Zwei Namen auf der Anzeigetafel in Paris — und dahinter sehr unterschiedliche Geschichten. Ksenia Bajlo, für die dies bereits die 14. Medaille bei europäischen Meisterschaften ist, und die 17-jährige Sofija Wistawkina, die zum ersten Mal in ihrem Leben an einem internationalen Kontinentalturnier teilgenommen hat. Zusammen verwandelten sie sich in wenigen Minuten in Bronzemedaillengewinnerinnen bei den synchronisierten Sprüngen vom 10-Meter-Brett.
In dieser Disziplin gab es keine vorherigen Qualifikationen — das neu gegründete ukrainische Duo stand sofort im Finale unter sieben Teams, ohne Anlauf und ohne Sicherheitsnetz in Form einer Qualifikationsrunde. Das bedeutet, dass jeder Sprung sofort den Wert einer Medaille hatte und nicht nur eines Durchgangspunktes.
Ein Sprung entschied alles
Der entscheidende Sprung im Kampf um Auszeichnungen war der vierte Sprung der Ukrainerinnen — dreieinhalb Saltos im Gehocke. Für seine Ausführung erhielten die Mädchen 75,84 Punkte — die höchste Bewertung unter allen Sprüngen, die im Finale ausgeführt wurden. Genau dieser ermöglichte es den Ukrainerinnen, sich in die Top drei zu katapultieren. Nach dem letzten Sprung behielten die Mädchen die Bronzeposition.
Insgesamt erzielte das ukrainische Duo 286,20 Punkte. Meisterinnen wurden die Vertreterinnen Großbritanniens (300,06), und die Silbermedaille sicherte sich das Team Deutschlands (298,20).
Der Unterschied zwischen dem ersten und dritten Platz liegt bei knapp 14 Punkten über die gesamte Finaldistanz hinweg. Bei synchronisierten Sprüngen, wo in einer Sekunde gleichzeitig die Synchronität zweier Körper und die Technik jedes einzelnen bewertet werden, ist das der Unterschied eines missglückten Wassereintritts.
Erfahrung gegen Debüt
Für Ksenia Bajlo ist dies bereits die zweite Auszeichnung dieser europäischen Meisterschaft nach Bronze in den Mannschaftskämpfen und insgesamt die 14. im Rahmen kontinentaler Meisterschaften (6 Gold, 4 Silber, 4 Bronze). Dagegen errang die 17-jährige Sofija Wistawkina ihre Medaille bei ihrer Debüt-Europameisterschaft der Erwachsenen.
Genau diese Kombination — eine erfahrene Meisterin, die in der Lage ist, die Nerven im Finale ohne Qualifikation zu bewahren, und eine junge Sportlerin, der noch nicht genug Zeit geblieben ist, um Angst vor großen Wettkämpfen anzusammeln — führte bereits bei der ersten gemeinsamen internationalen Auftritt des Duos zu einem Ergebnis.
Ksenia Bajlo und Sofija Wistawkina — Bronzemedaillengewinnerinnen der Europameisterschaft in Wassersportarten in synchronisierten Sprüngen vom 10-Meter-Brett
Die Meisterschaft in Paris dauert an, und die Hauptfrage lautet nun — wird dieses gerade geformte Duo seine Form bis zu den nächsten Wettkämpfen der Saison bewahren können, wenn nicht mehr der Druck des Debüts, sondern eine konkrete Medaille auf den Schultern liegt, die es zu verteidigen gilt.