13. Juni: Der Tag, an dem die UN Menschen vor Ritualmorden schützt — und das ist keine Metapher

Der Internationale Tag der Aufklärung über Albinismus existiert nicht aus ästhetischen Gründen der Vielfalt — sondern weil Menschen mit Albinismus in Afrika immer noch wegen ihrer Organe getötet werden. Daneben gibt es den Welttag des Gin und des öffentlichen Wäscheaufhängens, was den zweiten Samstag im Juni zu einer ungewöhnlichen Mischung von Feiertagen macht.

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Die zweite Samstag im Juni 2026 verbindet drei Ereignisse, zwischen denen — ein Abgrund in ihrem Ausmaß. Eines davon ist ein offizielles UN-Datum mit einem konkreten Schutzmandat, zwei weitere sind Volksfeste, die aus Subkulturen entstanden sind. Zusammen bilden sie ein Porträt dafür, wie die Menschheit gleichzeitig gegen mittelalterliche Verfolgung kämpft und kleine Freuden feiert.

Warum die UN genau den 13. Juni wählte

Im Dezember 2014 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution zur Einrichtung des Internationalen Tages für die Sensibilisierung für Albinismus. Die Initiative wurde vom somalischen UN-Botschafter in Genf Yusuf Mohamed Ismail Bari-Bari in Zusammenarbeit mit der Organisation Under the Same Sun vorangetrieben.

Das Problem ist nicht abstrakt. In Tansania hat etwa einer von 1.400 Menschen Albinismus — und dies ist eine der höchsten Konzentrationen weltweit. Genau in Ost- und Zentralafrika wurden systematische Angriffe auf Menschen mit Albinismus dokumentiert: ihre Gliedmaßen, Augen und Haare werden in Ritualen verwendet, von denen einige lokale Heiler glauben, dass sie Glück und Wohlstand bringen.

«Dieses Jahr markiert zehn Jahre des Mandats des unabhängigen UN-Sachverständigen für die Rechte von Menschen mit Albinismus — und die derzeitige Mandatsträgerin Muluka-Ann Miti-Drummond hat einen Bericht über Fortschritte und Herausforderungen des Jahrzehnts vorgelegt»

UN International Days, 2025

Zu den Schlüsselbereichen der Arbeit gehört der Zugang zu Sonnencreme: Aufgrund des fehlenden Melanins haben Menschen mit Albinismus ein kritisch hohes Hautkrebsrisiko, und in den meisten afrikanischen Ländern ist ein qualitativ hochwertiger SPF-Schutz ein unerschwinglicher Luxus.

Zwei Feste, die von unten entstanden sind

Der Weltgintag wird jedes Jahr in der zweiten Samstag im Juni begangen und ist mit einer Welle der handwerklichen Produktion verbunden, die Gin neu interpretierte — von einem billigen Londoner Getränk des 18. Jahrhunderts zu einem Premium-Produkt mit botanischen Infusionen. Heute gibt es weltweit Tausende kleine Destillerien, die mit eigenen Rezepturen konkurrieren.

Der Weltweite Tag des öffentlichen Strickens (Worldwide Knit in Public Day) — ebenfalls zweite Samstag im Juni — lädt Strickerinnen und Stricker ein, ihre Hausstühle zu verlassen und in Parks, Cafés und Plätze zu gehen. Die Idee ist einfach: Das Stricken sichtbar und sozial machen, nicht häuslich und unsichtbar. Ein bemerkenswerter Fakt: Im Frankreich des 16. Jahrhunderts galt Stricken als ausschließlich männliche Profession — Zunftverbände der Stricker kontrollierten den Markt streng.

  • Albinismus in der Welt: einer von 20.000 Menschen weltweit, aber in einigen afrikanischen Regionen — bis zu einer von 1.400
  • Gin: der zweitmeistverkaufte Spirituosen in Europa nach Wodka
  • Stricken im öffentlichen Raum: eine Bewegung, die Dutzende von Ländern und Hunderte von lokalen Gemeinschaften umfasst

Was die ungleichen Feste verbindet

Alle drei Ereignisse dieses Tages handeln von Sichtbarkeit. Die UN fordert, dass Menschen mit Albinismus wegen ihrer Auffälligkeit nicht länger Ziele sein dürfen. Öffentliches Stricken verwandelt ein privates Hobby in einen sozialen Akt. Der Gintatag bringt das Produkt von Handwerkern in die Massenkultur. Der Unterschied liegt nur im Preis der Unsichtbarkeit: für die einen — Unbehagen, für andere — eine Bedrohung für das Leben.

Das Mandat des unabhängigen UN-Sachverständigen für Albinismus existiert bereits seit zehn Jahren — und in dieser Zeit hat sich die Zahl der dokumentierten Angriffe in Afrika verringert, aber nicht verschwunden. Wenn die afrikanischen Regierungen in der nächsten Dekade die Verwendung von Körperteilen von Menschen mit Albinismus in rituellen Praktiken nicht durch separate Gesetze mit echten Strafen kriminalisieren, wird die Anschlagsstatistik wieder zu wachsen beginnen — die Erfahrung von Malawi und Mosambik hat dies bereits nach einer Lockerung des Drucks durch internationale Beobachter gezeigt.

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