Marinedrohnen erhalten Abfangsystem Bullet: Ukraine verlagert Luftabwehr aufs Meer

Das Unternehmen „General Kirscha" integriert sein Bullet-System in unbemannte Boote — um die „Schahids" bereits über dem Wasser zu zerstören, bevor sie die Küste erreichen.

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Дрон-перехоплювач Bullet (Фото: "Генерал Черешня")

Das ukrainische Unternehmen „General Tschereschnija" integriert das Drohnen-Abfangsystem Bullet in maritim unbemannte Fahrzeuge. Ziel ist es, russische „Shaheds" direkt über dem Meer abzufangen, bevor sie die Küste erreichen.

Die Logik der Lösung ist einfach: Je weiter vom Ufer entfernt das Ziel zerstört wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Trümmer oder nicht gezündete Munition Schäden an der Zivilinfrastruktur verursachen. Landgestützte Luftabwehrsysteme wirken über Land — der maritime Abfänger verlagert die Begegnungslinie um Dutzende Kilometer ins Meer.

Bullet ist ein System, das eine eigene Abfang-Drohne zur physischen Zerstörung des Ziels durch Kollision oder Explosion in seiner Nähe verwendet. Im Gegensatz zu Raketenkomplexen benötigt es keine teuren Munition und kann skaliert werden: Ein Träger-Marinedrohne kann mehrere Abfänger tragen.

Das Schwarze Meer ist bereits eine Zone der aktiven Anwendung ukrainischer Marinedrohnen geworden — die „Magura", das „Seekind" und andere Plattformen haben die russische Flotte von der Schlangeninsel verdrängt und führen regelmäßig Anschläge auf Schiffe in Sewastopol durch. Diese Plattformen um eine Luftabwehrfunktion zu ergänzen — das ist ein qualitativer Sprung: Das Patrouillenboot wird nicht mehr nur ein Angriffswaffe und wird zur beweglichen Luftverteidigungsposition.

Das Problem, das diese Lösung nicht automatisch löst, ist die Koordination. Eine Marinedrohne operiert in einer Zone, in der die eigene Luftfahrt, Raketen und andere Drohnen tätig sein können. Ohne ein zuverlässiges, an die Meeresumgebung angepasstes Freund-Feind-Erkennungssystem steigt das Risiko von befreundetem Feuer proportional zur Anzahl der Plattformen, die gleichzeitig in der Luft und im Wasser sind.

Die Integration wird als Plan angekündigt — öffentliche Daten über abgeschlossene Tests an maritimen Trägern liegen bislang nicht vor.

Sollte das System die Tests bestehen und zum Einsatz kommen, stellt sich die Frage nach den Prioritäten: Der maritime Abfänger ist gegen tieffliegende Ziele über dem Wasser wirksam, aber reicht seine Reichweite und Autonomie aus, um die Routen der „Shaheds" zu sperren, die die Küste in niedriger Höhe umgehen — genau dort, wo der landgestützte Radarverbund sie am schlechtesten sieht?

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