Ukraine schlägt Europa eigenen Flugabwehr-Abfangjäger für 700.000 Dollar vor — siebenfach günstiger als Patriot

Das Kiewer Unternehmen Fire Point hat die Rakete FP-7.X als Grundlage für das System Freyja entwickelt. Eine Koalition aus acht europäischen Ländern ist bereits dem Projekt beigetreten.

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Володимир Зеленський та Емманюель Макрон (Фото: Офіс президента)

Einer der attraktivsten Parameter des Freyja-Systems ist der Preis. 700.000 Dollar pro Schuss stehen den 3,8 Millionen Dollar für die Patriot PAC-3 gegenüber — und über 5 Millionen Dollar für die moderne Modifikation PAC-3 MSE nach den neuesten Anforderungen des US-Armeebudgets. Dies ist keine Marketingzahl: Sie bestimmt die Architektur des gesamten Projekts.

Was ist Freyja und wer entwickelt es

Das System wird von dem Kiewer Unternehmen Fire Point entwickelt — dem Hersteller der Drohnen FP-1 und FP-2, das Schätzungen zufolge für etwa 60 % der tiefgreifenden ukrainischen Angriffe auf Russland verantwortlich ist, sowie dem Autor der Marschflugkörper Flamingo. Jetzt stellt das Unternehmen seine Produktion auf Luftverteidigungssysteme um.

Das Herzstück des Systems ist der Abfangjäger FP-7.X: eine leichte ballistisches Abwehrrakete aus Verbundwerkstoffen mit infrarotgelenktem Sensor und der Fähigkeit, auf der Endphase zu manövrieren. Diese letzte Eigenschaft ist grundlegend: Nach Angaben der Financial Times sank die ukrainische Abfangquote während der Iskander-Modifizierung — Russland fügte im Frühjahr 2025 terminales Manövrieren hinzu — von 37 % auf etwa 6 %. Ob Freyja gegen diese Systeme funktioniert, ist noch nicht bestätigt: Die meisten Tests der FP-7.X fanden Anfang Juni 2026 statt.

Der Radarteil ist deutsch. Hensoldt unterzeichnete am 16. Juni auf der Eurosatory 2026 in Paris einen Vertrag mit Fire Point und liefert sein TRML-4D auf Basis der AESA-Technologie, die die Detektion und Verfolgung von etwa 1.500 Zielen gleichzeitig ermöglicht. Nach Aussage von Hensoldt-Generaldirektor Oliver Dörre ist die Zusammenarbeit „ein wichtiger Schritt zu einem groß angelegten europäischen Beitrag zur Ballistic Missile Defense". Neben Hensoldt laufen Verhandlungen mit Thales, Leonardo und Kongsberg.

„Die Ukraine ist bereit, ihren Teil zu liefern — die Anti-Ballistic-Rakete. Derzeit beenden wir die Arbeiten daran. Das ist ein europäisches Modell".

Wolodymyr Selenskyj, 9. Juli 2026

Koalition aus acht Ländern — und was sie bedeutet

Der Koalition traten acht europäische Länder bei — Selenskyj gab ihre Namen nicht preis. Der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sollten gemeinsam den Gipfel der „Koalition der Freiwilligen" leiten, der am 13. Juli in Paris stattfand. Am selben Tag präsentierte Selenskyj Freyja auf einem separaten Treffen der Anti-Ballistic-Koalition.

Der Kontext ist wichtig: Das Treffen fand einen Tag nach der Ankündigung statt, dass US-Präsident Donald Trump die Ukraine zur Herstellung eigener Patriot-Raketen lizenzieren würde. Freyja und Patriot sind keine sich gegenseitig ergänzenden Systeme, sondern parallele Stränge: der erste unter amerikanischer Kontrolle, der zweite — vollständig unter ukrainisch-europäischer Leitung. Fire-Point-Mitbegründer Denys Shtilerman betonte besonders, dass der Schlüsselunterschied bei Freyja die Unabhängigkeit von externer Kontrolle ist — moderne westliche Systeme arbeiten oft in einer geschlossenen Architektur, in der das Lieferland faktisch die Kontrolle über kritische Elemente behält.

Was bekannt ist und was offen bleibt

  • Erster Flugtest der FP-7.X — Anfang Juni 2026.
  • Massenproduktion — geplant ab August 2026 mit 3 Raketen pro Tag.
  • Erster Abfang eines ballistischen Ziels — bis Ende 2027 nach Angaben von Fire Point.
  • Das gesamte Freyja-System ist nicht nur die Rakete, sondern auch Radargeräte, Kommandostationen, Integration: Welcher Teil „im Laufe eines Jahres" fertig sein wird, konkretisierte Selenskyj nicht.

Russland änderte die Flugbahn der Iskander bereits nachdem Patriot seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt hatte. Falls die FP-7.X ihre Fähigkeit, gegen maneuvrierende Ziele unter realen Bedingungen bis Ende 2027 zu arbeiten, nicht nachweist — wird der Preis von 700.000 Dollar kein Argument mehr sein: Die Koalition braucht einen Abfangjäger, keine günstige Fehlinvestition.

Weltnachrichten

Technologien

Das ukrainische Unternehmen OneDefence hat auf dem Brave1 Market eine Abfangdrohne namens „Kibchyk" präsentiert, die Geschwindigkeiten von bis zu 420 km/h erreicht und mit automatischer Zerstörung in Zielnähe ausgestattet ist – ohne direkten Aufprall. Das Testgelände wurde erfolgreich absolviert, jedoch gibt es bisher keine Bestätigung aus dem Kampfeinsatz.

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Finanzen

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