Wie ukrainische Drohnenpiloten das Szenario der NATO‑Übung „Hedgehog‑2025“ umschrieben — Video und Schlussfolgerungen

Die Brigaden Nemesis und Rarog haben Aufnahmen von den Mai-Übungen in Estland veröffentlicht. Das ist nicht nur ein eindrucksvolles Video — es ist eine praxisnahe Lektion für die NATO und ein Argument für eine stärkere ukrainische Verteidigungsrolle.

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Фото: Facebook 412 бригада Nemesis СБС

Kurz

Ukrainische Einheiten für unbemannte Systeme veröffentlichten ein Video von den Mai‑Manövern Hedgehog‑2025 in Estland, in dem die Bekämpfung einer fiktiven NATO‑Gruppierung geübt wurde. Das Material wird von den Aussagen von 412 Nemesis und 427 Rarog begleitet, die über den erfolgreichen Einsatz von Bombern und FPV‑Drohnen berichten. Parallel dazu schrieb die Publikation The Wall Street Journal über taktische Verwundbarkeiten des Bündnisses, die bei denselben Übungen deutlich wurden. Das ist nicht nur ein Bericht — es ist ein Signal für einen Wandel der Ansätze in der modernen Kriegsführung.

Was passiert ist

Bedingungen: Die Übungen Hedgehog‑2025 fanden im Mai in Estland mit der Beteiligung von über 16 000 Militärangehörigen aus 12 Ländern statt. An den Trainings nahmen ukrainische Drohnenexperten teil — Besatzungen von Nemesis und Rarog, FPV‑Operatoren des Internationalen Legions des GUR sowie Vertreter des digitalen Systems DELTA. Im veröffentlichten Video wird die fiktive Bekämpfung von Gerät und einem Gefechtsstand der „NATO‑Gruppierung“ gezeigt.

Was Teilnehmer und Experten sagen

„Technologien haben das Schlachtfeld grundlegend verändert und verändern es weiterhin. Ukrainische Einheiten teilen ihre im Drohnenkrieg gewonnenen Erfahrungen bereitwillig mit westlichen Partnern...“

— Eintrag von 412 Nemesis und 427 Rarog, Brigaden der unbemannten Systemkräfte der ukrainischen Streitkräfte (ZSU)

„Die Ergebnisse waren katastrophal für die Verbündeten — nach Angaben eines der Koordinatoren führten die ukrainischen Maßnahmen im Manöver dazu, dass zwei Bataillone praktisch nicht mehr in der Lage waren, ihre Aufgaben fortzusetzen“

— Aivar Ganniotti, Koordinator für unbemannte Luftfahrtsysteme der Estnischen Verteidigungsliga (Zitat nach WSJ)

Die WSJ zitiert außerdem mehrere Offiziere, die feststellten: Die Lehren offenbarten ernste taktische Verwundbarkeiten bei der Abwehr massiver Drohnenangriffe.

Warum das für die Ukraine und die NATO wichtig ist

Erste Schlussfolgerung — Drohnen senken weiterhin die Schwelle asymmetrischer Wirksamkeit: Eine relativ kleine Gruppe von Operatoren kann einen lokalen Vorteil schaffen, der das operative Lagebild verändert. Für die Ukraine ist das eine Bestätigung der Wirksamkeit der in den Kämpfen im Donbass und im Süden erprobten Praxis.

Zweitens — Für die NATO ist es ein Weckruf zur Anpassung: Taktiken, Ausbildung und Mittel zur Drohnenabwehr müssen schnell aktualisiert werden. Die Vermeidung von Verlusten in hochintensiven Gefechten hängt heute nicht nur von der Technik ab, sondern auch von der rechtzeitigen Integration der Übungs‑Lehren in die Ausbildungsprogramme.

Was das der Ukraine bringt

Die Demonstration der Effektivität liefert eine praktische „Wasserlinie“ — ein Argument in Verhandlungen über gemeinsame Trainings, die Übergabe von Systemen der elektronischen Kriegsführung (EWR) und die Finanzierung von Ausbildungen. Sie stärkt auch die These von Präsident Selenskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz über die hohe Kampffähigkeit der ukrainischen Streitkräfte: Solche Fälle erhöhen das Gewicht der Forderungen nach engerer Zusammenarbeit mit dem Bündnis.

Fazit und Prognose

Die Videos von Nemesis und Rarog sind nicht nur PR‑Material, sondern ein praktischer Fall, der zu drei Maßnahmen drängt: schnellere Anpassung von Taktiken in der NATO, erhöhte Investitionen in Anti‑Drohnen‑Systeme und eine vertiefte Ausbildungsintegration mit ukrainischen Spezialisten. Jetzt sind die Partner am Zug: Werden sie die Lehren vom Feld in systemische Änderungen bei Ausbildung und Beschaffung umsetzen?

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