Google ist mit Gemini in Windows eingezogen — und verliert sofort bei der Dateisuche

Google hat eine Desktop-Anwendung für Windows mit direktem Zugriff auf Gemini veröffentlicht. Die Herausforderung für Microsoft Copilot fällt ungleich aus: Googles KI-Assistent sieht den Bildschirm besser als der Konkurrent, kann aber nicht in seinem eigenen Haus suchen.

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Інтерфейс застосунку Google (Фото: Google)

Google hat eine Anwendung für Windows veröffentlicht — weder ein Browser noch eine Erweiterung, sondern ein separates Programm mit einem „schwebenden" Suchfeld über dem Desktop. Du drückst Alt + Space — und innerhalb von 200–300 Millisekunden erscheint das Gemini-Fenster. Zum Vergleich: macOS hat Spotlight bereits seit 20 Jahren. Windows erhielt ein Analogon nur durch Microsoft Copilot — und jetzt ist in diesem Bereich ein zweiter Spieler aufgetaucht.

Was es kann — und wo es fehlschlägt

Die Anwendung funktioniert mit lokalen Dateien, Google Drive, installierten Programmen und der Websuche. Es gibt eine Integration von Google Lens: Man kann ein Fenster oder den ganzen Bildschirm freigeben, und Gemini analysiert das Bild oder den Text darin. Im Test von PCWorld bewältigte die Anwendung Screen-Sharing besser als Microsoft Copilot Vision — sie erkannte beispielsweise Karten beim Solitär und gab präzisere Züge als der Konkurrenz.

Aber es gibt ein Paradoxon. Google — das Unternehmen, das sein Geschäft buchstäblich auf Suche aufgebaut hat — hat eine Anwendung entwickelt, die lokale Dateien schlecht durchsucht, besonders wenn diese nicht in Google-Diensten wie OneDrive gespeichert sind. Mit anderen Worten: Auf einem Computer mit typischem Windows-Ökosystem sucht Gemini schlechter als der eingebaute Datei-Explorer.

«Ich habe die neue Google-Anwendung für Windows ausprobiert — und sie hat mich nicht überzeugt»

PCWorld, nach praktischen Tests

Copilot gegen Gemini: kein fairer Start

Microsoft Copilot ist in Windows 11, Microsoft 365 und Edge integriert — es hat Zugriff auf Systemebene. Gemini startet als Desktop-Overlay und Chrome-Erweiterung und integriert sich hauptsächlich über den Browser und Google-Clouddienste.

Derzeit ist die Anwendung nur in den USA und Kanada verfügbar, nur auf Englisch, nur für persönliche Konten — ohne Unterstützung für Unternehmens-Workspace-Konten. Ein globales Release und Unterstützung für weitere Sprachen sind eine Frage der nächsten Monate.

Eine Anmerkung zum Datenschutz

Im Gegensatz zu Copilot für Unternehmen, wo Daten standardmäßig vertraulich sind, wendet Google für den Consumer-Dienst Gemini die standardmäßige Richtlinie an: Gespräche können gespeichert und zur Verbesserung von Produkten verwendet werden — wahrscheinlich einschließlich des Trainings von Modellen. Dies ist keine versteckte Bedingung, sollte aber von denjenigen berücksichtigt werden, die planen, über die neue Anwendung mit sensiblen Dokumenten zu arbeiten.

Technisch gesehen: Im Ruhezustand verbraucht die Anwendung etwa 150–200 MB Arbeitsspeicher, die gesamte KI-Verarbeitung findet in der Google-Cloud statt — das heißt, ohne Internet funktioniert sie nicht.

Wenn Google bis Ende des Jahres die Suche nach lokalen Dateien außerhalb seines eigenen Ökosystems nicht vollständig freigeben wird — bleibt die Anwendung ein bequemes Portal zum Chat, keine Ersatz für die Systemsuche. Die Frage ist nicht, ob Gemini mit Copilot konkurrieren kann, sondern ob Google wirklich in Windows integriert sein will — oder nur die Aufmerksamkeit der Nutzer auf die eigenen Dienste umlenken möchte.

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