Bei der ISKA-Meisterschaft der Ukraine im Kickboxen, die am 29. März in Kiew zu Ende ging, fiel in den Protokollen ein Detail auf: Unter 650 Sportlern aus dem ganzen Land brachten die Athleten des Vereins aus Irpin die meisten Goldmedaillen mit nach Hause — einer Stadt, die vor drei Jahren nach einem Monat russischer Besatzung in Trümmern lag.
Der Sportklub «Reforma» stellte 33 Sportler in der Auswahlmannschaft der Kiewer Region. Ergebnis — 43 Gold-, 13 Silber- und 23 Bronzemedaillen. In der Mannschaftswertung unter den Vereinen belegte «Reforma» den ersten Platz in der Ukraine.
Zum Vergleich: Die gesamte Auswahl der Kiewer Region, der Vertreter aus 12 Trainerstäben der Region angehörten, gewann 59 Goldmedaillen — das heißt, der Verein aus Irpin steuerte den Löwenanteil der Medaillenausbeute bei; die Mannschaft belegte in der Gesamtwertung schließlich den zweiten Platz. Gewonnen hat die Region Tschernihiw.
„Das ist ein großartiges Ergebnis und die geleistete Arbeit aller 12 Trainer aus der Kiewer Region. Gleichzeitig gratulieren wir der starken Mannschaft der Region Tschernihiw zum Sieg bei der ukrainischen Meisterschaft“
Volodymyr Sotin, Verdienter Meister des Sports der Ukraine im Kickboxen, Trainer des Clubs «Reforma»
Sotin ist nicht nur ein Trainer aus der Region. Als zweifacher Weltmeister und Europameister im ISKA-Kickboxen brachte er den Verein zurück in den Wettkampfkalender, nachdem Irpin Besatzung und umfangreiche Zerstörungen erlebt hatte. Im Herbst 2024 vertraten 16 Sportler von «Reforma» die Ukraine bei der Weltmeisterschaft in Wien — und damals nannte man das Ergebnis bereits rekordverdächtig für die Stadt. Die jetzige Meisterschaft machte daraus einen nationalen Rekord.
Die Meisterschaft versammelte etwa 650 Sportler und 1 240 Teilnehmer in verschiedenen Kategorien — einen der größten nationalen Kickbox-Wettkämpfe in der Ukraine während des großangelegten Krieges. Dass der Wettbewerb überhaupt in diesem Umfang stattfinden konnte, ist eine eigene Antwort auf die Frage nach dem Zustand des ukrainischen Sports unter Kriegsbedingungen.
Die nächste Aufgabe für «Reforma» ist, die Spitzenposition beim Pokal der Ukraine zu bestätigen, wo die Konkurrenz dieses Mal nicht mehr regional, sondern im direkten Duell der Vereine ausgetragen wird. Ob es gelingt, das Ergebnis ohne den Vorteil der „regionalen“ Arithmetik zu wiederholen, wird die Sommersaison zeigen.