Nexis schoss "Shahed" mit über 250 km/h ab – erste Kampfbilanz für das neue ukrainische Abfangjäger

WinFly bestätigte die Zerstörung einer Shahed-136 in der Luft: Das Abfangjäger-Drohnen-System Nexis arbeitete an der Grenze seiner angegebenen Fähigkeiten. Während Konkurrenten Tausende zerstörte Ziele zählen, macht Nexis seinen ersten Schritt.

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Перехоплювач Nexis (Фото: скриншот)

Das ukrainische Unternehmen WinFly kündigte die erste bestätigte Kampfeinsatztätigkeit seines FPV-Abfangjägers Nexis gegen die russische Kamikaze-Drohne Shahed-136 an. Das Ziel wurde in der Luft zerstört — die Tatsache wurde durch Mittel der objektiven Kontrolle dokumentiert.

Was passiert ist und unter welchen Bedingungen

Das Abfangen erfolgte mit einer Geschwindigkeit von über 250 km/h bei einer Motorauslastung von 84% Schub. Dies ist ein grundlegendes Detail: Nexis hat das Ziel nicht nur eingeholt — er tat dies mit Schubreserven, nicht an der Grenze des Strömungsabrisses. Die maximal deklarierte Geschwindigkeit der Drohne beträgt bis zu 270 km/h.

Die Shahed-136 in der Standardausführung mit Propeller fliegt in einer Reisegeschwindigkeit von etwa 180–185 km/h. Der Geschwindigkeitsunterschied beim Abfangen betrug also etwa 65–70 km/h — ausreichend für einen stabilen Anflug auf das Ziel, aber nicht für komfortable Arbeitsbedingungen des Operators beim nächtlichen Flug.

Technisches Profil des Nexis

  • Flugdauer: bis zu 25 Minuten
  • Reichweite: bis zu 30 km
  • Arbeitshöhe: bis zu 5000 m
  • Maximale Geschwindigkeit: bis zu 270 km/h

Nach diesem Profil ist Nexis auf die mittlere Reichweitezone ausgerichtet — zwischen „städtischen" Abfangjägern auf 7–10-Zoll-Rahmen und teureren Systemen mit autonomer Lenkung. Zum Vergleich: Der Konkurrent P1-SUN von SkyFall gibt 300–450 km/h an und über tausend bestätigte Zerstörungen, Bullet von „General Chereshnya" — bis zu 314 km/h mit drei Modifikationen und KI-Lenkung im Terminal.

Was bestätigt ist und was noch nicht

WinFly verweist auf seine eigenen Mittel der objektiven Kontrolle. Eine unabhängige Bestätigung durch die ZSU oder ISW liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Dies ist eine standardmäßige Situation für den ersten Kampfeinsatz: Der Hersteller dokumentiert das Ergebnis, die Armee überprüft es im Betriebsablauf.

«Das Abfangen funktioniert — das ist bereits Kampfpraxis. Es läuft eine Skalierung: Die Produktion wächst, Verträge sind für 2025 und 2026 abgeschlossen»

Jurij Myronenko, Verteidigungsministerium der Ukraine, Forbes.ua

Der Kontext ist wichtig: Das Verteidigungsministerium hat WinFly als Hersteller von FPV für die Armee klassifiziert — die Drohnen des Unternehmens werden auf 7-, 8- und 10-Zoll-Rahmen gebaut und unter Berücksichtigung von Empfehlungen von Frontoperatoren konzipiert. Nexis ist eine separate Produktrichtung, speziell auf Abfangen ausgerichtet.

Warum das über einen abgeschossenen Drohnen hinaus wichtig ist

Die Ukraine baut ein gestaffeltes System von FPV-Abfangjägern als billige Alternative zur Raketenflugabwehr auf. Ein Patriot-Schuss kostet Millionen Dollar; ein Abfangjäger der Klasse Nexis oder P1-SUN — von 1000 bis 2000 Dollar. Die Skalierung dieses Segments ist bereits über die Ukraine hinausgegangen: Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Kampagne gegen den Iran interessieren sich die Länder des Persischen Golfs aktiv für ukrainische Lösungen.

Für Nexis ist der erste Kampfeinsatzerfolg der Beginn der Serienabrechnung. Die Frage ist nicht, ob das System funktioniert, sondern ob WinFly die Stabilität der Ergebnisse unter Bedingungen massiver nächtlicher Angriffe bestätigen kann — genau dort, wo Shahed in Schwärmen von 50–100 Einheiten angreift und wo ein einzelnes Abfangen nicht ausreicht.

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