USS Nimitz in der Karibik: Flugzeugträgergruppe kommt am selben Tag an, als Washington Havanna Vorwürfe wegen Tötungen macht

Am 20. Mai – dem Unabhängigkeitstag Kubas – kündigte SOUTHCOM die Ankunft der USS Nimitz an, zeitgleich mit einer föderalen Anklage gegen Raúl Castro. Ob Zufall oder koordinierter Druck – das Weiße Haus unterscheidet nicht.

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Авіаносна група (Фото: скриншот із відео)

Am 20. Mai, am Tag der kubanischen Unabhängigkeit, gab das United States Southern Command (SOUTHCOM) die Ankunft einer Flugzeugträgergruppe unter Führung der USS Nimitz (CVN-68) in der Karibik bekannt. Am selben Tag erhob das US-Justizministerium Bundesanklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro, führte SOUTHCOM laut Politico Planungsübungen zu kubanischen Szenarien durch, und Trump unterzeichnete eine präsidiale Erklärung mit direkter Drohung gegenüber Havanna.

Zusammensetzung der Gruppe

Die Einsatzgruppe besteht aus dem Flugzeugträger USS Nimitz, der Flugzeugstaffel Carrier Air Wing 17 mit F/A-18E Super Hornet, EA-18G Growler und C-2A Greyhound, dem Zerstörer USS Gridley (DDG-101) der Arleigh-Burke-Klasse und dem Betankungsschiff USNS Patuxent (T-AO-201) der Henry-J.-Kaiser-Klasse. Die 1975 in Dienst gestellte Nimitz kam nach gemeinsamen Marineübungen mit der brasilianischen Marine vor der Küste von Rio de Janeiro an.

SOUTHCOM beschrieb die Gruppe als „Verkörperung von Kampfbereitschaft und Präsenz, unvergleichlicher Reichweite und Tödlichkeit, strategischen Vorteils". Besonders betonte das Kommando, dass die USS Nimitz „ihre Kampfüberlegenheit weltweit unter Beweis gestellt hat — von der Taiwanstraße bis zum Arabischen Golf".

Kontext: drei Schritte an einem Tag

Die Truppenstationierung fiel mit drei gleichzeitigen Signalen aus Washington zusammen: Das Justizministerium veröffentlichte eine Anklage gegen Raúl Castro wegen des 1996er Abschusses von Flugzeugen der Organisation Brothers to the Rescue, Trump nutzte Maduros Verhaftung als direkte Warnung an Havanna, und SOUTHCOM führte laut Politico Planungsübungen zu möglichen Szenarien bezüglich Kubas durch.

„Die Verhaftung und Ausweisung Maduros sendete ein klares Signal an seine sozialistischen Verbündeten in Havanna: Dies ist unsere Hemisphäre, und diejenigen, die sie destabilisieren und die Vereinigten Staaten bedrohen, werden Konsequenzen tragen".

— Donald Trump, präsidiale Erklärung, 20. Mai

Am 5. Mai drohte Trump damit, die USS Abraham Lincoln „einige hundert Meter vor der Küste" Kubas stationiert werden würde — machte dies jedoch von der Beilegung des Konflikts mit dem Iran abhängig. Am 17. Mai berichtete Axios, dass Kuba mehr als 300 militärische Drohnen von Russland und dem Iran erhalten hatte, wobei zu den diskutierten Szenarien mögliche Anschläge auf die Guantanamo-Basis und Key West zählten.

Anklage gegen Castro: Symbol oder Instrument

Die Vorwürfe gegen den 94-jährigen Raúl Castro betreffen seine Rolle als Verteidigungsminister Kubas während des Abschusses zweier Zivilflugzeuge. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche reiste nach South Florida, um die Anklage „zusammen mit einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Brothers to the Rescue" zu verkünden.

Daraufhin wies der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel die Aussagen von Außenminister Marco Rubio über das Leiden der Kubaner zurück, während die US-Sanktionen die Energieeinfuhren der Insel um 80–90% gekürzt haben und zu massiven Stromausfällen führten.

Stationierung geplant — aber wer kontrolliert das Signal

Amerikanische Beamte betonen, dass die Stationierung im Voraus geplant war und keine direkte Reaktion auf die kubanische Krise darstellt. Die koordinierte Ankündigung an einem symbolischen Datum — dem Tag der kubanischen Unabhängigkeit — zusammen mit gleichzeitigen Anklagen, Dekreten und präsidialen Erklärungen verwischt jedoch die Grenzen zwischen geplanter Rotation und bewusster Druck.

Trump sagte gegenüber Journalisten, dass die Flugzeugträgergruppe gekommen sei, um „Kubanern zu helfen" — eine Formulierung ohne konkreten Inhalt, die gleichermaßen als humanitäre Rhetorik und als Androhung eines Regimewechsels gelesen werden kann.

Sollte Washington tatsächlich ein Szenario mit Gewaltdruck vorbereiten und nicht nur eine Flaggendemonstration durchführen, wird der nächste Indikator die Verlegung der USS Abraham Lincoln nach Beendigung der iranischen Krise sein: Genau diesen Flugzeugträger bezeichnete Trump als Instrument einer „kubanischen" Operation.

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