Martha Kostyuk verlor gegen Mirra Andreeva in zwei Sätzen — 1:6, 3:6 — und beendete ihren Auftritt bei der French Open 2025. Für Kostyuk ist dies das erste Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere. Sie erreichte es, indem sie im Viertelfinale Elina Svitolina besiegte — das einzige Spiel zwischen den beiden Ukrainerinnen auf dem Turnier.
Ein Ergebnis, das keinen Kommentar braucht
Der erste Satz dauerte weniger als eine halbe Stunde: 1:6. Den zweiten Satz spielte Kostyuk widerstandsfähiger, aber 3:6 zeigte den Klassenunterschied auf diesem speziellen Sandplatz. Die 20-jährige Andreeva spielt auf Sandplatz mit einer Sicherheit, die Kostyuk an diesem Tag nicht neutralisieren konnte.
„Neutral" — ein Wort, das je nachdem, wo du stehst, etwas anderes bedeutet
Andreeva tritt unter der weißen Flagge der WTA als „Individual Neutral Athlete" an — dies ist eine offizielle Kategorie, die nach der großflächigen russischen Invasion in der Ukraine eingeführt wurde. Sie berechtigt nicht zur Teilnahme an Nationalmannschaften und entfernt die StaatsSymbolik, aber sie beantwortet nicht die Frage: Was genau wird da neutralisiert?
Kostyuk hat sich wiederholt geweigert, Russinnen und Belarusinnen nach Spielen die Hand zu schütteln — und dies öffentlich begründet. Ihre Position ist unveränderlich: Der Neutralstatus ist eine administrative Entscheidung, keine moralische. Nach diesem Spiel wird diese Position wieder sichtbar — obwohl der Platz nicht der Ort für solche Diskussionen ist, und die Spielerinnen selbst dort nicht diskutieren.
„Ich habe nichts gegen sie als Menschen. Aber ich kann nicht so tun, als würde nichts passieren"
Martha Kostyuk — in früheren Interviews über die Verweigerung von Handschlägen
Die WTA bestraft dieses Verhalten nicht. ITF und Grand-Slam-Turniere halten an der Neutralität auch in Fragen der Zeremonien nach dem Spiel fest — Handschläge sind eine Empfehlung, aber keine Regel mit Sanktionen.
Was kommt als Nächstes für Andreeva
Im Finale wird Andreeva die Siegerin des Spiels Diana Schneider gegen Maya Chwalinska treffen. Wenn Chwalinska gewinnt — eine weitere „neutrale" Athletin — findet das Finale der French Open 2025 ohne eine Flagge der FIFA oder des IOC statt, aber mit zwei Pässen eines Landes.
- Kostyuk — ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale in der Karriere
- Andreeva, 20 Jahre — die jüngste Finalistin der French Open seit 2001
- Beide potenziellen Finalistinnen treten unter einer neutralen Flagge an
Die Frage ist nicht, ob Kostyuk zu Recht verloren hat — das Ergebnis ist eindeutig. Die Frage ist eine andere: Wenn der „neutrale" Status keine echten Einschränkungen für die Karriere und keine Konsequenzen für die Verbände des Aggressorlandes vorsieht — was genau wird da neutralisiert? Die WTA hat diese Frage bis heute nicht öffentlich und konkret beantwortet.