Amazfit Cheetah 2 Ultra wurde am 13. Mai 2026 zum Preis von $599,99 in den Handel gebracht – und positioniert sich damit nicht als Budget-Alternative, sondern als direkter Konkurrent von Garmin Fenix und Suunto Vertical im Mountain-Ultra-Segment. Der Unterschied zwischen Anspruch und Realität verdient hier genaue Betrachtung.
Was im Gehäuse steckt
Titankörper Grade 5, Saphirglas, 1,5-Zoll-AMOLED-Display mit 3000 Nits Helligkeit – konstruktiv entspricht die Uhr ihrem Preis. 64 GB interner Speicher – doppelt so viel wie die Cheetah 2 Pro – ermöglicht die Speicherung von vollfarbigen topografischen Karten offline und Audio für längere Läufe ohne Telefon. Die Schutzklasse 5 ATM bedeutet Tauchtiefe bis 50 Meter – in der Praxis bedeutet dies Beständigkeit unter Regenschauer auf einer Bergstrecke über mehrere Stunden.
Die eingebaute Taschenlampe hat vier Modi: Weiß, Rot, SOS und Boost-Modus – ein Detail, das nach Marketing klingt, bis die Dunkelheit beim Finishen eines 100-Kilometer-Laufs eintritt.
33 Stunden GPS – Kontext der Zahl
Die Autonomie von 33 Stunden im Trail-Running-GPS-Modus entspricht ungefähr der Finishzeit eines durchschnittlichen UTMB-Teilnehmers. Für 50-Meilen-Strecken ist die Zahl komfortabel, für 100-Meilen-Strecken bereits an der Grenze. Zum Vergleich: Die Garmin Fenix 8 Solar deklariert im GPS-Modus mit Solaraufladung bis zu 48 Stunden, die Suunto Vertical bis zu 60 Stunden im ausgewogenen Modus. Im normalen Tragebereich hält die Cheetah 2 Ultra bis zu 30 Tage.
Das Ökosystem als Haupteinsatz
Amazfit integriert die Uhr in die Plattform Zepp Hybrid Training – ein Werkzeug, das Lauf-, Krafttraining und Erholung in einem einzigen Plan ausbalanciert. Die Zepp-App synchronisiert sich mit Strava, TrainingPeaks, Runna, Apple Health, Google Fit und intervals.icu – die Uhr erfordert also keinen Wechsel in ein geschlossenes Ökosystem.
«Ultra ist ein spezialisiertes Werkzeug für Trailrunner, die Erfolg in Höhenmeter, unebenem Gelände und Stunden auf der Strecke messen»
– Amazfit, offizielle Ankündigung
Unterstützung für VO2 Max, Training Readiness, Belastungsanalyse und Erholungsmetriken – Messgrößen, die früher Garmin vorbehalten waren – sind nun auch hier vorhanden. Die Frage liegt in der Qualität der Algorithmen, nicht in der Verfügbarkeit von Funktionen.
Positionierung in der Produktlinie
- Cheetah 2 Pro – für Marathonläufer auf Asphalt, leichter, 1,32"-Display, bis zu 20 Tage Autonomie
- Cheetah 2 Ultra – für Trail und Ultra, Titan + Saphir, 64 GB, 33 Std. GPS, $599,99
Amazfit brachte beide Modelle innerhalb weniger Wochen auf den Markt – ein klarer Versuch, das gesamte Laufsegment bis zur Sommerwettkampfsaison zu bedienen.
Für $599 erhält der Käufer eine hardware-starke Uhr mit offenem Ökosystem – aber das Vertrauen in die Zepp-Algorithmen ist unter erfahrenen Trailrunnern noch im Aufbau: Wenn Amazfit die Genauigkeit seiner Trainingsmetriken durch Daten echter Wettkämpfe dieser Saison bestätigt, wird das Argument «warum mehr für Garmin bezahlen» wirklich überzeugend.