenes Paradoxon

Es scheint, als ob Schocks Risiken darstellen. Tatsächlich ist ein Schock für den Bankhandel eine Gelegenheit. Je mehr Marktteilnehmer gezwungen sind, schnell zu kaufen oder zu verkaufen, desto mehr verdient die Bank als Vermittler. Geopolitische Instabilität, Tarifunsicherheit und Schwankungen bei den Zinserwartungen im ersten Quartal bildeten eine ideale Kombination.

«Das volatile Umfeld führte zu gedämpfterer Aktivität im Investmentbanking im Vergleich zu den Niveaus, die wir zu Jahresbeginn erwartet hatten».

David Solomon, CEO von Goldman Sachs, im Quartals-Call mit Analysten

Dies ist ein wichtiges Detail: Das Investmentbanking ist eingebrochen. Unternehmen verschieben Börsengänge und M&A-Deals, wenn die Zukunft unklar ist. Das Wachstum kam ausschließlich aus dem Handel – also aus der Umverteilung von Geld zwischen Marktteilnehmern, nicht aus der Finanzierung neuer Projekte.

Ein Rekord mit Vorbehalten

Bankführer feierten öffentlich vorsichtig. JPMorgan-CEO Jamie Dimon erklärte, dass er eine Rezession und steigende Ausfallquoten im Zuge des Handelskrieges erwartet. Seine Prognose war das deutlichste öffentliche Signal der Wall Street, dass der Handelskrieg bereits eine lang anhaltende globale Krise ausgelöst hat.

Dimon selbst warnte vor «erheblicher Turbulenz» in der amerikanischen Wirtschaft – und dies vor dem Hintergrund eines eigenen Rekordquartals. Der innere Widerspruch ist offensichtlich: Die Bank floriert genau unter den Bedingungen, die ihr CEO als gefährlich bezeichnet.

  • JPMorgan: Nettogewinn 16,5 Milliarden Dollar – ein Rekord für die Bank
  • Citigroup: Gewinn um 42% auf 5,8 Milliarden Dollar gestiegen, Aktie erreichte 20-Jahreshoch
  • Goldman Sachs: Umsatz um 10% auf 10,71 Milliarden Dollar gestiegen
  • Wells Fargo: Gewinn 7,4 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 27,51 Milliarden Dollar

Was kommt als Nächstes

Das zweite Quartal wird zeigen, ob dieses Modell nachhaltig ist. Die Volatilität führte zu einem seltenen gleichzeitigen Wachstum in den Devisen-, Renten-, Rohstoff- und Aktienhandelsabteilungen der Banken – ein solcher Zusammentreffer ist selten. Sollte die geopolitische Spannung nachlassen oder sich die Märkte stabilisieren, werden die Handelseinnahmen zu Durchschnittswerten zurückkehren – und dann wird sichtbar, wie sehr die Banken vom Chaos als Gewinnquelle abhängig sind.

Wenn die Ausfallquoten, vor denen Dimon warnt, in der zweiten Jahreshälfte wirklich zu steigen beginnen – werden Kreditverluste die Handelsrekorde des ersten Quartals aufzehren?

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