Der stellvertretende Minister für Entwicklung von Gemeinden und Territorien Sergej Derkach traf sich mit dem griechischen Minister für Infrastruktur und Verkehr Christos Dimas. Das Ergebnis — 50 Genehmigungen für unregelmäßige Personenbeförderung zwischen den beiden Ländern plus eine mündliche Vereinbarung über eine mögliche Erhöhung der Quote. Die offizielle Bestätigung des griechischen Ministeriums liegt bereits vor.
Was hinter der Zahl 50 steckt
Unregelmäßige Beförderungen sind Touristenfahrten und organisierte Gruppenreisen, die nicht in reguläre Routen passen. Das bilaterale Abkommen zwischen den Regierungen der Ukraine und Griechenlands, das bereits 1996 unterzeichnet und 2000 ratifiziert wurde, erfordert für solche Fahrten separate Genehmigungen, deren Anzahl von der Gemischten Kommission der beiden Länder festgelegt wird. Im Jahr 2024 gab es keine Genehmigungen — ukrainische Transportunternehmen mieteten entweder ausländische Unternehmen an oder setzten Passagiere an der Grenze bereits in fremde Busse um.
Zum Vergleich: Parallel mit Rumänien einigte sich das Ministerium für Entwicklung auf 2000 einmalige Genehmigungen — 40-mal mehr. Der Unterschied in der Größenordnung spiegelt sowohl unterschiedliche geografische Erreichbarkeit als auch unterschiedliche Verhandlungspositionen wider.
«Wir haben uns mit Griechenland geeinigt. Die Genehmigungen sind bereits auf dem Weg zur Ukraine»
— Sergej Derkach, nach einem Treffen in Leipzig, Juni 2025
Dies ist nicht die erste Vereinbarung dieser Saison: bereits im Juni 2025 kündigte Derkach auf dem Internationalen Verkehrsforum in Leipzig, wie Interfax berichtet, 100 Genehmigungen von Griechenland an. Das neue Treffen mit Dimas ist entweder ein zweites Paket oder die offizielle bilaterale Bestätigung vorheriger Vereinbarungen. Das Ministerium für Entwicklung hat diese Unterscheidung öffentlich nicht erläutert.
Der Mechanismus — das schwächste Glied
Das Abkommen sieht eine «Möglichkeit zur Erhöhung der Quote» vor, aber ohne klaren Auslöser: wer die Überprüfung einleitet, nach welchem Verfahren und in welchem Zeitraum — ist nicht angegeben. Mit anderen Worten, die Erhöhung hängt vom guten Willen beider Seiten ab, nicht von einem automatischen Mechanismus.
Jede Genehmigung ist einmalig pro Fahrt in beide Richtungen für einen Bus. Bei einer Standardkapazität von 50–55 Passagieren bedeuten 50 Genehmigungen = maximal 2.500–2.750 Plätze für die gesamte Saison. Nach offiziellen Daten leben in Griechenland ständig etwa 70.000 Ukrainer, von denen die Hälfte nach Februar 2022 angekommen ist und bis März 2027 unter vorübergehendem Schutz steht. Die Nachfrage nach Bewegungen zwischen den beiden Ländern — in beide Richtungen — übersteigt diese Zahl offensichtlich.
- Der ukrainische Luftraum ist geschlossen — keine Flüge, nur Landtransport.
- Genehmigungen werden nicht an Dritte weitergegeben — ein bestimmtes Transportunternehmen erhält sie.
- Das Verfahren zur Verteilung der Genehmigungen zwischen den Transportunternehmen kündigte das Ministerium für Entwicklung nicht separat an.
Was das in der Praxis bedeutet
Die Vereinbarung beseitigt das Rechtsvakuum von 2024 und schafft einen legalen Rahmen für Touristen- und Gruppenfahrten. Für eine kleine Anzahl von Transportunternehmen, die es schaffen, Genehmigungen zu erhalten, ist dies eine echte Möglichkeit, Routen noch in dieser Saison zu starten. Für den Rest des Marktes — hat sich die Situation nicht geändert.
Wenn das Ministerium für Entwicklung bis zum Ende der Touristensaison die Überprüfung der Quote nicht einleitet und keinen transparenten Mechanismus zur Verteilung von Genehmigungen zwischen Transportunternehmen veröffentlicht, werden 50 Genehmigungen ein administratives Häkchen bleiben und nicht zur realen Wiederherstellung des Verkehrs zwischen den beiden Ländern führen.