EU eröffnet sechsten Verhandlungscluster mit der Ukraine – verschibt aber vier weitere auf den Herbst

Am 14. Juli eröffnete die EU auf der dritten Regierungskonferenz in Brüssel offiziell den Cluster „Auswärtige Angelegenheiten". Im Hintergrund: Das ungarische Veto, Zugeständnisse bezüglich der Karpaten und die Frage: Wird der Herbst besser als der Juli?

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Am 14. Juli fand in Brüssel die dritte zwischenstaatliche Konferenz zwischen der Ukraine und der EU statt. Das Ergebnis — die offizielle Eröffnung des sechsten Verhandlungsclusters „Außenbeziehungen". Dies sind die Kapitel 30 und 31: Außenhandel und internationale Politik sowie gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

Die Eröffnung der Verhandlungen innerhalb des Clusters 6 bestätigt die allgemeinen Fortschritte beim Beitritt der Ukraine und unsere wachsende Integration in die EU.

— Vizepremierminister für Europaintegration Taras Kachka, X

Außenminister Andrij Sybiha fügte ein konkreteren Argument hinzu: „Die Eröffnung des Clusters 6 wird dazu beitragen, die kollektive Sicherheit Europas zu stärken und die Zusammenarbeit im Bereich Außenpolitik und Verteidigung zu vertiefen". Die Konferenz wurde von Irland als Vorsitzland des EU-Rates geleitet.

Was steckt hinter der Ziffer „Sechs"

Insgesamt gibt es sechs Verhandlungscluster. Aber nur zwei sind derzeit geöffnet: im Juni — Cluster 1 „Fundamentale Bereiche", jetzt — Cluster 6. Die Eröffnung der Cluster 2, 3, 4 und 5 wurde auf den Herbst verschoben. Hauptgrund — Ungarn.

Ungarn blockierte bereits 2025 die Genehmigung der Screening-Ergebnisse der Cluster 2–6 in der Arbeitsgruppe des EU-Rates. Die Freigabe wurde möglich, nachdem die Ukraine versprochen hatte, die Bedingungen Budapests bezüglich der Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien zu erfüllen. Doch Ungarn stimmte nur Cluster 6 zu — die übrigen lehnte es ab.

Alle anderen Cluster verschieben wir auf den Herbst. Diese Verzögerung ist sehr kontraproduktiv, da sie die Verhandlungen hinauszögert und verlangsamt.

— Außenminister Litauens Kęstutis Budris, Brüssel, 13. Juli

Bemerkenswert: EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos rechnete noch im Juni damit, dass die EU am 14. Juli alle Cluster gleichzeitig feierlich eröffnen würde. Stattdessen erhielt Brüssel nur teilweise Zustimmung von einem unberechenbaren Partner — der Regierung von Péter Magyarországon in Budapest.

Was bedeutet „einen Cluster öffnen" in der Praxis

Die Eröffnung eines Clusters ist keine Mitgliedschaft und nicht einmal eine Garantie für weiteren Fortschritt. Dies ist der Start tatsächlicher Verhandlungen über die Bedingungen, unter denen die Ukraine ihre Gesetzgebung an die Normen der EU in den relevanten Bereichen anpasst. Nach der Eröffnung beginnt der schwierigste Teil: die Abstimmung spezifischer Anforderungen und Implementierungsfristen — ohne öffentlichen Zeitplan und ohne automatischen Schließmechanismus.

  • Cluster 1 („Fundamentale Bereiche"): im Juni 2026 nach Absprachen mit Ungarn eröffnet.
  • Cluster 6 („Außenbeziehungen"): am 14. Juli 2026 eröffnet — insgesamt der zweite eröffnete Cluster.
  • Cluster 2–5: erwarten den Herbst — und eine neue Verhandlungsrunde innerhalb der EU.

Wenn Ungarn im Herbst das Verfahren erneut blockiert — und ein Präzedenzfall existiert bereits — wird die Frage des Tempos des Beitritts der Ukraine wieder von vorne beginnen. Ob sich das Versprechen Budapests für den Herbst als zuverlässiger als die Juni-Zusicherungen erweist, wird im September deutlich.

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