Trump nutzte Grahams Tod, um Kryptogesetzentwurf durchzusetzen – doch Graham selbst nahm in Ausschüssen nicht teil

Das Clarity Act steckt im Senat aufgrund von Stimmenzählungen und einem Skandal um Kryptowährungen der Trump-Familie fest. Der Tod Grahams gab dem Präsidenten ein emotionales Argument, brachte aber keine zusätzlichen Stimmen ein.

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Президент США Дональд Трамп (ліворуч) та сенатор-республіканець від Південної Кароліни Ліндсі Грем (праворуч), 6 листопада 2019 року (фото – EPA / MICHAEL REYNOLDS)

Der US-Präsident Donald Trump forderte den Senat auf, den Digital Asset Market Clarity Act zu verabschieden – ein Gesetzentwurf, der festlegt, welche Kryptowerte „Wertpapiere" unter SEC-Kontrolle sind und welche „digitale Waren" unter CFTC sind. Der Anlass war der Tod des republikanischen Senators Lindsey Graham.

„Zu Ehren des Senators Lindsey Graham, eines großartigen Befürworters, sollte der US-Senat den Clarity Act verabschieden. China und viele andere Länder würden gerne die vollständige Kontrolle über dieses Finanzphänomen übernehmen. Lassen Sie China nicht gewinnen!"

— Donald Trump, Truth Social

Es gibt jedoch eine Nuance, die das Bild von Graham als Schlüsselverteidiger des Gesetzentwurfs zerstört: Nach Angaben von The Hill war der Senator nicht Mitglied in einem der beiden Ausschüsse, die die Kryptologisierung entwickelt hatten. Graham leitete den Haushaltsausschuss und war Mitglied der Ausschüsse für Bewilligungen, Justiz und Umwelt. Seine öffentliche Unterstützung für den Clarity Act existierte – aber auf der Ebene der Rhetorik, nicht der Gesetzgebungsarbeit.

Wo der Gesetzentwurf tatsächlich steckengeblieben ist

Der Clarity Act passierte das Repräsentantenhaus bereits im Juli 2025 mit einem überparteilichen Ergebnis von 294 Stimmen dafür gegen 134. Im Mai 2026 trieb der Bankausschuss des Senats ihn voran – 15 zu 9, wobei zwei Demokraten den Gesetzentwurf mit Vorbehalten unterstützten.

Aber bis zur Unterschrift des Präsidenten sind es noch mehrere Schritte, von denen jeder nicht trivial ist. Nach Angaben von Analysten von Yahoo Finance und CryptoTimes benötigt der Gesetzentwurf:

  • das Verfahren cloture – 60 Stimmen zur Einleitung der Debatten;
  • Abstimmung mit der Version des Landwirtschaftsausschusses des Senats;
  • Fusion mit dem Text, der vom Repräsentantenhaus angenommen wurde;
  • Unterschrift von Trump.

Die Arithmetik heute: Die Republikaner haben 53 Sitze, aber die Senatoren Josh Hawley und Rand Paul werden erwartungsgemäß dagegen stimmen. Das bedeutet, dass die GOP mindestens sieben Demokraten benötigt – und es gibt derzeit nur zwei echte Kandidaten: Rubén Gallego (Arizona) und Angela Alsobrooks (Maryland), und beide haben Bedingungen gestellt.

Wer ist dagegen und warum

Die Senatorin Elizabeth Warren bleibt die konsequenteste Kritikerin des Gesetzentwurfs im Bankausschuss. Separat wendete sich die Alliance to End Human Trafficking (AEHT) an die Senatsleitungen mit der Forderung, Abschnitt 604 zu überprüfen, der die Verantwortung von Entwicklern dezentralisierter Anwendungen für Straftaten von Nutzern dieser Plattformen aufhebt.

Der Bankensektor lehnt dies ebenfalls ab: Nach Angaben von CNBC warnen die Banken, dass der Gesetzentwurf Kryptoorganisationen ermöglichen wird, Stablecoin-Inhabern Zinsen zu zahlen, was Einlagen von traditionellen Banken abziehen würde.

Parallel über dem Gesetzentwurf hängt ein Interessenkonflikt: Die Trump-Familie verdiente Milliarden mit Meme-Coins und dem Krypto-Venture World Liberty Financial, und eine Reihe von Senatoren sieht dies als Hindernis für eine ehrliche Abstimmung.

Zeitfenster – vier Wochen

Wie Cointelegraph bemerkt, bleiben bis zu den Augustferien des Senats nur vier Wochen Sitzungszeit. Der Cointelegraph-Stratege Stifel, Brian Gardner, schreibt offen: Wenn der Gesetzentwurf nicht bis Ende Juli verabschiedet wird, sinken die Chancen auf eine Verabschiedung im Jahr 2026 stark, und wenn der 119. Kongress seine Arbeit ohne Ergebnis beendet, beginnt der gesamte Prozess von vorne. Polymarket schätzt die Chancen auf Verabschiedung in diesem Jahr auf 42%.

Grahams Tod ist ein echter Verlust für Trump als Verbündeter, aber kein technischer Verlust für den Clarity Act: Der Senator aus South Carolina war nicht an den Verhandlungen über den Text beteiligt. Der emotionale Appell des Präsidenten gibt einen medialen Impuls, löst aber nicht das strukturelle Problem des Stimmenmangels.

Wenn das Weiße Haus bis Ende Juli mit Strafverfolgungsgruppen über die Bestimmung zu DeFi-Entwicklern nicht einig wird – genau dieser Punkt, nicht die Erinnerung an Graham, wird das Schicksal des größten Kryptogesetzes in der amerikanischen Geschichte bestimmen.

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