Was passiert ist und warum das wichtig ist
In Gebieten näher an der Gefechtslinie haben russische Einheiten tatsächlich spürbare Koordinationsschwierigkeiten erlitten, nachdem die Satellitenkommunikationsterminals Starlink blockiert wurden. Das sagte der Bürgeraktivist und Freiwillige Сергій Притула in einem Interview mit LIGA.net. Der Effekt ist am deutlichsten in einem Bereich bis zu 20 km von der Gefechtslinie – gerade dort erwies sich die Verbindung, die die operative Verknüpfung von Infanterie, Angriffsdrohnen und Artillerie sicherstellte, als am verwundbarsten.
Wie der Gegner versucht, die Verbindung wiederherzustellen
Nach Informationen aus offenen Quellen kompensieren die Russen den Verlust des Satellitenkanals teilweise durch das Verlegen von Glasfaserkabeln und die Einrichtung von Wi‑Fi‑Brücken. Beim Aufbau solcher Ausrüstungen setzen ukrainische Einheiten taktische Maßnahmen ein – insbesondere Angriffe mit FPV‑Drohnen auf Technik und Kommunikationsinfrastruktur, was die Wiederherstellung der Netzwerke zusätzlich erschwert.
"Aber gerade auf dieser Ebene hat sich ihre Koordination der Aktionen natürlich deutlich verschlechtert. Im Gegenzug gelingt es uns offenbar, diese kleine Desorganisation auszunutzen, und wir haben gewisse Erfolge im Saporischschja‑Abschnitt..."
— Сергій Притула, Bürgeraktivist und Freiwilliger
Experteneinschätzung und Bestätigungen
Experten von Defence Express betonten, dass die Starlink‑Terminals für die Russen ein Instrument der waffengattungsübergreifenden Führung waren, das es erlaubte, die Aktionen von Infanterie, UAVs und Artillerie nahezu in Echtzeit zu synchronisieren. Hinzu kommen Erklärungen der ukrainischen Streitkräfte vom 16. Februar 2026, die darauf hinweisen, dass die Blockade von Starlink einer der Faktoren war, die Gegenangriffe im südlichen Abschnitt erleichtert haben. Der estnische Geheimdienst stellte ebenfalls fest, dass die Einschränkung des Zugangs zu Telegram und die Blockierung einiger Dienste von SpaceX den Russen die Durchführung von Operationen erschwerten.
"Die Starlink‑Terminals ermöglichten dem Gegner, kleine Stoßgruppen, Drohnen und Artillerie zu einem operativen Zyklus zu verbinden – aber wenn dieser Kanal ausfällt, wird die Koordination solcher Angriffe deutlich schwieriger."
— Іван Киричевський, Waffensystem‑Experte, Defence Express
Kontext: Registrierung der Terminals und die Spielregeln
Ende Januar wurde in der Ukraine ein Registrierungssystem für Starlink‑Terminals für Militär und Zivilpersonen eingeführt – nicht verifizierte Terminals können abgeschaltet werden. Nach offizieller Darstellung zielt diese Entscheidung darauf ab, eine Nutzung der Ausrüstung durch den Feind zu verhindern. Zusammen mit Maßnahmen von SpaceX hat dies die technischen Bedingungen auf dem Schlachtfeld verändert.
Fazit — was nun?
Die Abschaltung von Starlink ist kein alleiniges "Wundermittel", zeigt aber, wie die Kontrolle über Kommunikationskanäle taktische Fenster eröffnen kann. Russland verfügt über Anpassungsmöglichkeiten, doch jede Verzögerung in seiner Koordination bietet den ukrainischen Kräften Chancen für lokale Erfolge. Ob sich daraus ein nachhaltiger operativer Vorteil entwickelt, hängt vom Anpassungstempo beider Seiten und davon ab, wie effektiv die Ukraine und ihre Partner den Zugang zu kritischen Kommunikationsressourcen steuern.