Datenleck bei Booking.com: Kartendaten wurden nicht gestohlen – doch das macht den Angriff noch gefährlicher

Booking.com bestätigte unbefugten Zugriff auf Buchungen von Millionen von Kunden. Finanzinformationen wurden nicht kompromittiert — allerdings nutzen Hacker die gestohlenen Daten bereits für gezielte Betrügereien über WhatsApp.

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Ілюстративне фото: Depositphotos

Booking.com bestätigte: Dritte erhielten Zugang zu Kundenpersonal­daten — Namen, E-Mail-Adressen, Telefon­nummern und Buchungs­details. Dies wurde aus Mitteilungen bekannt, die der Dienst in der letzten Woche an betroffene Nutzer zu verschicken begann.

Was genau durchgesickert ist — und was nicht

Nach Angaben von TechCrunch teilt das Unternehmen in seinen Schreiben mit: Die kompromittierten Informationen können „Buchungs­details, Namen, E-Mails, Telefon­nummern sowie alles, was Sie direkt der Unterkunft übermittelt haben" enthalten. Physische Adressen schloss Booking.com aus der endgültigen Erklärung aus — ein Sprecher des Unternehmens präzisierte gegenüber TechCrunch, dass diese nicht von den Angreifern erhalten wurden. Zahlungs­daten und Passwörter waren ebenfalls nicht betroffen.

Es scheint ein begrenzter Datensatz zu sein. Doch genau hier liegt die Hauptfalle.

Warum ein „unvollständiges" Datenleck gefährlicher als ein vollständiges ist

Ein betroffener Nutzer berichtete TechCrunch, dass er bereits zwei Wochen vor der offiziellen Benachrichtigung eine Phishing-Anfrage in WhatsApp erhielt — und die Nachricht enthielt genaue Details seiner Buchung. Der Betrüger kannte das Datum, das Hotel, den Betrag. Er wusste genug, um legitim zu wirken.

„Selbst wenn Zahlungs­daten nicht gestohlen wurden, bleibt ein solches Datenleck eine ernsthafte Bedrohung für Reisende. Die aktuelle Gefahr ist eine zweite Welle von Betrügereien".

Adrianus Warmenhoven, Cybersicherheits­experte bei NordVPN, für Travel Weekly

Dies ist ein klassisches Schema: Angreifer versuchen nicht sofort, ein Bankkonto zu knacken. Sie bauen Vertrauen durch den Kontext auf — und bitten um die Kartennummer bereits „im Gespräch", wo das Opfer keine Gefahr vermutet. Booking.com warnte in seinem Schreiben: Das Unternehmen fragt niemals nach einer Kartennummer per E-Mail, Telefon, SMS oder WhatsApp.

Was über das Ausmaß und die Quelle bekannt ist

Booking.com verwaltet über 28 Millionen Unter­künfte weltweit und ist einer der größten Travel-Aggregatoren. Die genaue Anzahl der betroffenen Nutzer gab das Unternehmen jedoch nicht preis. Wie Security Affairs anmerkt, ist bislang unklar, ob die eigenen Systeme von Booking.com kompromittiert wurden oder ob der Angriff über Dritte erfolgte — etwa über Hotels oder Partner der Plattform.

Das Unternehmen versicherte, dass es „sofort Maßnahmen ergriffen hat, um den Zwischenfall einzugrenzen" und benachrichtigt nur die Kunden, deren Daten möglicherweise betroffen sind.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Ignorieren Sie alle Nachrichten in WhatsApp oder SMS von „Booking.com" mit der Bitte, eine Zahlung zu bestätigen oder eine Kartennummer einzugeben.
  • Überprüfen Sie alle Anfragen ausschließlich über die offizielle App oder Website — klicken Sie nicht auf Links in E-Mails.
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn jemand in der Korrespondenz genaue Details Ihrer Buchung kennt: Dies beweist nicht die Legitimität.

Sollte Booking.com die Anzahl der betroffenen Personen nicht bis zum Abschluss der Untersuchung offenlegen, haben Datenschutz­behörden — insbesondere die irische DPC, unter deren Gerichts­barkeit das Unternehmen in der EU fällt — alle Gründe, Erklärungen zu fordern: Nach der DSGVO beträgt die Frist für die Benachrichtigung der Behörden 72 Stunden ab der Entdeckung des Datenlecks.

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