KAAN P1: Türkei zeigt überarbeiteten Prototyp des Kampfjets vor Serienproduktion

Turkish Aerospace Industries präsentierte den zweiten Prototyp des KAAN — Änderungen am Rumpf, an den Lufteinlässen und am Fahrwerk sollen die Tarnkappeneigenschaften verbessern und Platz für moderne Bewaffnung schaffen. Warum das jetzt wichtig ist: Triebwerke, Export und Lehren für die heimische Rüstungsindustrie.

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Винищувач KAAN (Фото: SSB)

In dem großen Luftfahrtspiel zählen nicht die Show, sondern technische Entscheidungen

Turkish Aerospace Industries (TAI) hat offiziell den zweiten Prototypen des Kampfflugzeugs der fünften Generation KAAN — P1 vorgestellt. Eine offizielle Mitteilung der Behörde für Verteidigungsindustrie der Türkei bestätigt: P1 unterscheidet sich vom ersten Flugzeug P0 (Erstflug 2024) durch Änderungen an der Rumpfform, verlegte Lufteinlässe, größeren Abstand zwischen den Triebwerken und eine andere Platzierung des Fahrwerks. Diese technischen Anpassungen sind keine Ästhetik — sie sind ein Versuch, die Geringer Sichtbarkeit zu verbessern und die Innenvolumen für Systeme und Bewaffnung zu vergrößern.

Was genau am P1 geändert wurde

Wesentliche Updates des P1 aus der Pressemitteilung und den technischen Spezifikationen:

Rumpfform — überarbeitet für ein besseres Radarpofil.
Lufteinlässe und Abstand zwischen den Triebwerken — verlegt und vergrößert zur Optimierung der Luftströmungen und zur Verringerung gegenseitiger Störeinflüsse der Triebwerke.
Fahrwerk — andere Platzierung, die mehr Raum in den internen Abteilen für Bewaffnung und Sensoren ermöglicht.

"Die Überarbeitungen zielen darauf ab, die Tarnbarkeit zu erhöhen und zusätzliche Volumina für moderne Sensoren und Bewaffnung zu schaffen"

— Behörde für Verteidigungsindustrie der Türkei

Technik, Zeitplan und Export

KAAN wird als zweistrahliger Mehrzweckjäger der 5. Generation positioniert, der teilweise die F-4 und einige F-16 in der türkischen Luftwaffe ersetzen soll. Angegebene Leistungsdaten: bis zu Mach 1,8, Höhe von rund 55.000 Fuß, maximales Startgewicht von etwa 34,7 Tonnen. Die Konstruktion sieht interne Waffenschächte, integrierte Systeme für elektronische Kampfführung (EloKa) und einen modernen Sensorkomplex vor.

Der aktuelle Plan: 2026 sollen die Prototypen in ein erweitertes Programm aus Boden- und Flugtests übergehen, der Beginn der Serienlieferungen ist für 2029 vorgesehen. Die ersten Serienmaschinen werden mit amerikanischen Triebwerken F110-GE-129 ausgestattet, mit der Perspektive, später auf das türkische Triebwerk TF35000 umzusteigen. Parallel dazu treibt Ankara die Exportkomponente voran: Es gibt bereits einen Vertrag mit Indonesien über 48 Flugzeuge.

Warum das von Bedeutung ist

Es gibt drei Hauptfolgen, die in der Region und für den globalen Rüstungsmarkt spürbar sein werden:

1) Strategische Autonomie. Der zweigleisige Ansatz bei den Triebwerken (zuerst F110, später TF35000) ist ein Weg, den Serienstart zu beschleunigen und gleichzeitig das langfristige Ziel der Unabhängigkeit zu wahren. Ein solches Modell ist auch für andere Länder interessant, die schnellen Programmstart und eigenen technologischen Ausbau verbinden wollen.

2) Exportwettbewerb. Der abgeschlossene Vertrag mit Indonesien über 48 Flugzeuge ist ein Markenzeichen: KAAN ist nicht mehr nur auf dem Papier, sondern ein Kandidat für große Aufträge. Das verschafft Ankara sowohl wirtschaftliche als auch politische Einflussmöglichkeiten.

3) Lehren für die Ukraine. Die Türkei zeigt, wie ausländische Technologien und eine eigene Industriepolitik kombiniert werden können, um die Serienproduktion zu beschleunigen. Für die Ukraine ist das ein wichtiges Beispiel: Die Entwicklung eigener Triebwerke und Sensoren ist der Schlüssel zu langfristiger operativer Unabhängigkeit und Exportpotenzial.

Kontext des globalen Hintergrunds

Parallelereignisse in der weltweiten Luftfahrt — der erstmals im Flug beobachtete J-20A mit WS-15-Triebwerken und die Lieferung von drei F-35I Adir an Israel — zeigen, dass die Modernisierung der Jagdflugzeugflotten auf allen Fronten stattfindet. Für Hersteller wie TAI bedeutet das verstärkte Konkurrenz und die Notwendigkeit, Entscheidungen schnell vom Prototypen zur einsatzfähigen Kampffähigkeit zu bringen.

Fazit

P1 ist nicht das Abschlussstadium des KAAN-Projekts, aber ein wichtiger technischer Schritt in Richtung Serie. Wenn das Jahr 2026 mit Tests das bestätigt, was im P1 angelegt ist, und die Triebwerksstrategie realistisch bleibt, könnte 2029 das Jahr der ersten Serienlieferungen und des groß angelegten Exportwettbewerbs werden. Die Frage an Partner und Konkurrenten lautet: Wird KAAN der Bewährungsprobe von Zeit und Markt standhalten, wenn die Prüfungen die angegebenen Leistungsdaten bestätigen?

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