Infiltrationstaktik: Nur jeder zehnte Okkupant erreicht sein Ziel – Fazit des Generalstabs

General Komarenko sagt, dass die Russen Infiltration einsetzen, dabei aber etwa 90 % ihrer Ressourcen unterwegs verlieren. Warum das für die Verteidigung wichtig ist und wie man diese Schwäche nutzt — kurz und prägnant.

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Російські загарбники (Фото: ресурс окупантів)

Was der Generalstab sagte

Infiltrations- („Durchsickerungs-“) Maßnahmen der Russen werden auf mehreren Frontabschnitten registriert. In einem Interview mit RBC-Ukraine sagte der Leiter der Hauptoperativen Direktion des Generalstabs, Generalmajor Oleksandr Komarenko, dass etwa 10% derjenigen, die zu Infiltrationen ausrücken, die festgelegten Punkte erreichen — also ungefähr jeder zehnte.

„Eine solche Taktik ist für den Feind sehr kostenintensiv, weil zur Zielstelle vielleicht nur rund 10% von denen gelangen, die ausrücken.“

— Oleksandr Komarenko, Leiter der Hauptoperativen Direktion des Generalstabs

Warum das wichtig ist

Wenn nur etwa ~10% an die Zielpunkte gelangen, wirkt die Infiltrationsmethode selbst als Mechanismus zur moralischen und materiellen Erschöpfung des Feindes. Das bedeutet, dass Russland bereit ist, mit Personal zu „bezahlen“, um lokale Ergebnisse zu erzielen — und damit seine Personal- und Logistikkosten erhöht.

Für uns bietet sich damit eine doppelte Chance: Erstens reduziert das effektive Aufspüren und Vernichten von Gruppen unterwegs ihre Gefechtsfähigkeit noch bevor sie an den Zielen zusammengezogen sind; zweitens macht die hohe Kostendifferenz dieser Taktik sie auf lange Sicht ineffektiv — Moskau kann solche Verluste nur gegen erhebliche Ressourcenaufwendungen aufrechterhalten.

Bestätigung und Kontext

Die Analyse von LIGA.net betrachtet ebenfalls einen Ansatz, der darauf abzielt, das personelle Potenzial des Aggressors systematisch zu verringern: Im Beitrag wird eine Strategie genannt, die auf die Vernichtung großer feindlicher Kräfte pro Monat abzielt (als Orientierung wurde eine Zahl von 50.000 genannt), als Mittel zur Untergrabung des operativen Potenzials des Kremls. Einzelne Vorfälle bestätigen den Einsatz von „totaler Durchsickerung“: Im August 2025 erwähnte Syrskyi die Nutzung dieser Taktik, insbesondere in Pokrovsk; ähnliche Ansätze wurden auch in Myrnohrad in der Oblast Donezk beobachtet, wo der Gegner bewusst auf direkte Stürme zugunsten von Infiltration verzichtete.

  • Pokrovsk — Beispiel für den Einsatz von „totaler Durchsickerung“ im August 2025.
  • Myrnohrad — Feststellung des Verzichts auf Stürme zugunsten von Ansammlungs- und Infiltrationsaktionen in der Tiefe der Verteidigung.

Was das für die Verteidigung bedeutet

Die Reaktion muss systematisch und pragmatisch sein: Priorität — Abfangen von Gruppen auf dem Weg. Das bedeutet, die Aufklärung zu verstärken (UAVs, Radar, Bewegungserkennung), Artillerie und Angriffsdrohnen zu integrieren, um Ansammlungen zu bekämpfen, sowie den aktiven Einsatz von REB (Stör- und elektronische Kriegführung) zur Unterbrechung der gegnerischen Koordination. Logistik, Aufklärung und gezielte Feuerreaktionen machen das „Durchsickern“ für den Aggressor teuer und ineffektiv.

Fazit

Das von General Komarenko beschriebene Phänomen weist nicht nur auf die taktischen Vorlieben des Gegners hin, sondern eröffnet auch praktische Wege zu deren Neutralisierung. Wenn wir weiter darauf fokussieren, gegnerische Kräfte bereits vor ihrer Zusammenziehung an Sammelpunkten zu entdecken, abzufangen und zu treffen, werden die Kosten ihrer Operationen für Moskau unverhältnismäßig steigen. Ob der Kreml Ersatz für diese Verluste finden kann, ist die Schlüsselfrage, von deren Beantwortung die nächsten Monate der Kampfhandlungen abhängen werden.

Quellen: Interview von RBC-Ukraine mit O. Komarenko; Analyse LIGA.net.

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